
Hans Joachim Chanan Hess
*16.9.1921 in Karlsruhe; ✡15.7.1996 Leominster
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolf Heß *9.12.1883 in Malsch; ✡1943 in Auschwitz
Mutter Blanka Simon *1.1.1885 in Jöhlingen; ✡ ?
Geschwister
Herbert Lothar Hess *4.6.1927 in Karlsruhe
Beruf
Adressen Karlsruhe Redtenbacher Straße, Jollystraße 49; Urfeld;

Heirat 22.8.1943 im Kibbuz Manara mit Gerda Ruth Fichmann *21.4.1921 in Berlin; ✡ 3.11.2016 in Leominster, MA, USA.
Kinder
Yael Jennie Hess *23.9.1944 in Tiberias; oo Savage
Aryah Eric Hess-
Weiterer Lebensweg

24.6.1936 Ausstellung eines Fremdenpasses für Ruth Fichmann in Berlin
3.5.1937 Verlängerung des Fremdenpasses für Ruth Fichmann in Seelow
Hachschara in Urfeld
Chaluz Hans Hess aus Karlsruhe zur Hachschara nach Urfeld

28.8.1937 Gerda Ruth Fichmann von Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Auf dem Hof lernen sich Hans Hess und Ruth Fichmann aus Berlin kennen
24.2.1938 Ruth Fichmann abgemeldet aus Urfeld nach Berlin
12.3.1938 Passausstellung für Hans Hess in Bornheim
27.3.1938 Ruth Fichmann und Hans Hess mit einer Jugendalija Gruppe auf der SS CHAMPOLLION von Marseille nach Haifa mit den Studentenzertifikaten der Kategorie B(III)
Januar 1938 Bruder Heinz emigriert nach Argentinien; 1939 in die USA
Minderheitenzählung
17.5.1939 beide Eltern in Karlsruhe, Jollystraße 49
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 die Eltern Adolf und Blanka Heß auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
28.8.1942 beide Eltern vom Durchgangslager Drancy nach Auschwitz
Nachkriegszeit
7.4.1947 Einbürgerung von Hans und Ruth Hess in Palästina
1958 Emigration in die USA
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://gedenkbuch.karlsruhe.de/namen/1629
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot24.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1020150
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1015151
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History