Johanna Henny Baruch geb. Lorch
*27.11.1909 in Harsewinkel; ✡ 8.2.1993
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Salomon Lorch *21.9.1876 in Harsewinkel; ✡1942 in Riga
Mutter Henriette Leiser *1878 in Kerpen; ✡ 1.5.1938 in Herford
Großeltern Isaac Lorch (*2.3.1846 in Bocholt); Sara Sophia Ostheim
Großeltern Gustav Leiser (*26.1.1845); Johanna geb. Leiser (*14.12.1838)Kerpen
Urgroßeltern Salomon Lorch und Klara Isaac
Onkel Emil Isaak Lorch *1879 in Harsewinkel; ✡ 15.10.1927 in Harsewinkel
Tante Amalie Leiser *27.2.1880 in Kerpen; ✡ 9.5.1942 in Kulmhof

Geschwister
Irmgard Lorch *26.11.1911 in Harsewinkel; Rheda, Herzebrock, Herford; ✡Stutthof; oo 1938 Adolf Levy (*29.9.1907 in Lauenau)
Cousins/Verwandte
Erich Lorch *26.3.1914 in Harsewinkel; ✡10.8.1942 von Drancy nach Auschwitz
Johanna Lorch *2.12.1916 in Harsewinkel; Haltern, Kerpen, Köln; ✡ 9.5.1942 in Kulmhof
Günther Lorch *10.4.1920 in Harsewinkel; ✡ 9.5.1942 in Kulmhof
Jakob Lorch *3.12.1907 in Bocholt; Werkdorp; Emigration
Siegfried Meyer *11.7.1921 in Lippspringe; ✡19.5.1945 Tod in Dachau
Walter Meyer *6.1.1922 in Lippspringe; Werkdorp Wieringen; Amsterdam-Razzia Internierungslager Schoorl; ✡26.8.1941 in Mauthausen
Beruf –
Adressen Harsewinkel Nr. 41; Heilbronn, Frankfurter Straße 9
Heirat am 2.11.1936 mit Hans Baruch *9. 4. 1913 Berlin; ✡ 1992 in Schweden
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
15.10.1927 Tod des Onkel Emil in Harsewinkel; sein Bruder Salomon zeigt den Tod an.
Umzug der Tante Amalie nach Kerpen
Cousin/e Johanna und Günter Lorch wohnen zeitweilig in Haltern
18.3.1937 Cousin Jakob Lorch aus Berlin nach Amsterdam
7.7.1937 Cousin Jakob zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Nieuwe Sluis JWW
1.5.1938 Tod der Mutter Henriette im Kath. Krankenhaus in Herford
Hachschara Kibbuz Heilbronn
Das Haus auf der Frankfurter Straße 9
Vorbesitzer 1862 Moses Kirchheimer, Handelsmann
Vorbesitzer bis 1918 Hermann Baer, Häute-, Fell- und Lederhandlung Adler & Baer
Vorbesitzerin 1918-1920 Babette Baer geb. Adler *1860 in Obergimpern
Besitzer ab 1920 Max Mannheimer, Pferdehändler (1859-1930)
Die Familie Mannheimer
Aus der Familie Mannheimer wohnen auf der Frankfurter Straße 9:
Max Mannheimer und Emma geb. Aron (1870 -1947)
Erwin Mannheimer *1892 in Oedheim; oo Rita Mannheimer geb. Kusiel *1906 in Künzelsau; Söhne Martin Mannheimer (1929 -2018) und Max Mannheimer (1930-1991), beide geboren in Heilbronn
Benno Mannheimer *1907 in Oedheim; ✡1947 in Rochester New York
Entfernte Verwandte aus Oedheim, die Brüder Robert *1905 und Gustav Mannheimer *1909 sowie deren Mutter Fanny geb. Ehrlich wohnen 1938 in Heilbronn, Gustloffstraße 30
Die gesamte Familie Mannheimer aus Heilbronn ist in den Jahren 1933-1939 in die USA ausgewandert, Erwin und Rita Mannheimer über Venezuela.
Hans Baruch lebte 1938 im Hachschara-Kibbuz in Heilbronn, Frankfurter Straße 9 zusammen mit weiteren dreizehn Chaluzim. Ehefrau Henny war auf der Frankfurter Straße 46 gemeldet.
Da Hans Baruch als Berufsbezeichnung Gärtner angibt, ist anzunehmen, dass er in einem örtlichen Betrieb oder im nur zehn Kilometer entfernten Kibbuz Lehrensteinsfeld eine Hachscharaausbildung erfahren hatte.
Polenaktion
Am 27./28. Oktober 1938 wurden reichsweit die Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet und zwangsweise nach Zbaszyn abgeschoben, so auch in Heilbronn. Soweit bekannt waren aber keine Chaluzim aus der Frankfurter Straße 9 darunter.
Novemberpogrom
In der „Kristallnacht“ im November 1938 wurde die Synagoge Heilbronns in Brand gesteckt. In der Nacht darauf (10./11. November) fanden von NSDAP-Kreisleiter Drautz organisierter Terroraktionen gegen jüdische Bürger statt: Wohnungen wurden verwüstet, die jüdischen Geschäfte geplündert, Schaufenster zerschlagen. Männliche Juden über 18 Jahren wurden in das Konzentrationslager Dachau verbracht.
Im November 1938 wohnten vierzehn Chaluzim und eine Chaluza im Hachscharazentrum in der Frankfurter Straße 9; alle vierzehn Männer wurden verhaftet und in das KL Dachau verschleppt.

