Worms Heintje

Heintje Heddy Hetty Worms

*15.12.1916 in Amsterdam; ✡ September 1994 in Kibbuz Yagur

Staatsangehörigkeit Niederlande

Religion jüdisch

Vater Abraham Worms *3.5.1889 in Amsterdam; ✡ 31.3.1926 in Amsterdam

Mutter Sophia Kesner *9.3.1884 in Amsterdam; ✡ 28.6.1921 in Amsterdam

Geschwister

Sara Amanda Worms *22.2.1911 in Amsterdam; ✡ 4.6.1943 in Sobibor; oo Nathan Pinto

Jacob Worms *16.3.1912 in Amsterdam; ✡ 19.3.1982 in Amsterdam; oo 1939 Rachel Pinto (1914-1982)

Betje Worms *8.3.1914 in Amsterdam; ✡ 11.6.1943 in Sobibor; oo Nathan Levie

Leendert Worms *26.3.1915 in Amsterdam; 2.3.1980 in Haifa

Salomon Worms *15.8.1918 in Amsterdam; ✡ 26.4.1941 im KL Buchenwald

Jozeph Joop Worms *26.2.1920 in Amsterdam; ✡ 30.9.1942 (offiziell) in Auschwitz

Lena Rachel Worms *16.3.1921 in Amsterdam; ✡ 9.1.1922 in Amsterdam

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Amsterdam; Utrecht; Rotterdam; Apeldoorn; Catharinahoeve in Gouda

Heirat Kurt Levie;

Kinder drei

Weiterer Lebensweg

Waisenhäuser

28.6.1921 Tod der Mutter in Amsterdam

Oktober 1922 Bruder Jakob ins Waisenhaus

3.11.1922 Heintje Worms ins Zentrale Israelitische Waisenhaus in Utrecht

Januar 1923 Salomon und Joseph ins Waisenheim Leiden

26.2.1923-29.4.1940 Bruder Joop Joseph ins Waisenheim Leiden

Juni 1923 Schwester Sara ins Waisenhaus

Januar 1924 Leendert kommt auch nach Utrecht

Februar 1926 Schwester Betje ebenfalls ins Waisenheim Utrecht

31.3.1926 Tod des Vaters in Amsterdam

16.1.1923-29.4.1940 Bruder Jozeph im Joods Weeshuis Leiden

Heintje Worms wird zur Gymnastiklehrerin ausgebildet mit dem Abschluss eines Zertifikates für „Höhere Schulen“

19.8.1936 Heintje Worms nach Rotterdam

11.1.1937 Heintje Worms nach Apeldoorn; sie wird „Mitglied der Deventer Vereniging tot Vakopleiding“

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

24.10.1938 Heintje Heddy Worms zur Hachschara von Apeldoorn nach Gouda

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.

Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.

Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.

16.1.1939 auf der Hachscharafarm in Gouda; untere Reihe v.l.
Erich Fleischhacker, Herbert Baer, Bram Goudsmit, Ellen Loewe, Roza Pinkhof, Edith Faierstein, Ernst Hirsch
Mitte v.l. Fritz Heinemann, Ies Goudsmit, Chana de Leeuw, Siegmund Elsen, Bernd Abbi Mayer, Sieg Weijs
Oben v.l. Jettie Aalsvel, Shoshana Litten mit Sohn Gideon, Heintje Worms, Henk De Raaf, Walter Schäfer, Manfred Rolf Litten, Adolf Engers, Gery Goudsmit, Manfred Samson, Herr Knol

19.6.1939 Heintje Worms abgemeldet aus Gouda nach Amsterdam ins Beit Chaluz. Dort lernt sie Kurt Levie kennen.

Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding von Heintje Worms und Kurt Levi mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;

29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

Juli 1939 10 Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

31.12.1940 Heintje Worms abgemeldet in Amsterdam nach Palästina

Die erste große Razzia in Amsterdam – Februari Groep- Mauthausen

11.2.1941 Schlägerei im Jüdischen Viertel am Waterlooplein; der WA-Opperwachtmeester Hendrik Koot (vergleichbar mit SA) wird tödlich verletzt

Verhaftung von 18 Jungen u a. David „Lard“ Zilverberg Amsterdam *11.04.1916; ✡5.2.1942 Mauthausen;

12.2.1941 Befehl zur Bildung des Joodse Raad

14.2.1941 Tod des WA-Opperwachtmeester Hendrik Koot

Kurz darauf werfen Unbekannte die Scheiben des Eissalons Koco ein. Er gehört Ernst Cahn und Alfred Kohn, zwei Juden, die aus Deutschland geflüchtet sind. Gäste bilden daraufhin eine Schutztruppe, um den Laden zu beschützen.

