Worms Salomon

Salomon Worms

*15.8.1918 in Amsterdam; ✡ 26.4.1941 im KL Buchenwald

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Abraham Worms *3.5.1889 in Amsterdam; ✡ 31.3.1926 in Amsterdam

Mutter Sophia Kesner *9.3.1884 in Amsterdam; ✡ 28.6.1921 in Amsterdam

Geschwister

Sara Amanda Worms *22.2.1911 in Amsterdam; ✡ 4.6.1943 in Sobibor; oo Nathan Pinto

Jacob Worms *16.3.1912 in Amsterdam; ✡ 19.3.1982 in Amsterdam; oo 1939 Rachel Pinto (1914-1982)

Betje Worms *8.3.1914 in Amsterdam; ✡ 11.6.1943 in Sobibor; oo Nathan Levie

Leendert Worms *26.3.1915 in Amsterdam; 2.3.1980 in Haifa

Heintje Heddy Hetty Worms *15.12.1916 in Amsterdam; ✡ ? ; oo Kurt Levi

Jozeph Joop Worms *26.2.1920 in Amsterdam; ✡ 30.9.1942 (offiziell) in Auschwitz

Lena Rachel Worms *16.3.1921 in Amsterdam; ✡ 9.1.1922 in Amsterdam

Beruf Tischler (Lehrling)

Adressen Amsterdam; Leiden; Hilversum, Verdilaan 10

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Waisenhäuser

28.6.1921 Tod der Mutter in Amsterdam

Oktober 1922 Bruder Jakob ins Waisenhaus

3.11.1922 Heintje Worms ins Zentrale Israelitische Waisenhaus in Utrecht

Januar 1923 Salomon und Joseph ins Waisenheim Leiden

26.2.1923-29.4.1940 Bruder Joop Joseph ins Waisenheim Leiden

Juni 1923 Schwester Sara ins Waisenhaus

Januar 1924 Leendert kommt auch nach Utrecht

Februar 1926 Schwester Betje ebenfalls ins Waisenheim Utrecht

31.3.1926 Tod des Vaters in Amsterdam

Rudelsheimstichting

26.4.1926 Salomon nach Hilversum, Verdilaan 10 in die S.A. Rudelsheimstichting, ein Internat für geistig zurückgebliebene Kinder

16.1.1923-29.4.1940 Bruder Jozeph im Joods Weeshuis Leiden

19.8.1936 Heintje Worms nach Rotterdam

11.1.1937 Heintje Worms nach Apeldoorn; sie wird „Mitglied der Deventer Vereniging tot Vakopleiding“

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

24.10.1938 Schwester Heintje zur Hachschara von Apeldoorn nach Gouda

19.6.1939 Heintje Worms abgemeldet aus Gouda nach Amsterdam

Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding von Heintje Worms mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Die erste große Razzia in Amsterdam – Februari Groep- Mauthausen

11.2.1941 Schlägerei im Jüdischen Viertel am Waterlooplein; der WA-Opperwachtmeester Hendrik Koot (vergleichbar mit SA) wird tödlich verletzt

Verhaftung von 18 Jungen u a. David „Lard“ Zilverberg Amsterdam *11.04.1916; ✡5.2.1942 Mauthausen; 12.2.1941 Befehl zur Bildung des Joodse Raad

14.2.1941 Tod des WA-Opperwachtmeester Hendrik Koot

Kurz darauf werfen Unbekannte die Scheiben des Eissalons Koco ein. Er gehört Ernst Cahn und Alfred Kohn, zwei Juden, die aus Deutschland geflüchtet sind. Gäste bilden daraufhin eine Schutztruppe, um den Laden zu beschützen.

19.2.1941 Sturm auf eine Eisdiele durch die deutsche Ordnungspolizei, dieser wird Ammoniakgas ins Gesicht gesprüht. Die Besitzer des Eissalons Koco werden schwer bestraft. Ernst Cahn wird am 3. März 1941 von den Deutschen auf der Waalsdorpervlakte hingerichtet. Alfred Kohn kommt in Auschwitz um.

22. und 23. Februar 1941 erste Razzia der die Sicherheitspolizei in Amsterdam,bei

der 600 Mann bewaffneter deutscher Ordnungspolizei (Grüne Polizei) und SS-Männern 425 jüdische Männer verhafteten. Max Nebig berichtet:

„Ich habe auch gesehen, dass die ‚Grüne Polizei‘ einen Kreis bildete und willkürlich ein jüdisches Opfer aussuchten, das in den Kreis kriechen musste, worauf er wie ein Spielball von einer zur anderen Seite geworfen wurde.“

Auch Salomon Worms wird auf Lastwagen ins Sammellager Schoorl gebracht, dort werden nach ärztlicher Selektion noch 38 Kranke nach Amsterdam zurückgebracht

28.2.1941 387 Männer von Alkmaar zur „Sonderbehandlung“ in das KL Buchenwald transportiert.

Salomon Worms erhält die Buchenwald-Häftlingsnummer 3889; Baracke 16; Arbeitskommandos 27(Baukommando III) , 66(Schachtkommando II, 45 (Baukommando I)

Bereits im März wurde Gerrit Blom wegen eines „Hochverrat“-Prozesses nach Amsterdam zurückgeschickt. Max Nebig überlebte in der TBC-Baracke.

26.4.1941 Tod von Salomon Worms im KL Buchenwald; „Herzversagen bei Ruhr“

die Todesbescheinigung unterschreibt der für das  „Abspritzen“ schwerkranker Häftlinge in Nürnberg zum Tode verurteilte, berüchtigte SS-Oberscharführer Friedrich Karl Wilhelm, leitender Sanitätsdienstgrad des Häftlingskrankenbau von Buchenwald

Im KL Buchenwald kommen 46 niederländische Juden durch Verweigerung medizinischer Behandlung, Menschenversuche und „Abspritzen“ mit Phenolinjektionen um.

Kamp Westerbork

Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.

Bruder Joop Josef Worms

31.7.1942 Bruder Joop Josef Worms auf dem Transport von Hooghalen nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://www.archiefhond.nl/nt/Gda/joodsepersonenGouda.pdf

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528

https://www.amsterdam.nl/stadsarchief/themasites/razzia

https://www.oorlogsbronnen.nl

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Februari1941staking.gif

Veränderungsmeldungen im KL Buchenwald 1937-1945, Arolsen Signatur 8012500

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280149

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280337

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500204?s=8012500204

Walter Poller, Arztschreiber in Buchenwald, Verlag Das Segel, 1960

Eugen Kogon,

Der SS-Staat, Der Untergang der holländischen Juden, S.213-215; Kindler 1974

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.) Buchenwald – Mahnung und Verpflichtung, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1983, Seiten 90, 98, 173/174

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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