Die meisten Chaluzim wurdenam 28.12.1938 wieder entlassen Ehemann Hans aber erst am 3.1.1939
Emigration von 14 Chaluzim nach Schweden
Abgemeldet aus Heilbronn jeweils am:
9./10.1. 1939 Hans Baruch, Henny Baruch geb. Lorch, Georg Cohen, Erich Herze, Georg Hoffmann, Heinz Kiewe, Ernst Lachmann, Heinz Lachmann, Ruth Lachmann geb. Moser, Hans Lewin, Heinz Löwy
24.1.1939 Werner Seidler
1.2.1939 Günther Schwersenz, Heinz Stadthagen
Gerhard Kann, ein weiterer Chaluzim aus dem Kibbuz, meldete sich am 17.2.1939 nach Palästina ab.


31.12.1940 Die Ehepaare Baruch und Lachmann erfasst bei dem Schwedischen Census in der Gemeinde Spänga, Hedväga 1681
Nach dem Krieg lebt das Ehepaar in Stockholm
Ghetto Lodz Kulmhof


22.10.1941 Deportation der Tante Amalie mit ihren Kindern Johanna und Günter von Köln nach Lodz
Mai 1942 Deportation der Tante Amalie mit ihren Kindern Johanna und Günter ab Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof
Ghetto Riga

10.12.1941 Vater Salomon Lorch in Harsewinkel verhaftet und nach Münster verbracht
13.12.1941 Schwester Irmgard Levy und Ehemann Adolf aus Herford, Gehrenberg 1 nach Riga Skirotawa (Gehrenberg 1 war zuvor das Geschäftslokal von Kaufhaus Wohlwert/Merkur; Geschäftsaufgabe 1938)
13.12.1941 Vater Salomon Lorch aus Münster, Getrudenhof über Bielefeld nach Riga Skirotawa
1.10.1944 Ankunft von Irmgard Levy aus Riga im KL Stutthof

3.11.1944 Adolf Levy als Koch von Stutthof direkt nach Magdeburg, Polte-Werke in das erst im November erstellte Männer-Außenlager des KL Buchenwald; die Registrierung in der Häftlingsverwaltung von Buchenwald erfolgt erst am 19.11.1944.
13.4.1945 Auflösung des Lagers; im April 1945 verübten Angehörige des Volkssturms und der Hitlerjugend ein Massaker an den Gefangenen, bei dem mindestens 42 Frauen und Männer erschossen wurden.
Adolf Levy erlebt die Befreiung
Gedenken
Page of Testimony für den Vater Salomon Lorch von Ehemann Hans Baruch, Stockholm
2.9.1998 Pages of Testimony für Salomon, Amalie, Johanna, Günther Lorch vom Riga-Überlebenden Alex Salm
2016 Stolperstein für Onkel Salomon Lorch in Harsewinkel, Kirchplatz
Quellen
https://www.myheritage.de/research
Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947
1940 Schweden Census
Hans Franke, Juden in Heilbronn, Stadtarchiv Heilbronn 1963
https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE1055/EE1055_part1.PDF
https://504457.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_504457.1433925573.1118179807.1118179807.1.geschichte_und_schicksal_juden_heilbronn-ahnenforschung_bayern.htmlhttps://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Lorch%22%7D
Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213-Muenster14.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-19.jpg
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https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6488650
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de511922
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1197442
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Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Staatsarchiv Israel, Einreiselisten Israel
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316