Ferdinand Nante Ehrenberg
*8.12.1917 in Karlsruhe; ✡
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Felix Feiwel Ehrenberg in Tarnow; ✡15.1.1928 in Karlsruhe
Heirat der Eltern 1912 in Wiesbaden
Mutter Mathilde Schiffer * 8.10.1880Bochnia; ✡ 9.9.1959 in Tel Aviv
Geschwister
Nikolaus Ehrenberg *10.4.1913 in Karlsruhe; ✡ 1961 in Israel
Heinz Ehrenberg *23.7.1914 in Karlsruhe; ✡
Ida Lina Ehrenberg 25.5.1916 in Karlsruhe; ✡ 27.9.1942 in Auschwitz
Max Ehrenberg *21.11.1924 in Karlsruhe; ✡ 27.8.1991 Karlsruhe
Beruf –
Adressen Karlsruhe; Hof Jägerslust bei Flensburg;
Heirat Else Richter *12.12.1919 in Kopenhagen
Kinder
Ruben Ehrenberg *5.10.1944 in Norrköping Schweden; ✡2.1.2007 Västra; oo Ervasti
Rolf Ehrenberg *1950 Schweden; ✡2012; oo Anderson
Enkel Viktor Ehrenberg
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
Ferdinand Ehrenberg zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

Polenaktion
28.10.1938 Bruder Nikolaus verhaftet und nach Zbaszyn ausgewiesen
Bruder Nikolaus bis zur Auflösung des Lagers Zbaszyn ab Juli bis Oktober 1939 in Zbaszyn
Novemberpogrom
10.11.1938 brutaler Überfall und Verwüstung des Gut Jägerhof, angeführt vom Flensburger Polizeipräsidenten SS Standartenführer Hinrich Möller. Alle Bewohner werden verhaftet, die Männer zusammen mit 58 Juden zwischen 17 bis 72 Jahren eingesperrt im Gestapohauptquartier Düppelstraße 23 in Kiel; die „polnischen“ Juden wurden später freigelassen.
Aus Kiel werden sie später ins KL Sachsenhausen deportiert. Hofbesitzer Alexander Wolff kann im letzten Moment über die nahe gelegenen dänische Grenze flüchten. Seine Mutter Käthe Wolff kommt mit den Frauen ins Polizeigefängnis nach Flensburg; sie werden nach einem Tag entlassen.
28.12.1938 Entlassung von 14 jüdischen Gefangenen aus Kiel aus der „Schutzhaft“ im KL Sachsenhausen, davon zehn aus dem Gut Jägerslust.
Viele aus Buchenwald und Sachsenhausen Entlassenen gehen zum Hachschara-Trainingskurs im Lager Schlosshofstraße in Bielefeld .
Februar 1939 größere Gruppen aus Bielefeld wechseln zur Einzelhachschara nach Dänemark oder in die Niederlande zur „Deventer Vereniging“ und ins Werkdorp Wieringen
Ferdinand Ehrenberg geht nach Dänemark
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Mutter Tilly mit Bruder Max und Schwester Ida in Karlsruhe, Zirkel 17
Emigration der Mutter Tilly und Schwester Ida nach Frankreich
Dänemark
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
1941 Zusammen mit Bernhard Lieser besucht er die Landwirtschaftsschule in Slangerup. Ein Chawer berichtet:
„Eines Nachmittags kamen zwei junge Männer mit dem Fahrrad zur Schule von Gørløse und fragten nach mir. Es waren zwei Hechaluz-Chawerim: Ferdinand Ehrenberg und Bernhard Lieser. Sie besuchten im Winter die Landwirtschaftsschule in Slangerup. Beide stammten aus Deutschland. Ich besuchte die beiden an der Schule in Slangerup und lieh mir einige Bücher von ihnen aus. An einem Sonntag im Frühjahr 1941 luden mich Ferdinand und Bernhard zu einer Pegischa (einem Treffen) im Hechaluz-Zentrum in Frederikssund ein.“
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den
Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.
8.10.1943 Ferdinand und Else Ehrenberg auf einem Fischerboot von Dänemark nach Klagshamn
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 Bruder Max auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
27.7.1942 Deportation von Schwester Ida ab Drancy nach Auschwitz
27.9.1942 Tod von Schwester Ida in Auschwitz

27.10.-4.11.1944 Bruder Max mit Arbeiter-Zertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS auf der SS GUINEE von Cadiz nach Haifa; Internierung im britischen Camp Athlit
14.11.1944 Entlassung der Chaluzim aus dem britischen Camp Athlit
Nachkriegszeit


Oktober 1945 Ferdinand Ehrenberg auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, „Alte Chawerim“
Gedenken
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Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
http://mjhnyc.org/exhibitions/courage-to-act-rescue-in-denmark/
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-Wuppertal2.jpg
https://collections.yadvashem.org/de/names/9320650
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136