
Hans Heinz Hanauer
*19.6.1918 in Berlin; ✡ 31.3.1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Max Hanauer *23.3.1880 in Würzburg; ✡ ? 1948 oder 1950 in Berlin
„Mischehe“ nur der Vater war Jude
Mutter Frieda Martha Teske *12.4.1891 in Berlin; ✡ April 1982 in Los Angeles
Geschwister
Ilse Hanauer *21.3.1916 in Berlin; ✡23.12.2002 in Marina Del Rey; oo Joseph; oo Penner
Beruf Landarbeiter
Adressen Berlin; Paderborn ; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 10.10.1939 in Berlin mit Ursula Rosenfeld *2.10.1919 in Berlin; ✡ 23.4.2004 in La Habra La Mirada, Kalifornien
Kind

Uri Hanauer *6.2.1940 in Berlin; ✡5.12.1981 in San Diego
Schwäger
Gerd Rosenfeld *19.5.1911 in Berlin; ✡ 1943 in Auschwitz
Herbert Rosenfeld *1.7.1914 in Berlin
Weiterer Lebensweg
Gut Winkel
1939 Hans Hanauer zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen
4.4.1939 Ursula Rosenfeld zur Hachschara als Praktikantin in Gut Winkel, Spreenhagen;
1941-1943 in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
30.6.1938 Hans Hanauer und Ursula Rosenfeld noch nicht auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Hans Hanauer in Gut Winkel, Spreenhagen
17.5.1939 Ursula Rosenfeld in Gut Winkel
17.5.1939 Schwester Ilse Hanauer in Arnswalde, Sammenthin
17.5.1939 die Eltern Max und Frieda Hanauer in Berlin, Zossener Straße 27

September 1939 Hans Hanauer auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel

10.10.1939 Heirat mit Ursula Rosenfeld
Hans Hanauer nach Ahrensdorf


5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg Gut Winkel; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Gut Winkel arbeiten, was auch zum Arbeitslager wird.
1941 -1943 Auch nach der Umstellung ist Hans Hanauer in Gut Winkel als Arbeiter registriert
Fabrikaktion
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert
In einer Dienstanweisung der Gestapo Frankfurt/Oder vom 24.2.1943 heißt es dazu:
„Die in Betrieben beschäftigten Juden dürfen, sofern sie in geschlossenen Lagern – wie Neuendorf i. S., in Waldlagern usw. – untergebracht sind, bei dieser Aktion nicht erfasst werden.
Polnische Juden, die getrennt […] in verschiedenen Betrieben beschäftigt und in geschlossenen Lagern untergebracht sind, dürfen bei dieser Gelegenheit nicht erfasst werden.“
Verbringung der Juden aus den Zwangseinsatzlagern nach Frankfurt/Oder und von dort mit der Bahn nach Berlin ins Sammellager Große Hamburger Straße.
34. Osttransport nach Auschwitz

4.3.1943 Hans Hanauer aus Berlin auf dem 34. Osttransport nach Auschwitz
8.3.1943 Arbeitseinsatzführer Schwarz aus dem Konzentrationslager Auschwitz ans RSHA:
„Transport aus Berlin, Eingang 5.3.43, Gesamtstärke 1128 Juden. Zum Arbeitseinsatz gelangten 389 Männer (Buna) und 96 Frauen. Sonderbehandelt wurden 151 Männer u. 492 Frauen u. Kinder.“
110. Theresienstadt-Transport
7.9.1944 Ursula Hanauer und Sohn Uri auf dem 110. Theresienstadt-Transport von 27 überwiegend „Mischlingen“

5.5.1945 Abzug der SS aus Theresienstadt

9.5.1945 Die Rote Armee erreicht Theresienstadt; Befreiung
Nachkriegszeit
6.6.-18.6.1946 Ursula Hanauer mit Sohn Uri auf dem Marinetransporter USS MARINE FLASHER von Bremerhaven nach New York
26.4.1951 Einreise von Schwester Ilse Hanauer in New York
Gedenken
Pages of Testimony bei Yad Vashem
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212708
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11210156
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot34.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/TT110-1.jpg
Ilana
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316