Frankenstein Walter

Walter Frankenstein

*30.6.1924 in Flatow; ✡ 21.4.2025 in Stockholm

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Max Frankenstein *25.2.1883 in Bischofsburg; ✡ 26.1.1929 in Flatow

Mutter Martha Fein *28.10.1885 Waldenburg ; ✡März 1943 Auschwitz

Halbgeschwister

Manfred Frankenstein *5.4.1911 Flatow; ✡ 5.9.1969 in RishonLeZion; oo Ursula Conitzer

Martin Frankenstein *18.9.1914 in Frankfurt; ✡ 1982 in RishonLeZion

Beruf Landarbeiter

Adressen Flatow; Berlin;

Heirat 10.2.1942 in Berlin mit Leonie Rosner *21.9.1921 in Leipzig; ✡ 19.5.2009 Stockholm

Kinder zwei

Peter Uri Frankenstein *20.1.1943 in Berlin

Michael Frankenstein *26.9.1944 in Landsberg/Warthe; ✡ 22.4.2024

Weiterer Lebensweg

1920 Tod der ersten Frau des Vaters und Mutter der Brüder

1920 Wiederheirat des Vaters

1929 Tod des Vaters

Ostern 1930 Einschulung in die Volksschule in Flatow

v. l. Martin, Walter und Manfred Frankenstein am Tag vor Martins Emigration, Flatow 1934;
Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2011/73/13/003, Schenkung von Leonie und Walter Frankenstein

1934 Emigration des Bruders Martin

29.7.1936 Walter Frankenstein von Flatow ins Auerbachsche Waisenhaus

1938 Beginn der Maurerlehre in der Jüdischen Bauschule am Ostbahnhof; Wechsel ins Jüdische Waisenhaus Pankow.

1940 Schließung des Waisenhaus Pankow; Rückverlegung ins Auerbach’sche Waisenhaus Dort lernt er Leonie Rosner kennen

Minderheitenzählung

17.5.1939 Walter Frankenstein in Berlin, Auerbachsches Waisenhaus, Schönhauser Allee 162

17.5.1939 Martha Frankenstein in Berlin, Prenzlauer Berg, Pappelallee 11IV

17.5.1939 Leonie Rosner in Leipzig, Pfaffendorfer Str. 5 III

Britischer Census

29.9.1939 Bruder Martin in 95, Ashfield Street, Stepney, London

1939 Leonie Rosner zum jüdischen Kindergärtnerinnen-Seminar nach Berlin

Nach dessen Schließung als Praktikantin ans „Auerbach“

1941 Schließung der Bauschule

Herbst 1941 Leonie Rosner und Walter verlassen das „Auerbach“

10.2.1942 Heirat in Berlin mit Leonie Rosner

20.1.1943 Geburt des Sohnes Peter Uri in Berlin

Fabrikaktion – 31. Osttransport nach Auschwitz

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:

„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“
1.-2.3.1943 Mutter auf dem 31.Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Überleben in der Illegalität

Heirat 1942 in Berlin mit Leonie Rosner

Ende Februar 1943 Walter und Leonie Frankenstein in Berlin und Leipzig im Untergrund bis Kriegsende;

26.9.1944 Geburt von Sohn Michael in Landsberg/Warthe

Leoinie mit den Kindern zeitweilig bei einer Bäuerin in Briesenhorst .

April 1945 Walter mit seiner Familie in einem öffentlichen Bunker in Berlin
Peter-Uri und Michael Frankenstein die jüngsten von insgesamt 25 deutsch-jüdischen Kindern, die in Berlin überlebt hatten.

November 1945 Leonie mit den Söhnen Peter Uri und Michael nach Palästina

Nachkriegszeit Kibbuz NOCHAM -BRICHA

Dezember 1945 bis Mai 1946 Walter Frankenstein geht im Auftrag der jüdischen Brigade ins DP-Camp Landsberg, um von hier BRICHA -Schleuseraktionen nach Italien zu unterstützen.

Das DP Camp Greifenberg Kibbuz NOCHAM war ein Nebenlager von Landsberg; das DP-Camp in Greiffenberg bestand von Dezember 1945- Februar 1948

Banner: Solange in der Welt ein jüdisches Herz schlägt, schlägt es für Erez Israel.
Kibbuz NOCHAM, Greifenberg1946; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2010/164/6/003, Schenkung Leonie und Walter Frankenstein

Alija beth

Mai 1946 Walter nach La Ciotat, ein Sammellager für Chaluzim bei Marseille

19.10.1946 auf der SS LATRUN nach Haifa

Walter Frankenstein nach Zypern deportiert in ein britisches Detainment Camp

Spätsommer 1947 Walter Frankenstein darf von Zypern nach Palästina einreisen

1948 Soldat der IDF im Unabhängigkeitskrieg

Herbst 1949 Entlassung aus der IDF

1953 Aufbau eines Unternehmens für Bewässerungssysteme in Israel zusammen mit einem Freund; Bau eines kalifornischen Bewässerungssystems in verschiedenen Kibbuzim im Jordantal, dann Konstruktion von Entwässerungskanälen für Salzbecken am Toten Meer

1956 Walter und Leonie Frankenstein nach Schweden

10.6.2010 Zeitzeugengespräch mit Walter Frankenstein in Berlin

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12653810

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/67073337

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12653810

https://www.stolpersteine-berlin.de/de/krefelder-strasse/7/arthur-aron-conitzer

https://victims.auschwitz.org/victims

Archiv Jüdisches Museum Berlin – Sammlung Leonie und Walter Frankenstein

https://www.jmberlin.de/erinnerungen-aus-dem-leben-walter-frankensteins#media-10060

Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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