Lieser Bernhard

Bernhard Dov Lieser

25.5.1918 in Leipzig; ✡ 21.12.1998

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Aron Lieser *10.2.1863 Sanok, Galizien; ✡15.10.1937 in Leipzig

Mutter Mindel Ressler *15.8.1888 in Dukla, Galizien ; ✡ 1943 in Auschwitz

Onkel (?) Bernhard Lieser *25.5.1881 in Leipzig

Geschwister

Osias Oskar Lieser *25.5.1913 in Sanok; ✡1944

Jakob Lieser *22.11.1914 in Leipzig; ✡ 26.9.1942 in Boulogne sur Mer

Betti Lieser *12.11.1915 in Leipzig; ✡1944 Auschwitz; oo Markus Fried

Josef „Jupp“ Lieser *4.4.1917 in Leipzig

Hermann Lieser *10.6.1919 in Leipzig; ✡1945

Matheus Lieser *29.1.1922 in Leipzig; ✡6.5.2009 Haifa; oo Lea Teichmann

Gisela Lieser *8.8.1923 in Leipzig; ✡1942

Ruth Lieser *15.8.1925 in Leipzig; ✡ 9.9.2010 in Whitestone, NY; oo Samet

David Lieser *29.9.1926 in Leipzig; ✡ 1945

Max Meir Lieser *20.10.1929 in Leipzig; ✡ 25.5.2011 in Brüssel; oo Elise Salomon

Josef Lieser *4.4.1917 in Leipzig; ✡?

Beruf

Adressen Leipzig; Hof Jägerslust bei Flensburg;

Heirat Ida Lieser

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

1936/37 Bernhard Lieser zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Flucht nach Belgien

Die sechs Geschwister Osias, Hermann, Gisela, Matthäus und David Lieser sowie Betti Fried flüchten nach Belgien; sie werden 1942/43 von Mechelen nach Auschwitz deportiert. Nur Bruder Matheus hat Auschwitz überlebt.

Dänemark 1939-1943

1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

Bernhard und Bruder Josef Lieber nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

1941 Zusammen mit Ferdinand Ehrenberg besucht er die Landwirtschaftsschule in Slangerup. Ein Chawer berichtet:

„Eines Nachmittags kamen zwei junge Männer mit dem Fahrrad zur Schule von Gørløse und fragten nach mir. Es waren zwei Hechaluz-Chawerim: Ferdinand Ehrenberg und Bernhard Lieser. Sie besuchten im Winter die Landwirtschaftsschule in Slangerup. Beide stammten aus Deutschland. Ich besuchte die beiden an der Schule in Slangerup und lieh mir einige Bücher von ihnen aus. An einem Sonntag im Frühjahr 1941 luden mich Ferdinand und Bernhard zu einer Pegischa (einem Treffen) im Hechaluz-Zentrum in Frederikssund ein.“

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

25.9.1943 Bruder Josef nach Schweden

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

4./5.10.1943 Bernhard Lieser auf einem Motorboot von Slätten, Dänemark nach Schweden

1944 Bernhard mit Bruder Josef und Aron Wolff in Hulta, Väsby, Malmöhus, Skåne

Nachkriegszeit

Bernhard und Josef Lieser auf der Mitgliederliste des Hechaluz in Schweden als „Alte Chawerim“

Gedenken

Quellen

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg

https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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