Klaus Friedrich Wilhelm Schönbeck
*3.1.1926 in Beuthen; ✡ 3.12.1989 in Kirijat Shaul
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Hans Schönbeck *17.10.1892 Nordhausen; ✡ 1961 in Amsterdam
Heirat der Eltern 30.11.1918 in Beuthen

Mutter Gertrud Philipp *22.8.1996 in Beuthen; ✡7.12.1973 Amsterdam
Großeltern Friedrich Wilhelm Samson Schönbeck (* 1855) und Sofie Schönbeck.
Onkel/Tante
Fritz Schönbeck *17.12.1888 Nordhausen; ✡ 1.9.1971 in London
Paul Schönbeck *3.11.1876 Nordhausen; ✡ 4.4.1949
Hedwig Schönbeck *12.4.1889 Nordhausen; ✡ 9.7.1943 in Sobibor; oo Rudolf Zinkel
Geschwister
Ellen Schönbeck *25.1.1920 in Beuthen; ?; oo Brody
Inge Schönbeck *3.2.1923; oo 4.2.1943 Martin Polak (*12.6.1916)
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Beuthen; Amsterdam, Michelangelostraat 107; Catharinahoeve in Gouda

Heirat Chana Moses *19.3.1925 in Polen; ✡11.12.2006
Kinder drei
Weiterer Lebensweg
Die Familie stammt aus Nieheim bei Höxter

Großvater Wilhelm Schönbeck war Inhaber des Kaufhaus Schönbeck in Nordhausen
1936 Flucht nach Hillegersberg , Niederlande

29.6.1936 Umzug der Familie Schönbeck nach Amsterdam, Michelangelostraat 107; hier wohnte ab 28.1.1941 auch Tante Paula Philipp geb. Schönbeck *1.12.1875 in Nieheim; ✡23.6.1941 in Amsterdam
Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
3.5.1940 Klaus Schönbeck von Amsterdam zur Hachschara nach Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.
Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.
Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.
Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.
1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.
19.12.1942 Klaus Schönbeck abgemeldet von Gouda nach Amsterdam
In Amsterdam als Assistent in der „Joodse Volkstuin“
April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden.
Durch eine vom Krankenhaus Gouda angeordnete Quarantäne wegen einzelner stationär behandelter Durchfallerkrankungen als Ausdruck einer Dysenterieendemie im Lager können die für April vorgesehenen Deportationen noch für acht Wochen aufgehalten werden. Shoshana Litten sucht entgegen der Anweisung der Vorstandsvorsitzenden für die Chaluzim Versteckplätze. Daraufhin tauchen viele unter.
Auch Klaus Schönbeck kann mit Hilfe von Shoshana Litten untertauchen.
Er überlebt die Besatzungszeit im Versteck. 1945 steht er auf der „Eindhovenliste“
Kamp Westerbork
Das im Oktober 1939 von den niederländischen Behörden eröffnete Vluchtelingenkamp Westerbork in Drenthe wurde am 1. Juli 1942 von der SS als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ übernommen. Es diente fortan der Erfassung, der Internierung und als Abgangsort der Massentransporte aus den Niederlanden nach Auschwitz und Sobibor sowie 1944 ins Sternlager Bergen-Belsen und nach Theresienstadt. Zunächst erfolgten die Deportationen von der Station Hooghalen aus, bevor im November 1942 das Kamp an das Gleisnetz angeschlossen wurde.
25.5.1943 als Strafgefangene von KL Vught in die Strafbaracke 65 im Kamp Westerbork
Sternlager Bergen-Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
1.8.1943 abgemeldet aus Amsterdam nach Westerbork

1.2.1944 beide Eltern Schönbeck und die Schwestern Ellen und Inge mit Ehemann Martin Polak auf dem dritten Transport von 908 „Austauschjuden“ aus Westerbork nach Bergen Belsen
Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt
6.-11.4.1945 Die Lager- SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager
Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.
6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, davon aber nur 12 Französinnen
13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.
9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt
Der Verlorene Zug
9.4.1945 2400 Gefangene des Austauschlager Bergen-Belsen, darunter 300 kranke Ungarn werden an der Bahnstation Bergen in den bereitstehenden Zug eingewiesen. Eineinhalb Tage lang warten sie in den überfüllten Waggons.
10.-23.4.1945 beide Eltern Schönbeck und die Schwestern Ellen und Inge mit Ehemann Martin Polak auf dem dritten, dem„verlorenen Zug“; die Irrfahrt mit 2400 Menschen endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen.
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.
Alle fünf Mitglieder der Familie Schönbeck überleben und kehren in die Niederlande zurück.
Nachkriegszeit
Klaus und die Familie Schönbeck auf der Eindhoven-lijst der Überlebenden
Gedenken
Quellen
https://www.archiefhond.nl/nt/Gda/joodsepersonenGouda.pdf
https://www.myheritage.de/research
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5058528
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130371337
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Schoenbeck%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Paula%20Sch%C3%B6nbeck%22%7D
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947