Asriel Hans

Johann Georg Hans Jochanan Asriel

*2.10.1924 in Berlin; ✡ 30.7.2017 in Haifa

Staatsangehörigkeit türkisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Davisco Asriel *21.4.1882 in Wien; ✡ 1942 in Riga

Mutter Helene Fischer *26.8.1891 in Berlin; ✡ 20.5.1943 in Auschwitz

Geschwister

Marietta Mia Asriel *24.11.1917 in Berlin; ✡ 15.11.2003 inSarasota

Beruf Landarbeiter

Adressen Berlin Dorfflinger Straße 9, Kurfürstenstraße 88; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Agnes Israel *20.10.1922 in Debrecen

Kinder

Naomi Eva Asriel; oo Sondak

Ruth Asriel; oo Cohen

Idan Azriel

Weiterer Lebensweg

1930 Vater Davisco Vorsitzender des Israelitisch-Sephardischen Vereins zu Berlin e.V (1905)

1931-1939 Volksschule

Gut Winkel

17.6.1939 Hans Asriel mit einer Gruppe Berliner Jungen vom Palästinaamt Berlin geschickt zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hans Asriel mit der Mutter Helene in Berlin, Tiergarten, Woyrschstraße 46

17.5.1939 Davisco Asriel in Berlin, Friedrichstraße 76

September 1939 auf der Ausländerliste Kreis Beeskow

September 1939 in den Namenlisten verschiedener Gemeinden im Landkreis Beeskow-Storkow

1940 Entzug der Türkischen Staatsbürgerschaft

Alija

Dänemark

1939 Zusage zur Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

2.2.1940 Ausstellung eines Fremdenpassses in Beeskow

6.2.1940 Einschiffung von Hans Asriel in Warnemünde nach Dänemark

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

Alija – Odessatransport

1940 organisiert Eva Warburg von Stockholm aus den Transfer der jungen Chaluzim unter 18 Jahren auf dem Landwege über Finnland, Moskau, Odessa, Istanbul, Syrien, Libanon nach Haifa, da durch den Kriegseintritt der Franzosen und Briten nach dem Überfall auf Polen die Schiffreise unmöglich geworden war.

8.5.1940 Eva Warburg, Jugend-Alijah Schweden an das Hilfskomitee der Jüdischen Gemeinde Stockholm:

„…hat nämlich die Jewish Agency über die Youth-Aliyah Schweden nicht weniger als 95 Zertifikate für Kinder im Alter von 15-17 Jahren erteilt. … Vorbereitungen für die Reise haben bereits begonnen; wir verhandeln zur Zeit mit Intourist über die Reise durch Russland. Denn diese wird wohl über Moskau und Odessa nach Haifa gehen.“

21.11.1940 Passverlängerung in Stockholm

Hans Asriel mit Alfred Ascher und Heinz Deutschkron auf dem Odessa-Transport über Land nach Palästina

8.12.1940 Turku

11.12.1940 Ausreise über die finnische Grenzstation Vainikkala

Moskau, Odessa, Istanbul

21.12.1940 Ausreise über die türkisch-syrischen Grenzorte Islahye und Meydan-Ekbaz,

Stempel :Türkiye’den çıktığı görüldü – Es wurde festgestellt, dass er aus der Türkei kam

24.12.1940 Ausreise Ras en-Nakoura

24.12.1940 Einreise von Hans Asriel aus dem Libanon über den Grenzort Ras En Naqura/ Rosh HaNikra mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija

Hans Asriel Nr. 47 auf der Liste der mit der Jugend-Aliyah am 24.12.1940 aus Dänemark, auf dem Landweg über Schweden Finnland, USSR, Türkei, Syrien und Libanon nach Palästina eingereisten 44 Chawerim

Berlin-Riga

Januar 1942 Vater Davisco in Berlin verhaftet; Gestapoverhör wegen des Versuchs gefälschte Ausweispapiere zu beschaffen

25.1.1942 Deportation des Vaters nach Riga

Nachkriegszeit

30.3.1947 Einbürgerung als Staatsbürger in Palästina

Gedenken

http://ahnenblog.globonauten.de/eine-wunderbare-reise/

https://www.igdj-hh.de/upload/Clemens%20MW%20Zuflucht.pdf

Juni 2010 Stolperstein für den Vater Davisco Asriel in Berlin, Friedrichstraße 76

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/71076335

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/11207159

http://www.stolpersteine-berlin.de/de/friedrichstr/76/david-davicso-asriel

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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