Burin Max

Max Burin

*15.4.1878 in Gülzow / Cammin / Pommern; +5.4.1957 USA

Vermutlich ein Ausflug der Chewra Kadisha Recklinghausen-Süd
vorne von links die Brüder Alex, Robert und Felix Marcus; Isidor und Alfred Heumann
oben von links Max Burin, David Löwenstein Foto Archiv Möllers

Vater Marcus Burin *16.4.1844 in Boganowa, Rußland; Religionslehrer; +30.5.1927 in Berlin

Mutter Eva Goldschmidt *30.5.1850; +5.3.1939 in Berlin

Geschwister

Paul Burin *29.8.1879 in Gülzow; oo Else Altmann(1879-1928); Bekleidungsgeschäft in Soest; 2. Ehe Klara Emmrich; + 31.8.1945 in Palästina

Max‘ fünf jüngere Geschwister Erich, Alfred, Julie, Siegfried, Jenny Burin
Atelier A. Sarnow, Gruppenbild der Geschwister Burin, Wollin ca. 1904; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2014/130/202, Schenkung von Martin Oppenheimer

Julius Burin *4.7.1881 in Gülzow; 19.1.1942 Tr IX Berlin-> Riga; + 1942 in Riga vermutlich bei Dünamünde-Aktion

Erich Burin, Vize-Feldwebel, Infanterie-Regiment 43, 11. Kompagnie in englische Kriegsgefangenschaft Preußische Verlustlisten Seite 29579 vom 15.3.1919
Emigration Juli1939 Liverpool-> New York

Erich Burin *20.9.1884 in Gülzow; oo Betty Benjamin (*1889 in Berlin) +24.1.1959; Sohn Siegfried Burin * 1922 in Berlin

Alfred Burin 1934 als Zieladresse für Max‘ Sohn Neffe Walter Burin
Alfred Burin Einreise Brasilien 1954

Alfred Burin *24.3.1886; 1913 nach New York; oo1926 Mabel Dittenhoefer (*28.7.1889, +5/1985); +16.11.1986 in New York als „oldest customs broker“

Julie Burin *25.2.1888 in Köslin; oo Max Bieberfeld (29.3.1880-1942); 19.1.1942 Tr IX Berlin-> Riga; + 1942 in Riga vermutlich bei Dünamünde-Aktion

Gefreiter des Leib-Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm III.
Preußische Verlustlisten Seite 21196 vom 18.10.1917

Siegfried Burin *25.7.1889 in Körlin/Pommern; Handlungsgehilfe; +25.8.1918 in Bavorov/Tarnopol durch feindl. Granate

US Census 26. April 1940 in New Rochelle, New York

Jenny Burin *31.1.1895 in Wollin; oo Julius Oppenheimer, Dr. jur., Rechtsanwalt (*9.6.1886 in Soest; +Juni 1979 in Philadelphia); +30.1.1977 in Philadelphia; Sohn Martin Oppenheimer *24.7.1930 in Soest

Anzeige im AUFBAU

Heirat am 18.8.1904 Jenny Blank *17.3.1875 in Hemmendorf, Hameln

Kinder

Karl Charles Burin * 27.10.1905 in Recklinghausen; 1939 England; oo Chaja Perel Jahr (1911-2003); + Juli 1980 in Evanston, Chicago

Alfred Allan Burin *9.1.1907 in Recklinghausen; oo1935 Lieselotte Marberg; +28.11.1979 in Chicago

Walter Burin *5.10.1911 in Recklinghausen; oo Shirley Zelda Blumenthal; + 11/1985 in Hallandale, Florida

Adressen Recklinghausen, Bochumer Str. 137 und 151

Beruf Kaufmann, Putzmacher-Geschäft Blank; Leihbibliothek Blank

Weitere Lebensdaten

Im ersten Weltkrieg aktiver Frontkämpfer. Es existiert ein Militärpass von 1919 in der Max Burin-Collection.

Max Burin eröffnete unter dem Firmennamen Blank & Co ein Putzmachergeschäft auf der Bochumer Straße 137. Max Westhues aus Süd berichtet:

„Meine Mutter hat bei der Firma Blank & Co (Inhaber Max Burin), Bochumer Straße 137, das Putzmacher-Handwerk gelernt. In Ihrem Lehrbrief vom 6. April 1922 wird darauf hingewiesen, dass ihre Ausbildung vorzugsweise im Garnieren von Damenhüten und Vorarbeiten erfolgt. Sie hat mir oft mit Hochachtung von dieser Familie erzählt.“

Später betrieb das Ehepaar Burin auf der Bochumer Straße 157 die „Leihbibliothek Blank“. Dies war zuletzt auch die Wohnadresse.

