
Sosia Reisel Gross
*30.3.1907 in Jaroslaw; ✡ 2.7.1975 in Tel Aviv
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Josef Gross *5.12.1879 in Mielec; 5.3.1964 in Givat Brenner
Heirat der Eltern 1902 in Jaroslaw
Mutter Aidel Licht 25.3.1883 in Jaroslaw; ✡ 22.3.1957 in Givat Brenner
Geschwister
Simon Gross *28.11.1908 in Jaroslaw; ✡ 1993 in Givat Brenner; oo Cheimowitz
Betty Blume Gross *28.1.1904 in Jaroslaw; ✡ ?; oo Max Brüll
Arthur Abraham Gross *21.1.1905 in Jaroslaw; ✡ 24.9.1978 New York
Grete Mindel Gross *18.3.1906 in Jaroslaw; ✡ 15.3.1995 in Haifa; Rudi Rogowski
Beruf Landarbeiterin
Adressen Jaroslawl; Berlin; Urfeld;
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara in Urfeld
11.12.1935 Sosia Gross aus Berlin zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
18.8.1936 Sosia Gross abgemeldet aus Urfeld nach Berlin
21.8.1936 Polnischer Pass ausgestellt in Berlin
8.9.1936 Ankunft von Sosia Gross in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Nachkriegszeit –
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History