Glass Mendel

Mendel Emil Glass

*6.2.1886 in Brodla, Chrzanow, Krakau; Israel

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Abraham Glass

Mutter Anna Borgenicht

Geschwister

Sigmund; Salomea; Genia; Gisela Glass

Beruf Kaufmann

Adressen Berlin Mitte, Prenzlauer Straße 4; Israel

Heirat Eidel Ritter *6.10.1888 in Biala, Auschwitz; ✡ 2.2.1966 Israel

Kinder

Salo Glass *3.6.1912 in Berlin; ✡24.9.1990; oo Adina Hochman

Schlomo Glass/Gavish *3.6.1917 in Berlin; ✡24.2.2001;

Gisela Glass *19.10.1918 in Berlin; ✡3.8.2010 in Irvine; oo Rosenblum; oo Bobb

Mathilde Glass *8.6.1922 in Berlin ; ✡ in Israel

Martin Glass *31.5.1925 in Berlin; ✡ 2020 Israel; Regina Stark *29.3.1925 in Leipzig

Weiterer Lebensweg

Hof Wecker in Rüdnitz

Tochter Mathilde Glass zur Hachschara auf dem Hof Wecker

Hachschara in Urfeld

28.8.1935 Mathilde Glass von Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling;

Minderheitenzählung

17.5.1939 Mendel Glass mit Frau Eidel und den Kindern Mathilde, Gisela und Martin Glass in Berlin Mitte, Prenzlauer Straße 4

Die zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

7.9.1939 reichsweite Verhaftung jüdischer Männer mit polnischen Wurzeln als „feindliche Ausländer“

27.12.1939 Mendel Glass überstellt in das KL Sachsenhausen

21.3.1940 Mathilde Glass nach 4 ½ Jahren in Urfeld-abgemeldet aus Urfeld nach Gut Skaby

22.11.-2.12.1939 Tochter Gisela auf der SS Rotterdam von Rotterdam nach New York

1.11.1940 Einreise der Ehefrau Eidel in Palästina

27.-29.10.1941 Mathilde Glass deportiert auf Transport III aus Berlin ins Ghetto Lodz; wohnt 11 Flat 7, Reiter Strasse, Lodz

12.11.1941 Mathilde Glass Posen-Antonin, Zwangsarbeitslager; allein in Posen gab es 12 Zwangsarbeiterlager für Juden; ab diesem Datum verliert sich die Spur von Mathilde Glass

Dänemark

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

1939 Martin Glass nach Dänemark

5.10.1943 Martin Glass und Regina Stark auf dem Transport XXV/1von Dänemark nach Theresienstadt

14.4.1945 Irrfahrt durch das zerbombte Berlin

Über Flensburg nach Odense auf Fünen

Weiße Busse aus Theresienstadt bei Ankunft in Haderslev, Dänemark

15.4.1945 von Odense nach Kopenhagen

Schiffbruch der SS PENTCHO

Chamilonisi, Rhodos, Campo Ferramonti

April/Mai 1940 Mendel Glass im Durchgangslager Patronka in Bratislava, wo hunderte Juden aus vielen Ländern Europas warteten auf die Abfahrt der SS PENTCHO , ein alter kaum seetüchtiger Raddampfer.

20.5.1940 500 jüdische Flüchtlinge von Bratislava auf der Donau Richtung Schwarzmeer

7 Wochen Warten bis ein Schlepper die SS PENTCHO durch das „Eiserne Tor“ bringt.

21.9.1940 SS PENTCHO nach Reparaturen an den Schaufelrädern im Hafen Sulina am Schwarzen Meer Richtung Istanbul

25.9.1940 Passage durch den Bosporus

In der Nacht vom 9. zum 10. Oktober bei der Insel Chamilonisi im Ägäischen Meer läuft die SS PENTCHO auf Grund.

16.10.1940 Rettung der Passagiere auf der MS CAMOGLI der italienischen Marine von Chamilonisi zur von den Italienern besetzten Insel Rhodos.  Dort werden die Schiffbrüchigen ein Jahr in einem italienischen Internierungslager unter übelsten Bedingungen festgehalten.

1941 dank der Intervention von Papst Pius XII werden alle in das Internierungslager Campo Ferramonti in Süditalien gebracht.

Im September 1943 wurde das Lager durch die VIII. Britische Armee befreit und in ein DP-Camp für etwa 2000 zumeist jüdische „Displaced Persons“ umgewandelt. Bei Kriegsende befanden sich dort nur noch 213 Internierte. Die offizielle Schließung erfolgte am 6. September 1945.

5.8.1944 Einreise von Mendel Glass in Haifa; Internierung im Camp Athlit

Nachkriegszeit

Oktober 1945 Regina Stark und Julius Rothbein auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, „Alte Chaluzim“

25.5.1949 Alija von Martin und Regina Malka Glass auf der SS NEGBAH mit Julius Rothbein und Ehefrau mit Sohn Hans

15.5.1948 Gründung des Staates Israel, Unabhängigkeitskrieg

21.5.1957 -26.8.1957 Eidel Glass von Jaffa in Berlin Charlottenburg

10.11.1958-5.7.1959 r Eidel Glass von Jaffa in Berlin Charlottenburg

15.5-20.9.1960 Eidel Glass von Tel Aviv in Berlin Charlottenburg

Gedenken

28.2.1955 Page of Testimony für Mathilde von ihrer Mutter Eidel Glass

5.2.1968 Page of Testimony für Mathilde von Malka Glass

Quellen

StA Bornheim, Slg Zerlett

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1056466

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11208571

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5029773

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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