Asscher Bernard

Bernard Berrie Ischahar Asscher

*30.3.1924 in Amsterdam; ✡ 18.3.2012 in BeerSheva

Staatsangehörigkeit niederländisch

Religion jüdisch

Vater Louis Asscher *3.9.1885 in Amsterdam; ✡ 19.4.1945 Schipkau. Brandenburg

Heirat der Eltern 30.4.1919 in Amsterdam

Mutter Louise Livia van Geldern*8.3.1899; ✡ 16.4.1945 in Wittenberge

Geschwister

Eliazer Eli Asscher *8.4.1920 in Amsterdam; ✡15.7.1945 Eindhoven

Frederika Asscher *5.4.1921 in Duivendrecht; ✡25.9.1993 in Vogelenzang

Roosje Ro Rachel Asscher *11.6.1928 in Amsterdam; ✡ 3.11.2013; oo Heinrich Zwi Löwenthal (1923-2007)

Cousin Henri Asscher *9.6.1921 in Amsterdam; ✡ 16.4.1945 in Wittenberge

Beruf Landwirtschaftlicher Arbeiter

Adressen Amsterdam, Merwedeplein 57; Catharinahoeve in Gouda

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Lehrer; Schriftsteller

Heirat Kittie Bak *30.3.1924 in Amsterdam; ✡ 18.3.2012 in Beer‘Sheva

Kinder

Odeed Asscher *1958; ✡2006

Weiterer Lebensweg

6.4.1937-4.10.1939 Bruder Eli Asscher im orthodox-zionistischem Kibbuz Franeker, Harlingerweg 45

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.

Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.

Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.

Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.

1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.

1939 Manfred Ralf Litten mit Gideon Litten, Adolf Engers, Bernhard Asscher, Salomon Friedmann, Eric Mossel, Ruth Kaufmann, Schoschana Litten-Serlui, Isaäc Nico Goudsmit, Hedy Jenny Kalmar, Siegbert Weiss, unbekannt, Margot Todtenkopf, Jettie Aalsvel; vorn: unbekannt, Otto Erich Fleischhacker, Manfred Samson (Schlomo), Roza Pinkhof, unbekannt
1942 in Gouda; Schalom Weiss, Norbert Hellman, unbekannt, Esther Herzberg, Heinrich Friedmann, Bernard Asscher, Bram Andriesse, Margit Lichtenstern, unbekannt, Alida Lissauer, unbekannt;
vorn: Gideon Litten, Roza Pinkhof, Hedy Kalmar; Fotoalbum Levisson

November 1942 von Gouda zu den Eltern nach Amsterdam

April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin tauchen viele unter.

1.6.1943 wird der Betrieb eingestellt und der Betriebsleiter entlassen

Onderduiker

31.5.1943 Bernard Asscher geht ins Versteck

8.6.1943 nach Antwerpen geschleust

27.7.1943 nach Paris

23.8.1943 Bordeaux

22.10.1943 wieder in Amsterdam

26.10.1943 Paris

November 1943 verschiedene Anläufe für die Pyrenäenpassage kommen nicht zustande

Januar 1944 ins Jüdische Maquis u.a. mit Walter Dreyfuss aus Bochum

Pyrenäenpassage

1.-13.März 1944 von St. Giron nach Lerida

Mitte Mai 1944 nach Barcelona

28.8.1944 Ausstellung eines ID-Certificate in Barcelona

Bernard Asscher und Heini Chaim Friedmann, 1944 in Barcelona

In Barcelona betreut er zusammen mit Heini Chaim Friedmann ein Heim für 30 jüdische Flüchtingskinder, die später auch auf der SS GUINEE nach Palästina kommen

Alija auf der SS GUINEE

Oktober 1944 erhielten die Palästina-Pioniere in Spanien von der britischen Mandatsregierung erteilte Einwanderungs-zertifikate für Palästina. 

55 Hechaluz Mitglieder gingen am 27. Oktober 1944 in Cadiz an Bord des Schiffes „Guinée“ und erreichten am 4. November den Hafen von Haifa.

Seit Mai 1943 soll insgesamt 150 Palästina-Pionieren die Flucht aus den Niederlanden über Belgien bis Frankreich geglückt sein. Etwa 80 von ihnen überquerten in von der Toulouser Sektion der AJ organisierten Gruppen seit Februar 1944 die Pyrenäen und gelangten von Spanien aus in das unter britischem Mandat stehende Palästina

27.10.-4.11.1944 Bernard Asscher mit Arbeiter-Zertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS von Cadiz nach Haifa; Internierung im britischen Camp Athlit

14.11.1944 Entlassung der Chaluzim aus dem britischen Camp Athlit

Kamp Westerbork- Bergen-Belsen- Tröbitz

30.12.1942 Eli Asscher in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

20.6.1943 die Eltern sowie die Schwestern Fre und Ro in Amsterdam bei der Juni Razzia verhaftet und nach Westerbork deportiert

11.1.1944 Eli Asscher mit den Eltern und den Schwester Frederika und Rosa auf dem Transport von „Austauschjuden“ von Westerbork in das „Sternlager“ in Bergen-Belsen

13.9.1944 Abraham Asscher mit der „Diamantgroep“ auf dem Transport von „Austauschjuden“ von Westerbork in das „Sternlager“ in Bergen-Belsen

Der Verlorene Zug

9.4.1945 Transport von drei Zügen mit „Austauschjuden“ mit dem Ziel Theresienstadt

Eli Asscher mit den Eltern und den Schwester Frederika und Rosa

10.5.1945 Tod der Mutter Louise auf dem Transport bei Mühlberg

16.4.1945 Tod von Henri Asscher im Zug in Wittenberge

Wegen eines Fliegerangriffs auf den Zug konnte keine Beisetzung stattfinden. Die Leiche wurde am Bahnhof Wittenberge zurückgelassen.

19.4.1945 Vater Louis Asscher auf der Liste der auf dem Transport Verstorbenen, die an der Bahnlinie Senftenberg-Schipkau beerdigt wurden.

Der verlorene Zug endet in Tröbitz vor der gesprengten Elsterbrücke; die Bewacher suchen das Weite
23.4.1945 Ankunft der Roten Armee in Tröbitz

23.4.1944 die Geschwister Eli, Frederika und Rosa Asscher erleben die Befreiung in Tröbitz

15.7.1945 Tod von Eli Ascher in Eindhoven mit Lungen-TBC

Gedenken

23.7.1955 Page of Testimony für Bruder Eli von Ischachar Asscher

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Asscher%201885%22%7D

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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