Rosenfeld Ursula

Ursula Rosenfeld

*2.10.1919 in Berlin; ✡ 23.4.2004 in La Habra La Mirada, Kalifornien

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Jonas Rosenfeld *25.6.1877 in Frankfurt; ✡19.12.1954 in New York

Heirat der Eltern 4.7.1910 in Berlin

„Mischehe“ nur der Vater war Jude

Mutter Emma Frieda Tscharntke *18.10.1885 in Berlin; ✡16.8.1944 in Berlin

Geschwister

Gerd Rosenfeld *19.5.1911 in Berlin; ✡ 1943 in Auschwitz

Herbert Rosenfeld *1.7.1914 in Berlin

Beruf Praktikantin

Adressen Berlin; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 10.10.1939 in Berlin mit Hans Heinz Hanauer *19.6.1918 in Berlin; ✡ 31.3.1943 in Auschwitz

Zweite Ehe mit Max Markus

Kinder

Uri Hanauer *6.2.1940 in Berlin; ✡5.12.1981 in San Diego

Ein Kind mit Max Markus

Enkelin

Terry Hanauer; oo Brahm

Weiterer Lebensweg

Gut Winkel

1939 Hans Hanauer zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen

4.4.1939 Ursula Rosenfeld zur Hachschara als Praktikantin in Gut Winkel, Spreenhagen;

1941-1943 in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.6.1938 Hans Hanauer und Ursula Rosenfeld noch nicht auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Ursula Rosenfeld in Gut Winkel

17.5.1939 Eltern und beide Brüder in Berlin bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hans Hanauer in Gut Winkel, Spreenhagen

30.7.1939 Bruder Gert Rosenfeld aus Berlin ins Lager Paderborn

1.8.1939 Herbert Rosenfeld aus Berlin ins Lager Paderborn

16.11.1939 Hela Bergmann aus Berlin Iranische Straße 2, ins Lager Paderborn; zuvor in Jessen Mühle bei Sommerfeld zur Hachschara

22.4.1940 Abmeldung mit Marianne Schüler ins Hachschara Lager Kersdorf, Briesen zur Vorbereitung der Auswanderung nach Santo Domingo; Marianne Schüler dort als Leiterin der Hauswirtschaft tätig

Mai 1940 Ankunft Herbert Rosenfeld und Marianne Schüler mit dem vom Lager Kersdorf organisierten Transport auf der SS CONTE BIANCO MANO nach Santo Domingo

September 1939 Hans Hanauer auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel

Dezember 1939

10.10.1939 Heirat mit Hans Hanauer

Karte von Hans Hanauer an seine Frau Ursula aus Ahrensdorf

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg Gut Winkel; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Gut Winkel arbeiten, was auch zum Arbeitslager wird.

1941 -1943 Auch nach der Umstellung ist Hans Hanauer in Gut Winkel als Arbeiter registriert

Fabrikaktion

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

In einer Dienstanweisung der Gestapo Frankfurt/Oder vom 24.2.1943 heißt es dazu:

„Die in Betrieben beschäftigten Juden dürfen, sofern sie in geschlossenen Lagern – wie Neuendorf i. S., in Waldlagern usw. – untergebracht sind, bei dieser Aktion nicht erfasst werden.

Polnische Juden, die getrennt […] in verschiedenen Betrieben beschäftigt und in geschlossenen Lagern untergebracht sind, dürfen bei dieser Gelegenheit nicht erfasst werden.“

Verbringung der Juden aus den Zwangseinsatzlagern nach Frankfurt/Oder und von dort mit der Bahn nach Berlin ins Sammellager Große Hamburger Straße.

Rosenstraßen-Protest

13. 12 1942 Vater Jonas Rosenfeld interniert im Sammellager Große Hamburger Straße

26.1.1943 Verlegung in die Rosenstraße mit anderen in „Mischehe“ verheirateten jüdischen Männern

8.3.1943 Jonas Rosenfeld‘ s Entlassung nach tagelangen Protesten der nichtjüdischen Ehefrauen. Möglicherweise hatte seine Ehefrau an den Protesten teilgenommen

34. Osttransport nach Auschwitz

4.3.1943 Hans Hanauer aus Berlin auf dem 34. Osttransport nach Auschwitz

8.3.1943 Arbeitseinsatzführer Schwarz aus dem Konzentrationslager Auschwitz ans RSHA:

„Transport aus Berlin, Eingang 5.3.43, Gesamtstärke 1128 Juden. Zum Arbeitseinsatz gelangten 389 Männer (Buna) und 96 Frauen. Sonderbehandelt wurden 151 Männer u. 492 Frauen u. Kinder.“

Theresienstadt

7.9.1944 Ursula Hanauer und Sohn Uri auf den 110. Theresienstadt Transport von 27 überwiegend „Mischlingen“

5.5.1945 Abzug der SS aus Theresienstadt

9.5.1945 Die Rote Armee erreicht Theresienstadt; Befreiung

Nachkriegszeit

6.6.-18.6.1946 Ursula Hanauer mit Sohn Uri auf dem Marinetransporter USS MARINE FLASHER von Bremerhaven nach New York

26.4.1951 Einreise von Schwester Ilse Hanauer in New York

Gedenken

31.10.1999 Page of Testimony für Hans Hanauer von Chawera Gertrud Weinflasz

Page of Testimony für Hans Hanauer von Enkelin Terri Brahm bei Yad Vashem

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212708

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11210156

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot34.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/TT110-1.jpg

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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