1928 – März 1936 Vorsitzender der „Chewra Kadischa“ von Recklinghausen-Süd Bruderschaft, „Wohltätigkeit, Fürsorge bei Krankheit, würdevolle Bestattung“

1932 2. Vorsitzender der Synagogengemeinde Recklinghausen

3.4.1933 denunzierende Liste der NSDAP-Ortsgruppe Altstadt in der RZ

Mai 1933 lässt er sich die Kreigszeit vom Preußischen Landeskrieger-Verband bescheinigen, in dem er vermutlich langjährig Mitglied war

1933 indirekt erwähnt bei der Bücherverbrennung auf dem Neumarkt

Februar 1934

„Reselongraissen-Süd, Bortinnerstr.“ (sic!)

1934 als Heimatadresse von Sohn Walter notiert

Vor Februar 1935 Antrag auf das von Hindenburg im Jahr 1934 gestiftete Frontkämpfer-Ehrenkreuz. Der diesbezügliche Antrag hatte an die örtlichen Polizeibehörden bis zum 31. März 1935 zu erfolgen.

Februar 1935 Bestätigung seines Anspruchs auf das Ehrenkreuz durch den Polizeipräsidenten von Recklinghausen

September 1935 Bruder Alfred mit Frau Mabel und Tochter Hilda in Deutschland zu Besuch

6.3.1936 Abschiedsschreiben der Chewra Kadisha mit besten Wünschen für die bevorstehende Ausreise nach Palästina und Erklärung der Ehrenmitgliedschaft für Max Burin

25.3.1936 Gemeinsam mit Ehefrau Jenny zu Sohn Alfred nach Schwäbisch Gmünd

1936 mit Ehefrau, Sohn Alfred und Schwiegertochter Liselotte Emigration nach Haifa, Palästina

Der älteste Sohn Karl Burin flüchtete 1936 nach Innsbruck. Dort war er als Kaufmann tätig. Bis zum Novemberpogrom 1938 hatte er die Funktion eines Gemeindesekretärs der israelitischen Gemeinde inne. Nach „Schutzhaft“ in Innsbruck wurde ihm am 8. Dezember 1938  das von der Gestapo beschlagnahmte Inventar der Innsbrucker Synagoge ausgehändigt . Am 31. Dezember 1938 wurde  er nach Wien verschleppt.

29.9.1939 Sohn Karl im Kitchener Camp England

17.-25.4.1940 Sohn Karl, Frau Chaja und Markus von Southampton-> New York

19.1.1941 Bruder Julius Burin, Schwester Julie und Schwager Max Bieberfeld mit Transport IX von Berlin nach Riga deportiert; vermutlich bei Dünamünde-Aktion umgekommen

Israelische Staatsbürgerschaft

22.3. – 31.3.1953 mit der SS Independence von Neapel nach New York

Ziel Chicago, Illinois zu Sohn Walter Burin

5.4.1957 Tod in den USA

Quellen

https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Ruhrfestspiele_Kultur/Gedenkbuch/_Opferbuch_selfdb.asp?form=detail&db=545&id=66
Jüdische Einwohner Recklinghausens, Sta Re III 6519, 6520

Max Burin-Collection; Ehri project, United States Holocaust Memorial Museum

https://portal.ehri-project.eu/units/us-005578-irn516120

Recklinghäuser Zeitung vom 3. April 1933

Recklinghäuser Zeitung vom 23. Mai 1933

Recklinghäuser Zeitung vom 15. Juli 1933

Willi Westhues, Als in ‚Bruch‘ noch Juden und Christen Nachbarn waren, in: 100 Jahre Concordia/150 Jahre Grullbad, 2009

https://www.lwl.org/hiko-download/OA_AR/Soest_(K%C3%B6hn)_743-757.pdf

Volkszählung 1940 der Vereinigten Staaten

Preußische Verlustlisten Seite 21196 vom 18.10.1917

Preußische Verlustlisten Seite 29579 vom 15.3.1919

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1030497

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1039153

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1039616

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot9.html

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/127187439?s=Burin%20Julius&t=228739&p=1

https://www.jmberlin.de/12-von-12000-siegfried-burin#media-3068

https://objekte.jmberlin.de/person/jmb-pers-733020/Max+Burin

Ulrike Neuwirth (2016), Siegfried Burin (1889–1917).
URL: www.jmberlin.de/node/4591

www.nytimes.com/1986/11/19/obituaries/alfred-burin-is-dead-oldest-customs-broker.html

Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945

Heinz Reuter, Die Juden im Vest Recklinghausen, Vestische Zeitschrift Bd. 77/78, 1978/1979

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8292); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85.

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.