19.2.1941 Sturm auf die Eisdiele Koco durch die deutsche Ordnungspolizei, dieser wird Ammoniakgas ins Gesicht gesprüht. Die Besitzer des Eissalons Koco werden schwer bestraft. Ernst Cahn wird am 3. März 1941 von den Deutschen auf der Waalsdorpervlakte hingerichtet. Alfred Kohn kommt in Auschwitz um

22. und 23. Februar 1941 erste Razzia der die Sicherheitspolizei in Amsterdam, bei der 600 Mann bewaffneter deutscher Ordnungspolizei (Grüne Polizei) und SS-Männern 425 jüdische Männer verhafteten. Max Nebig berichtet:

„Ich habe auch gesehen, dass die ‚Grüne Polizei‘ einen Kreis bildete und willkürlich ein jüdisches Opfer aussuchten, das in den Kreis kriechen musste, worauf er wie ein Spielball von einer zur anderen Seite geworfen wurde.“

Auch Bruder Salomon Worms wird auf Lastwagen ins Sammellager Schoorl gebracht, dort werden nach ärztlicher Selektion noch 38 Kranke nach Amsterdam zurückgebracht

28.2.1941 387 Männer von Alkmaar zur „Sonderbehandlung“ in das KL Buchenwald transportiert

Salomon Worms erhält die Buchenwald-Häftlingsnummer 3889; Baracke 16; Arbeitskommandos 27(Baukommando III) , 66(Schachtkommando II, 45 (Baukommando I)

Bereits im März wurde Gerrit Blom wegen eines „Hochverrat“-Prozesses nach Amsterdam zurückgeschickt. Max Nebig überlebte in der TBC-Baracke.

26.4.1941 Tod von Bruder Salomon im KL Buchenwald; die Todesbescheinigung unterschreibt der für das  „Abspritzen“ schwerkranker Häftlinge in Nürnberg zum Tode verurteilte, berüchtigte SS- Oberscharführer Friedrich Karl Wilhelm, leitender Sanitätsdienstgrad des Häftlingskrankenbau von Buchenwald

Im KL Buchenwald kommen 46 niederländische Juden durch Verweigerung medizinischer Behandlung, Menschenversuche und „Abspritzen“ mit Phenolinjektionen um.

Bereits im März wurde Gerrit Blom wegen eines „Hochverrat“-Prozesses nach Amsterdam zurückgeschickt. Max Nebig überlebte in der TBC-Baracke.

26.4.1941 Tod von Bruder Salomon im KL Buchenwald wegen „Herzversagen bei Ruhr“

26.4.1941 die Todesbescheinigung unterschreibt der für das  „Abspritzen“ schwerkranker Häftlinge in Nürnberg zum Tode verurteilte, berüchtigte Friedrich Karl Wilhelm, als leitender Sanitätsdienstgrad des Häftlingskrankenbau von Buchenwald. Im KL Buchenwald kommen 46 niederländische Juden durch Verweigerung medizinischer Behandlung, Menschenversuche und „Abspritzen“ mit Phenolinjektionen um.

Im KL Buchenwald kommen 46 niederländische Juden durch Verweigerung medizinischer Behandlung, Menschenversuche und „Abspritzen“ mit Phenolinjektionen um.

Mauthausen

Da die Vernichtung dem RSHA in Berlin aber zu langsam voranging, beschloss man die Verlegung der noch lebenden 341 Juden der Februari Groep in das härteste aller Konzentrationslager Mauthausen

22.5.1941 die „Februari Groep“ wird zur „Sonderbehandlung“ in das als Stufe III kategorisierte KL Mauthausen verlegt mit dem Ziel der Vernichtung der Häftlinge durch Arbeit.

(Stufe III: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vorbestrafte und asoziale, d. h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen)

Bis auf die zwei Buchenwald-Überlebenden wird die gesamte „Februari Groep“ durch mörderische Bedingungen im Steinbruch und ärztliche Experimente in Mauthausen ermordet.

Kamp Westerbork

Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.

Bruder Joop Josef Worms

31.7.1942 Bruder Joop Josef Worms auf dem Transport von Hooghalen nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Gedenken

Quellen

https://www.archiefhond.nl/nt/Gda/joodsepersonenGouda.pdf

https://danielabraham.net/tree/related/dora

https://www.myheritage.de/research

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528

https://www.amsterdam.nl/stadsarchief/themasites/razzia

https://www.oorlogsbronnen.nl

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/50/Februari1941staking.gif

Veränderungsmeldungen im KL Buchenwald 1937-1945, Arolsen Signatur 8012500

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280149

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5280337

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500204?s=8012500204

Walter Poller, Arztschreiber in Buchenwald, Verlag Das Segel, 1960

Eugen Kogon,

Der SS-Staat, Der Untergang der holländischen Juden, S.213-215; Kindler 1974

Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.) Buchenwald – Mahnung und Verpflichtung, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1983, Seiten 90, 98, 173/174

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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