Eva Blühdorn
*25.3.1920 in Göttingen; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Kurt Blühdorn *2.3.1884 in Strehlen; ✡ 31.3.1982 in New York
Mutter Else Kaiser *23.5.1895 in Königshütte; ✡ 29.10.1980
Großvater Moritz Blühdorn *7.4.1845 in Strehlen
Geschwister –
Beruf Landarbeiterin
Adressen Göttingen; Hannover; Stuttgart; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Hans Reinmann *29.9.1913 in Worms; ✡19.1.2006 in Pittgrove USA
Kinder
June Ester Reinman
Weiterer Lebensweg
Vater Kurt Blühdorn war außerplanmäßiger Professor für Kinderheilkunde an der Universität Göttingen und führte eine Praxis in Hannover.
1933 Entzug der Venia legendi
30.9.1938 Entzug der Approbation
Gut Winkel
Eva Blühdorn zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen. Dort lernt sie Hans Reinmann kennen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.
Eva Blühdorn und Hans Reinmann abgemeldet nach Stuttgart, vermutlich ins Beth Chaluz.
1.3.1939 Eva Blühdorn mit Hans Reinmann nach England
April 1939 Vater Kurt und Mutter Else nach New York
Britischer Census
Eva und Hans Reinmann bleiben in England
29.9.1939 Hans und Eva Reinmann in Printers Row, North Cotswold, Gloucestershire
Winston Churchill: „Collar the lot“
10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.
11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man
Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee (Australien, Kanada) deportiert
Collar the lot -Australien
Juli 1940 Hans Reinmann nach Australien deportiert
21.3.1942 Ausstellung einer Identity card für Hans Reinmann in Melbourne
22.6.1942 Offizielles Ende der Internierungen; Freilassung zur Rückkehr in ein Land ihrer Wahl
28.7.1942 Einreise von Ehemann Hans Reinmann in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

31.8.1944 Im Palästina-Einbürgerungsantrag ihres Ehemannes Hans Reinmann ist sie nachträglich ausgestrichen mit der Begründung „my wife was never in Palestine“
Kriegsende
10.4.1945 Einreise von Eva Reinmann in St. Albans, Vermont
23.11.1945 Ankunft von Hans Reinmann auf der SS GUINEE in Philadelphia
Gedenken
Quellen
Valerie Glatzel, „treueste Pflichterfüllung als Diener der Volksgesundheit“
Benzenhöfer, U.: Auswanderung als Flucht. Zum Lebensgang des jüdischen Pädiaters Prof. Dr. Kurt Blühdorn (1884–1982), in: Monatsschrift Kinderheilkunde 158 (2010) 5, S. 483–487.
Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316