Lachmann Ruth

Ruth Sophie Lachmann geb. Moser

*20.11.1918 in Berlin

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister

Fraglich die Zwillingsbrüder

Fritz und Georg Moser *21.4.1921 in Berlin; zur Hachschara in Groß-Breesen; 28.2.1939 Haifa

Beruf

Adressen Berlin; Heilbronn, Frankfurter Straße 9

Heirat 3.3.1938 mit Heinz Joachim Lachmann *14.4.1914 in Friedland; ✡ ?;

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Hachschara Kibbuz Heilbronn

Das Haus auf der Frankfurter Straße 9

Vorbesitzer 1862 Moses Kirchheimer, Handelsmann

Vorbesitzer bis 1918 Hermann Baer, Häute-, Fell- und Lederhandlung Adler & Baer

Vorbesitzerin 1918-1920 Babette Baer geb. Adler *1860 in Obergimpern

Besitzer ab 1920 Max Mannheimer, Pferdehändler (1859-1930)

Die Familie Mannheimer

Aus der Familie Mannheimer wohnen auf der Frankfurter Straße 9:

Max Mannheimer und Emma geb. Aron (1870 -1947)

Erwin Mannheimer *1892 in Oedheim; oo Rita Mannheimer geb. Kusiel *1906 in Künzelsau; Söhne Martin Mannheimer (1929 -2018) und Max Mannheimer (1930-1991), beide geboren in Heilbronn

Benno Mannheimer *1907 in Oedheim; ✡1947 in Rochester New York

Entfernte Verwandte aus Oedheim, die Brüder Robert *1905 und Gustav Mannheimer *1909 sowie deren Mutter Fanny geb. Ehrlich wohnen 1938 in Heilbronn, Gustloffstraße 30

Die gesamte Familie Mannheimer aus Heilbronn ist in den Jahren 1933-1939 in die USA ausgewandert, Erwin und Rita Mannheimer über Venezuela.

Ruth und Heinz Lachmann sowie dessen Bruder Ernst lebten 1938 im Hachschara-Kibbuz in Heilbronn, Frankfurter Straße 9 zusammen mit weiteren 11 Chaluzim. Als Berufsbezeichnung gibt Ernst Radiotechniker an, sein Bruder Heinz „Praktikant“; es ist anzunehmen, dass Heinz in einem örtlichen Betrieb oder im nur zehn Kilometer entfernten Kibbuz Lehrensteinsfeld eine Hachscharaausbildung erfahren hatte.

Polenaktion

Am 27./28. Oktober 1938 wurden reichsweit die Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit ver­haftet und zwangsweise nach Zbaszyn abgeschoben, so auch in Heilbronn. Soweit bekannt waren aber keine Chaluzim aus der Frankfurter Straße 9 darunter.

Novemberpogrom

In der „Kristallnacht“ im November 1938 wurde die Synagoge Heilbronns in Brand gesteckt. In der Nacht darauf (10./11. November) fanden von NSDAP-Kreisleiter Drautz organisierter Terroraktionen gegen jüdische Bürger statt: Wohnungen wurden verwüstet, die jüdischen Geschäfte geplündert, Schaufenster zerschlagen. Männliche Juden über 18 Jahren wurden in das Konzentrationslager Dachau verbracht.

Im November 1938 wohnte Ruth Lachmann mit dreizehn Chaluzim im Hachscharazentrum in der Frankfurter Straße 9; alle dreizehn Männer wurden verhaftet und in das KL Dachau verschleppt.

Registrierung der Chaluzim in Dachau

Die Brüder Ernst und Heinz Lachmann bekommen die Häftlingsnummer 22103 und 22104. Soweit bekannt wurden sie aber bereits am 20.11.1938 wieder entlassen mit der Verpflichtung, Deutschland in Kürze zu verlassen.

Emigration von 14 Chaluzim nach Schweden

Abgemeldet aus Heilbronn jeweils am:

9./10.1. 1939 Hans Baruch, Henny Baruch geb. Lorch, Georg Cohen, Erich Herze, Georg Hoffmann, Heinz Kiewe, Ernst Lachmann, Heinz Lachmann, Ruth Lachmann geb. Moser, Hans Lewin, Heinz Löwy

24.1.1939 Werner Seidler

1.2.1939 Günther Schwersenz, Heinz Stadthagen

Gerhard Kann, ein weiterer Chaluzim aus dem Kibbuz, meldete sich am 17.2.1939 nach Palästina ab.

16.11.1940 Die Ehepaare Lachmann und Baruch gemeldet in der Gemeinde Spänga, Hedväga 1681
31.12.1940 Die Ehepaare Lachmann und Baruch erfasst bei dem Schwedischen Census in Spänga
24.11.1943-25.11.1944 Schwager Ernst Lachmann gemeldet in Järfälla bei Stockholm

Gedenken

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429477

Hans Franke, Juden in Heilbronn, Stadtarchiv Heilbronn 1963

https://www.ushmm.org/media/images/vlpnamelist/EE1055/EE1055_part1.PDF

https://504457.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_504457.1433925573.1118179807.1118179807.1.geschichte_und_schicksal_juden_heilbronn-ahnenforschung_bayern.htmlhttps://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Schweden, Haushalte-Untersuchungsbücher, 1840-1947 – Ernst Israel Lachman

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Staatsarchiv Israel, Einreiselisten Israel

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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