
Gerda Ruth Fichmann
*21.4.1921 in Berlin; ✡ 3.11.2016 in Leominster, MA, USA.
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Leo Leib Fichmann *2.2.1884 in Czernauti, Rumänien
Mutter Charlotte Sydow *12.6.1892 in Berlin; ✡ ?
Onkel ? Boris Fichmann *7.7.1880 in Orkei, Russland; 1943 in Auschwitz
Geschwister
Inge/borg Fichmann *24.9.1919 in Berlin; oo Mc Gonigle
Beruf
Adressen Berlin; Urfeld;

Heirat im Kibbuz Manara mit Hans Hess *16.9.1921 in Karlsruhe; 1996
Kinder
Yael Jennie Hess *23.9.1944 in Tiberias; oo Savage
Aryah Eric Hess
Weiterer Lebensweg

24.6.1936 Ausstellung eines Fremdenpasses für Ruth Fichmann in Berlin
1936 Ruth Fichmann zur Hachschara nach Altmahlisch bei Seelow
3.5.1937 Verlängerung des Fremdenpasses in Seelow
Hachschara in Urfeld
28.8.1937 Gerda Ruth Fichmann von Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Chaluz Hans Hess aus Karlsruhe zur Hachschara nachUrfeld
Auf dem Hof lernt sie den Chaluz Hans Hess aus Karlsruhe kennen
24.2.1938 Gerda Ruth Fichmann abgemeldet aus Urfeld nach Berlin
12.3.1938 Passausstellung für Hans Hess in Bornheim

27.3.1938 Ruth Fichmann und Hans Hess mit einer Jugendalija Gruppe auf der SS CHAMPOLLION von Marseille nach Haifa mit den Studentenzertifikaten der Kategorie B(III)
Minderheitenzählung
17.5.1939 in Berlin Steglitz, Althoffstraße 1
Berlin-Auschwitz
9.12.1942 Vater Leo von Berlin nach Auschwitz auf dem 24. Osttransport
Gurs- Drancy- Auschwitz
7.10.1943 Boris Fichmann ab Druchgangslager Drancy nach Auschwitz
Nachkriegszeit
7.4.1947 Einbürgerung von Hans und Ruth Hess in Palästina
1958 Emigration in die USA
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot24.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1020150
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1015151
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History