Krumholz Osias

Osias Krumholz

*8.12.1891 in Uscieryki / Polen; ✡ 13.3.1942 in Bernburg; (gefälscht 4.4.1942)

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister –

Beruf Weber, Webschule Leipzig

Adressen Schkeuditz, Waldstraße 13

Heirat ledig

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Polenaktion

28.10.1938 Erste Polenaktion mit Abschiebungen nach Zbaszyn

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Osias Krumholz in Schkeuditz, Waldstraße 13

27.8.1939 Krumholz von der Stapo Halle verhaftet

Zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

Im Laufe des Jahres 1939 war es weiterhin zu zahlreichen Ausweisungen polnischer Juden gekommen: Jedoch nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen wurden Anfang September auf Befehl des Chefs der Sicherheitspolizei Reinhard Heydrich reichsweit systematisch die Rückkehrer und bisher nicht erfassten polnischen Juden sowie auch die Funktionäre polnischer Verbände verhaftet und in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen interniert

7.9.1939 Anweisung des RSHA. Alle polnischstämmigen Juden und Funktionäre polnischer Verbände als feindliche Ausländer zu verhaften.

7.9.1939 FS-Erlass des Chefs der Sicherheitspolizei (SD) Himmler

7-9.9.1939 Anordnung per Funkspruch Juden mit polnischen Wurzeln als feindliche Ausländer zu verhaften

10.10.1939 Einweisung von Osias Krumholz in das KL Buchenwald

24.10.1940 Verlegung in das KL Dachau

12.7.1941 Rückverlegung aus Dachau nach Buchenwald

Er kommt in verschiedene Arbeitskommandos

Kolonne Eickhoff (Baukolonne)

Steinträger (schwere auszehrende Arbeit)

Strumpfstopferei (Schonung)

AK 41(Straßenbau)

Häftlingseuthanasie 14f13

Die Aktion 14f13 wurde offiziel mit dem Code „Sonderbehandlung 14f13“ bezeichnet. Bei dieser Aktion wurden kranke, alte, als „asozial“ diffamierte oder als „nicht mehr arbeitsfähig“ eingeordnete KZ-Häftlinge selektiert und ermordet. Diese Aktion fand im Deutschen Reich von 1941 bis 1944 statt. Man bezeichnete sie auch als „Invaliden- oder Häftlingseuthanasie“, welche sich im Verlauf der Aktion auf andere Personengruppen in den Konzentrationslagern ausweiteten. Der Titel der Aktion setzte sich aus der Zahl „14“ für den Inspekteur der Konzentrationslager, dem Buchstaben „f“ für die Todesfälle und der Zahl „13“ für die Todesart zusammen. In diesem Fall war die Todesart der Tod durch das Ersticken durch Gas, weil sie drei der ehemaligen Tötungseinrichtungen der Aktion T4 benutzte. Die Tötungseinrichtungen waren Bernburg mit dem Leiter Irmfried Eberl, Sonnenstein mit dem Leiter Horst Schumann und Hartheim mit dem Leiter Rudolf Lonauer.

Für die Selektion und Ausführung der Aktion 14f13 wurde eine Ärztekommission aus Mitarbeitern der Aktion T4 erstellt, wie den Professoren Werner Heyde und Hermann Paul Nitsche sowie den Ärzten Friedrich Mennecke, Curt Schmalenbach, Horst Schumann, Otto Hebold, Rudolf Lonauer, Robert Müller, Theodor Steinmeyer, Gerhard Wischer, Victor Ratka, Hans Bodo Gorgaß, Coulon und weiteren. Im April 1941 fand die erste bekannte Selektion im KZ Sachsenhausen statt, wobei mindestens 400 Häftlinge bis zum Sommer desselben Jahres „ausgemustert“ wurden.

Aus dem KL Dachau wurden von September bis November 1941 3.000 Häftlinge in der NS-Tötungsanstalt Hartheim durch Gas ermordet. Aus dem KZ Buchenwald wurden 1.000 Häftlinge in der NS-Tötungsanstalt Bernburg umgebracht

Einer dieser Häftlinge aus dem KL Buchenwald, welcher in der NS-Tötungsanstalt Bernburg ermordet wurde, war Osias Krumholz. Am 11.3.1941 wurde er mit dem 3. Transport mit den Grauen Bussen aus Buchenwald nach Bernburg gebracht und unmittelbar nach Ankunft in der dortigen Gaskammer mit CO-Gas erstickt.

Als offizielles Todesdatum wurde der 4.4.1942 angegeben.

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280794

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de906039

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6388641

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280794

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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