
Paula „Penny“ Monderer
*22.4.1923 in Köln; ✡3.4.2010 in Ottawa
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Heinrich Chaim Monderer *4.5.1878; ✡ 6.6.1932 in Köln Bocklemümd
Mutter Jetta Jenny Faber *1894; ✡ 1980
Geschwister
Isidor Monderer *29.1.1917 in Deutz (Köln)
Margot Monderer *2.8.1919 in Köln; ✡ 8.5.1942 in Kulmhof
Beruf landwirtsch. Praktikantin
Adressen Köln; Mönchengladbach; Urfeld; London; Ottawa
Heirat
16.6.1948 in London Harry Silver *1.4.1913 London; ✡7.8.1969 Ottawa

Peter Neumann/ Shimshon Bar-Noy *19.2.1921 Berlin; ✡11.7.1988 in Ottawa (Bar-Noy war Offizier einer Fallschirmspringereinheit und israelischer Sänger)
Herman Saul Roodman *1.5.1915 in Ottawa; ✡8.4.2001 in Ottwa
Kinder
Marion Silver; oo Alan Brass
Helen Silver; oo Dirk Visbach
Weiterer Lebensweg
6.7.1936 Passausstellung für Paula Monderer in Düsseldorf
Hachschara in Urfeld
10.10.1938 Paula Monderer von Mönchengladbach zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
11.3.1939 Paula Monderer abgemeldet aus Urfeld nach Palästina
Alija
21.3.1939 Alija von Paula Monderer mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

10.4.1939 Ankunft von Peter Neumann in Haifa auf der SS GALILEA mit einem Transport der Jugendalija
5.10.1943 Einbürgerung von Paula Monderer in Palästina
Gut Winkel
1939 Margot Monderer zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Bei der Minderheitenvolkszählung am 17. Mai 1939 wurde Schwester Margot mit 210 jüdischen Bewohnern erfasst.
Düsseldorf – Lodz – Kulmhof
27.10.1942 Margot Monderer auf dem Transport ab Düsseldorf ins Ghetto Lodz
7.5.1943 Deportation in das Vernichtungslager Kulmhof
8.5.1943 Tod von Margot Monderer in Kulmhof
Nachkriegszeit
16.6.1948 in London Heirat von Paula Monderer mit Harry Silver
Emigration nach Ottawa
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History