Vries de Hugo

Hugo Hermann de Vries

*16.12.1915 in Leer; ✡ 1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jonas de Vries *23.2.1877 in Leer; ✡ 18.5.1944 Auschwitz

Mutter Helene Levy *20.5.1881 in Esens; ✡ 18.5.1944 Auschwitz

Geschwister

Ludwig Lehman de Vries *27.6.1903 in Leer; ✡ vor 1944 Ghetto Warschau

Marianne de Vries *28.3.1907 in Leer; überlebt Theresienstadt; oo Hermann

Beruf Landarbeiter

Adressen Leer, Rathausstraße 26, Adolf-Hitler-Straße 75; Jever; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Irma Reich *26.4.1916 in Zempelburg

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 die Haustüre der Familie de Vries wird eingeschlagen, die Männer verhaftet und zum Viehhof getrieben, wo sie eingesperrt werden

11.11.1938 Inhaftierung von Hugo de Vries im KL (Sachsenburg(?); bestand nur bis 1937)

11.11.1938 Inhaftierung von Ludwig und Jonas de Vries im KL Sachsenhausen

15.12.1938 Entlassung von Onkel Hermann de Vries aus dem KL Sachsenhausen

24.1.1939 Entlassung von Bruder Ludwig aus dem KL Sachsenhausen

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hugo mit Eltern und Bruder Ludwig de Vries sowie Schwester Marianne mit Schwager Wilhelm Hermann in Leer, Adolf-Hitler-Straße 75

17.5.1939 Bruder Ludwig in Wilhelmshaven, Tonndeichstraße 4 bei der Familie von Kaufmann Samuel Reissner, später Judenhaus

Gut Winkel

Hugo de Vries und Irma Reich zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

September 1939 nicht auf den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

19. Juni 1941 Auflösung Gut Winkel wird vom Hachschara- zum Arbeitseinsatzlager

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940.

1940 Zwangsumzug der Familie nach Enger

Fabrikaktion – 31. Osttransport nach Auschwitz

1943 noch etwa 20 Chawerim im Arbeitseinsatzlager Gut Winkel, Spreenhagen

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

27.2.1943 Räumung des Arbeitseinsatzlagers Gut Winkel; Verbringung der Inhaftierten ins Sammellager nach Berlin, Große Hamburger Straße

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

2.3.43 Fernschreiben des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts (SS-WVHA) an den Lagerkommandanten von Auschwitz:

„Wie dort bekannt, beginnen am 1.3.43 die Judentransporte aus Berlin. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß sich bei diesen Transporten etwa 15000 vollkommen arbeitsfähige, gesunde Juden befinden, die bisher in der Berliner Rüstungsindustrie gearbeitet haben. Auf ihre weitere Arbeitsverwendungsfähigkeit ist mit allen Mitteln Wert zu legen.“

1.3.1931 Hugo und Irma de Vries aus Gut Winkel auf dem 31. Osttransport mit 3222 Juden von Berlin nach Auschwitz; unter den 19 Chawerim sind 8 Ehepaare

Bei der Ankunft an der Rampe von Auschwitz werden 677 Frauen und Männer zur Zwangsarbeit ins Lager selektiert; vergeben werden die Häftlingsnummern: 36546 – 36930 (385 Frauen) und 104598 – 104889 (292 Männer). Von den 19 Chawerim erhalten nur 4 eine Häftlingsnummern

Heinz Kosiner 104787, Max Lindenstraus, Arno Michlowitz 104837, Rudi Moses 104831

Ghetto Warschau

31.3.1942 Bruder Ludwig auf dem Transport ins Ghetto Warschau

Theresienstadt

31.7.1942 beide Eltern auf dem Transport XI/10 ab Bielefeld nach Theresienstadt

15.5.1944 beide Eltern auf dem Transport D z von Theresienstadt nach Auschwitz

14.2.1945 Schwester Marianne Hermann nach Theresienstadt

Gedenken

3.6.2025 in Leer Stolpersteine für Jonas, Helene, Ludwig und Hugo de Vries sowie Schwester Marianne Hermann

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1174567

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1174493

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de996160

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11261539

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212452

https://victims.auschwitz.org/victims

Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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