Flamm Isidor

Isidor Flamm

*12.1.1918 in Bremen; ✡ vor 1945 in Polen.

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Juda Flamm *9.10.1877 in Jastowice; ✡ 26.5.1941 in Dachau

Mutter Regina Rifka Laja Wandstein *15.5.1884 in Wisnitz; ✡ 28.7.1942 in Minsk

Geschwister

Sophie Flamm *1.9.1915 in Bremen; ✡ vor 1945 in Polen

Netti Flamm *14.10.1919 in Bremen; ✡ 28.7.1942 in Minsk

Charlotte Flamm *10.7.1921 in Bremen; ✡ vor 1945 in Polen

Sigmund Flamm *10.3.1923 in Bremen; 1973 in Florida; oo Hanna Emmer (1911-1975)

Beruf  

Adressen Bremen, Hastedter Heerstraße 481; Urfeld;

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Urfeld

16.8.1934 Isidor Flamm zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 150 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)

Unabgemeldet aus Urfeld nach Bremen? nach Zbaszyn?

Erste Polenaktion

28.10.1938 Isidor mit der Familie abgeschoben nach Zbaszyn

Minderheitenzählung

17.5.1939 die Schwestern Netti und Charlotte, Bruder Siegmund  mit den Eltern in Bremen, Hastedter Heerstraße 481

Zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Ab dem 7.9.1939 Verhaftung poln.-stämmiger Männer als feindliche Ausländer

9.9.1939 Verhaftung des Vaters in Bremen, Polizeigefängnis

20.10.1939 Überstellung des Vaters in das KL Buchenwald

24.10.1940 Verlegung in das KL Dachau

26.5.1941 Tod des Vaters in Dachau

Ghetto Minsk

18.11.1941 Deportation der Mutter mit den Schwestern Charlotte und Netti nach MInsk

28.7.1942 Tod der Mutter Rifka und der Schwester Netti in Minsk

Gedenken

Quellen

StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)

https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Projekte/Widerstandskarte/josef-wimar-giesen-versteckte-juedische-jugendliche-in-der-pogromnacht/DE-2086/lido/dc00018960

Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.

https://www1.wdr.de/urfeld100.html

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de

Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume

Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018

https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/erinnernzukunft/Mitteilungsblatt-EfdZ-2011-Nr-15.pdf
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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