Reinmann Hans

Hans Reinmann

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Bernhard Reinmann *10.5.1868 in Worms; ✡17.2.1954

Mutter  Anna Reinmann geb. Kahn *7.2.1882 in Worms; ✡13.6.1970 USA

Geschwister

Alice Reinmann*7.4.1909 in Worms; ; oo Alex Leopold

Paul Reinmann *2.9.1910 in Worms; ✡ 27.9.1988 USA; oo

Emmi Reinmann *27.4.1912 in Worms; ✡ ?

Fred Reinmann *10.11.1914 in Worms; ✡  ?

Beruf  Landarbeiter

Adressen Worms; Mannheim; Gut Winkel, Spreenhagen; Stuttgart

Heirat Eva Blühdorn*25.3.1920 in Göttingen; ✡ ?

Kinder

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

Hans Reinmann zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen. Dort lernt er Eva Blühdorn kennen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

Eva Blühdorn und Hans Reinmann abgemeldet nach Stuttgart, vermutlich ins Beth Chaluz.

1.3.1939 Hans und Eva Reinmann nach England

April 1939 Vater Kurt und Mutter Else Blühdorn nach New York

Britischer Census

Eva und Hans Reinmann bleiben in England

29.9.1939 Hans und Eva Reinmann in Printers Row, North Cotswold, Gloucestershire

US Census

2.4.1940 Familie Reinmann in New York bei Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten

Winston Churchill: „Collar the lot“

10.5.1940 Winston Churchill Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain; Anordnung Churchills, zur Internierung und Verschiffung außer Landes der etwa 70000 Deutschen und Österreicher in Großbritannien; 60000 von ihnen waren Flüchtlinge.

11.6. -1.8.1940 10000 Männer und 4000 Frauen als „enemy aliens“ interniert in neun Camps auf der Isle of Man

Juli 1940 Innerhalb von 16 Tagen wurden über 10000 Internierte auf fünf Schiffen illegal nach Übersee deportiert

SS DUNERA – 57 Tage auf See

10.7.-6.9.1940 Reise der SS DUNERA von Liverpool nach Sydney

Die 2500 Deportierten waren zuvor in den Lagern mit falschen Versprechungen zu einer „freiwilligen Meldung“ gedrängt worden. So wurden die auf der Isle of Man im Camp Ramsey Internierten aus dem Kitchener Camp getäuscht, dass sie wohl nach Kanada kämen und dort völlige Bewegungsfreiheit hätten.

Die SS DUNERA war ein zum Militärtransporter umgebautes früheres Kreuzfahrtschiff und für nur 1157 Soldaten zugelassen.

An Bord befanden sich auch die 451 Schiffbrüchigen des durch einen Torpedo des U-47 versenkten Internierten Schiff ARANDORA STAR (überwiegend kriegsgefangene Marine-Soldaten)

12.7.1940 Die SS DUNERA übersteht zwei Treffer durch aber nicht explodierende Torpedos der U-56.

24.7.1940 Hafen von Free Town in Sierra Leone

Die 450 Schiffbrüchigen der ARANDORA STAR werden in Melbourne ausgeschifft und kommen in das Lager Tatura.

6.9.1940 Ankunft der SS DUNERA in Sydney; Internierung der 2000 Juden und Nazi-Gegner in zwei Lagern bei Hay in New South Wales

22.6.1942 Offizielles Ende der Internierung; Freilassung zur Rückkehr in ein Land ihrer Wahl

28.7.1942 Einreise von Hans Reinmann in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

31.8.1944 Im Palästina-Einbürgerungsantrag von Hans Reinmann ist Eva Reinmann als Antragsstellerin nachträglich ausgestrichen mit der Begründung „my wife was never in Palestine“

10.4.1945 Einreise von Eva Reinmann in St. Albans, Vermont

Kriegsende

10.4.1945 Einreise von Eva Reinmann in St. Albans, Vermont

23.11.1945 Ankunft von Hans Reinmann auf der SS GUINEE in Philadelphia

Gedenken

Quellen

 Valerie Glatzel, „treueste Pflichterfüllung als Diener der Volksgesundheit“

https://www.yumpu.com/de/document/read/21683419/das-schicksal-des-kinderarztes-prof-dr-med-kurt-bluhdorn/1

Benzenhöfer, U.: Auswanderung als Flucht. Zum Lebensgang des jüdischen Pädiaters Prof. Dr. Kurt Blühdorn (1884–1982), in: Monatsschrift Kinderheilkunde 158 (2010) 5, S. 483–487.

Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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