
Samuel Sam Leib Federmann
23.12.1916 in Chemnitz; ✡ 14.1.2006 in Tel Aviv
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater David Aharon Federmann *20.6.1876 in Pinsk; ✡21.5.1959 in Tel Aviv
Mutter Zipora Kupfermünz *1884; ✡ 31.5.1965 in Tel Aviv
Geschwister
; ✡?
Xaver/Jekutiel Federmann *14.11.1914 in Chemnitz; ✡ 18.1.2002 in Israel; oo Bella Reiner (*9.3.1913 Chemnitz)
Martha Miriam Federmann *März 1913; ✡2005 Israel; oo Hecht
Susi Federmann *21.9.1923 in Chemnitz; ✡29.9.1967 in Mexico; oo Gerstl-Hacker
Paul/Szaja Federmann *1911 in Polen; ✡ Mexico
Beruf –
Adressen Chemnitz; Hof Jägerslust bei Flensburg; Madrid; Tel Aviv
Heirat Ruth Stecklmacher *1926
Kinder zwei
Weiterer Lebensweg
1936 Familie Federmann emigriert nach Belgien; Samuel und Bruder Jekutiel bleiben wegen ihrer Verpflichtungen in den Zionistschen Jugendorganisationen zurück.
Sam Federmann zum Hachscharatraining in Hamburg bis Februar 1937
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
März 1937-Oktober 1938 Sam Federmann zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird
Oktober/November 1938 Sam Federmann nach Berlin zu einer Krankenhausbehandlung
Novemberpogrom
10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.
Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.
12.12.1938 Entlassung von Fritz Löwenstein aus dem KL Sachsenhausen
28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.
Belgien, Frankreich, Spanien
Nach dem Novemberpogrom Flucht von Sam Federmann nach Belgien
1939 Eintritt in die Armee Frankreichs
1940 nach der Kapitulation Frankreich Flucht nach Spanien
Langjähriger Lageraufenthalt in Spanien (Lerida?)
16.3.1943 Passausstellung in Madrid
Alija

3./4.2.1944 Sam Federmann auf der SS NYASSA nach Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz; erstes legales Alija-Schiff seit 1939; als Kontakt gibt er Bruder Jekutiel in Haifa an
Nachkriegszeit
1945 Samuel und Bruder Jekutiel eröffnen eine Pension in Tel Aviv
12.4.1946 Einbürgerung in Palästina
3.6.1947 Heirat in Tel Aviv mit Ruth Stecklmacher
1953 Eröffnung des ersten DAN-Hotels in Tel Aviv
1962 Besuch seiner Geschwister Susi und Paul in Mexico City
Bis 1989 Ausbau der DAN-Hotel-Kette, 13 Hotels in Israel
Gedenken
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Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136