Samson Hugo

Hugo Samson

*22.1.1914 in Aurich; ✡ 9.6.1977 in Berlin

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jakob Hartog Samson *12.7.1861 in Aurich; ✡ 9.5.1934 in Aurich

Heirat der Eltern *17.11.1905 in Aurich;

Mutter Jenny Minna Windmüller *26.9.1881 in Emden; ✡ nach dem 31.3.1942 in Warschau

Geschwister

Resi Samson *29.8.1906 in Aurich; ✡ 27.9.1940 Tötungsanstalt Brandenburg

Betti Samson *28.11.1908 in Aurich; 31.3.1942 nach Warschau; oo Alfred Behrens (1899-1942)

Beruf Schlachtergeselle,Landarbeiter

Adressen Aurich, Nürnberger Straße; Wilhelmshaven, Marienstraße 19; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Irene Beck *15.3.1912 in Berlin; ✡ 22.7.2003 in Berlin

Kinder

Joram Samson *21.5.1950 in Kfar Saba; ✡18.4.2018 in Berlin; oo1978 in Berlin Monica Peine

Weiterer Lebensweg

15.3.1934 Schwester Betty nach Esens

Novemberpogrom in Aurich

10.11.1938 Novemberpogrom in Aurich; die Verwüstungen und das Abbrennen der Auricher Synagoge wurden vom Führer des Auricher SA-Sturmbannes Eltze angeführt. Dieser war von der SA-Gruppe Nordsee vermutlich kurz vor Mitternacht informiert worden.

Alle männlichen Juden verhaftet und in der Landwirtschaftlichen Halle „Bullenhalle“ in Aurich interniert.

Hugo Samson war auf dem Wege nach Aurich und kann sich den Verhaftungen entziehen, er versteckt sich für ein paar Tage.

10.11.1938 SA-Sportwart Wilhelm Bock ließ die „Aktionsjuden“ in der „Bullenhalle“ und auf dem Ellernfeld in entwürdigender Weise „Sport“ treiben. Die Gestapoleitstelle Wilhelmshaven ordnet an, die Juden in „Schutzhaft“ zu nehmen und in das Gerichtsgefängnis zu bringen. Zuvor werden einige ältere Männer nach Hause entlassen.

10.11.1938 18.00 Uhr 42 Männern in das Gefängnis von Aurich eingesperrt

11.11.1938 am Morgen werden die 42 Auricher mit Bussen nach Oldenburg gefahren, wo sie mit etwa 250 Juden aus Ostfriesland in einer Kaserne interniert werden

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hugo Samson in Wilhelmshaven, Marienstraße 19

17.5.1939 Schwester Betty Behrens und Mutter Minna Samson in Aurich, Nürnberger Straße 24

17.5.1939 Irene Beck mit den Eltern in Berlin, Woldenburger Straße 20

Gut Winkel

13.6.1939 Hugo Samson zur Hachschara in das Gut Winkel

Mitte Juni 1939 Irene Beck Beck mit einer Gruppe Berliner Mädchen vom Palästinaamt Berlin geschickt zur Hachschara in das Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

Alija

2.8.1939 Irene Beck und Hugo Samson abgemeldet zur Alija nach Palästina

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4

12.10.1939 Bahnfahrt von Irene Beck und Hugo Samson ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft von Irene Beck und Hugo Samson in Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

14.2.1940 Registrierung von Irene Beck in Athlit; sie gibt Markowitz, Berlin als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Albeck, Berlin (Dokument D/675/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Juli 1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Eintritt von Hugo Samson in die Palestinian Company der britischen Royal Army; Einsätze in Ägypten und auch der Normandie; bei Kriegsende soll er auch nach Magdeburg gekommen sein (Die Jewish Brigade war allerdings nicht an Kampfeinsätzen in der Normandie beteiligt. Magdeburg wurde von Truppen der US Army befreit.)

T4 Euthanasie

28.12.1938 Schwester Resi nach Osnabrück

21.9.1940 Verlegung in die Sammelklinik Wunstorf

27.9.1940 Schwester Resi Samson mit den „Grauen Bussen“ aus dem Landeskrankenhaus Wunstdorf zur gezielten Ermordung mit CO-Gas in die Tötungsanstalt Brandenburg/Havel verlegt.

Judenvertreibung aus Ostfriesland/Oldenburg

Januar 1940 Anordnung der Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven: Ausweisung der in Ostfriesland lebenden Juden „aus militärischen Gründen“ bis zum 1. April 1940.

20.3.1940 Mutter Minna zieht nach Hamburg, Daniel-Wormser-Judenhaus Westerstraße 27

Hannover – Ghetto Warschau

31.3.1943 Schwester Betty Behrens und Mutter Jenny Minna Samson auf dem Transport Gelsenkirchen – Münster – Hannover – Ghetto Warschau

Nachkriegszeit

1952 Antrag zur Rückübertragung des geraubten Samson-Vermögen „Wiedergutmachung“

Rückkehr nach Berlin

1956 Einbürgerung von Irene und Hugo Samson als Deutsche Staatsbürger

9. 1.1957 Familie Samson in Berlin in der Nassauischen Straße 2.

Hugo Samson leitet ein jüdisches Wohnheim in Lichterfelde, Baseler Straße 11.

Gedenken

21.2.2013 vier Stolpersteine in Aurich vor dem Haus Nürnburger Straße 24 für Jenny, Betty, Resi und Hugo Samson

Quellen

http://stolpersteineaurich.com/1914/12/26/hugo-samson/

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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