Neumann Heinz

Heinz Neumann

*11.11.1920 in Marienwerder; ✡ 1945 in Ohrdruf/Todesmarsch

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Adolf Neumann *2.11.1883 in Marienburg; ✡ 6.3.1943 in Auschwitz

Mutter Margarete Gurowski *15.12.1884 Froben, Neidenburg; ✡ 6.3.1943 in Auschwitz

Onkel Max Mose Neumann *10.8.1887 in Marienwerder; ✡ 18.1.1941 Ghetto Belzyce

Geschwister keine

Beruf Landarbeiter

Adressen Marienwerder Hindenburgstraße 53; Gut Winkel, Spreenhagen; Breslau, Viktoriastraße 33, Trinitasstraße 4

Heirat Ursula Steinmetz *15.7.1922 in Breslau; ✡ 6.3.1943 in Auschwitz

Kinder keine

Weiterer Lebensweg

Mitglied im Makkabi Hazair

Gut Winkel

Frühjahr 1937 Heinz Neumann auf der Meldeliste Nr. 4 für die Einberufung zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

4.5.1937 Heinz Neumann zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

30.6.1938 auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Heinz Neumann in Gut Winkel, Spreenhagen (ebenfalls dort registriert Betty Arndt geb. Neumann *14.7.1912 in Schönbruch; vor 1945 in Auschwitz, nicht verwandt)

17.5.1939 beide Eltern in Breslau, Viktoriastraße 33

September 1939 auf der Liste des Landrates für Beeskow für die Bewohner von Gut Winkel

Fabrikaktion in Schlesien

November 1942 in Kraft tretendes Gesetz: „Alle im Reich gelegenen Konzentrationslager sind judenfrei zu machen und sämtliche Juden sind nach Auschwitz und Lublin zu deportieren.“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

Auschwitz

5.3.1943 Heinz Neumann mit Frau Ulla und beiden Eltern sowie vielen weiteren Bewohnern aus dem Judenhaus Trinitasstraße 4 auf dem Breslauer Transport nach Auschwitz. An der Rampe wird er zur Zwangsarbeit selektiert; er bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 106744; diese Nummer wurde am 6.3.1943 in Auschwitz für den Breslauer Transport in der Fabrikaktion vergeben. Zu den Deportierten gehörten nach den Tagebuchaufzeichnungen von Günther Marcuse auch die meisten der noch verbliebenen 25 jungen Männer des ehemaligen jüdischen Lehrguts in Groß Breesen bei Breslau, das mit Gestapobefehl vom 31.8.41 in ein Arbeitslager umgewandelt worden war. Am 31.10.42 waren bereits 22 Menschen, darunter alle Ehepaare und jungen Frauen, nach Grüssau überführt worden.

Juni 1944 erneut eingewiesen in das KL Auschwitz

22.1.1945 Registrierung im KL Buchenwald

Überstellung nach Ohrdruf

Crawinkellager

24.1.1945 Heinz Neumann aus Buchenwald in das Kommando S III, Ohrdruf

Überstellt in das Buchenwald-Außenlager Ohrdruf S 3, in das Crawinkellager

(Luftmunitionsanstalt Crawinkel, „MUNA“) bei Ohrdruf bei Gotha

3.4.1945 zuerst Auflösung des Ohrdrufer Nordlagers, die weiteren Lager folgten Tage später.

Die S III Häftlinge wurden hauptsächlich auf 3 unterschiedlichen Strecken nach Buchenwald getrieben: 

1. Ohrdruf – Crawinkel – Gräfenroda – Plaue – Stadtilm – Kranichfeld – Bad Berka – Buchenwald.

2. Crawinkel – Espenfeld – Siegelbach – Nahwinden – Kranichfeld – Tonndorf – Buchenwald.

3. Espenfeld – Jonastal – Arnstadt – Stadtilm – Nahwinden – Kranichfeld – Tonndorf – Buchenwald.

Im Durchschnitt betrug die Entfernung nach Buchenwald 85 Kilometer und die Marschdauer mindestens 3 bis 4 Tage. In Buchenwald wurde die Ankunft von 8.989 Häftlingen von S III

Das Ende des KL Buchenwald

5.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge);

5.4. 3000 von 6000 Juden auf dem Nachbargelände in den Fabrikhallen der DAW zusammengetrieben

6.-10.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

Heinz Neumann ist vermutlich auf einem dieser Todesmärsche umgekommen

Gedenken

–

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de936242

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975259

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de936588

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT430305_Breslau38.jpg

https://collections.arolsen-archives.org/en/document/6704649

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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