Abrahamsohn Rolf

Rolf Abrahamsohn

*9.3.1925 in Marl

Vater Arthur Abrahamsohn *29.10.1888 in Märkisch Friedland; 1.8.1942 Mechelen – Auschwitz; Tod in Auschwitz

Mutter Else Gottschalk *9.10.1891 in Hemer; + Febr. 1944 KL Kaiserwald

Geschwister

Ludwig Abrahamsohn *1921 + 1924 tödlich verunglückt

Hans Abrahamsohn *27.5.1922 in Iserlohn; mit dem Vater 1938 nach Brüssel; Rivesaltes;+1942 in Auschwitz

Norbert Abrahamsohn *1933 +1940 (Diphtherie)

Beruf Schlosser; Kaufmann

Kind Andy Abrahamsohn

Adressen Loestraße 26, Marl; Recklinghausen, Paulusstraße 6, Hubertusstraße 2, Bismarckstraße 3 (Ghettohaus)

Weiterer Lebensweg

April 1931 -November 1938 Besuch der evang. Goetheschule in Brassert

9.11.1938 Textilgeschäft der Eltern im Pogrom zerstört

Schutzhaft im Polizeigefängnis Marl-Brassert

Dez. 1938 Zuzug aus Marl nach Recklinghausen nach Pogrom

1938 Vater Arthur emigriert nach Brüssel

Dez 1938 bis April 1939 Volkschule in Recklinghausen

April 1939 -April 1941 Schlosserlehre in Dortmund

April 1941 – Jan 1942 als Arbeiter bei Ruhrgas in Gelsenkirchen

2.3.1940 zu Familie Friedenberg, Hubertusstraße 2, Recklinghausen

3.7.1941 Zwangsumzug ins Ghettohaus Bismarckstr 3

24.1.1942 deportiert aus Recklinghausen nach Gelsenkirchen
27.1.1942 Transport Gelsenkirchen/Dortmund nach Skirotawa; Riga, Ghetto

bis Juli 1943 arbeitet er als Schlosser für das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK)

15.11.1943 Auflösung des Ghetto Riga, KL Kaiserwald

Febr.1944 Abtransport der Mutter zur Ermordung


9.8.1944 Ankunft Stutthof nach Verschiffung mit der Bremerhaven von Libau über die Ostsee

16.8.1944 Buchenwald

16.9.1944 – 29.3.1945 Außenlager Brüllstrasse, Bochumer Verein, Code Bm, zusammen mit Hermann Neudorf, Gelsenkirchen; Alfred Graf, Bochum; Rolf Aron, Recklinghausen

Lager Brüllstraße
Außenlager Brüllstrasse, Bochumer Verein

März 1945 Transport nach Theresienstadt, Flucht bei Liegenbleiben des Zuges

5. 5.1945 SS übergibt Theresienstadt an das IKRK
8.5.1945 Befreiung in Theresienstadt durch die Rote Armee


15.11.1945 bei Herta Salomons, Bochumer Straße 138, Recklinghausen
3.2.1949 Loestraße 26, Marl

August 1949 Versuch in die USA auszureisen scheitert, da der verwandte Bürge in den USA verstirbt
1978 – 1992 Vorsitzender der Jüdischen Kulturgemeinde Bochum/Herne/Recklinghausen
1978 – 1992 Jüdischer Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
2011 „Vestischer Ehrenbürger“ des Kreises Recklinghausen

2020 erhielt Abrahamsohn den Verdienstorden des Landes NRW

Quellen

https://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Ruhrfestspiele_Kultur/Gedenkbuch/_Opferbuch_selfdb.asp?form=detail&db=545&id=10

Georg Möllers, Biografie Abrahamsohn, PDF Datei

https://eservice2.gkd-re.de/selfdbinter320/DokumentServlet?dokumentenname=545-10fieldDokument1.pdf

Georg Möllers / Jürgen Pohl: Abgemeldet nach „unbekannt“ 1942, Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga, hrsg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Recklinghausen, Klartext Verlag, Essen 2013.
Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986, S.225-252. Stadtarchiv Sta Re III Jüdische Gewerbebetriebe um 1938; Sta Re III 6520 Jüdische Einwohner im 3. Reich; Sta Re III 4407 Jüdische Kinder;
Jüdische Einwohner Recklinghausens, Sta Re III 6520

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/4961873/?p=1&doc_id=4961873

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/5405762/?p=1&doc_id=5405770

https://collections.arolsen-archives.org/en/archive/78863307/?p=1&doc_id=78863309

Rolf Abrahamsohn: „Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist“, Lebenssituationen 1925-2010, Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte und dem Jüdischen Museum Westfalen, Essen 2010.
Georg Möllers/Horst D. Mannel, Pogrom in Recklinghausen. Recklinghäuser Bürger erinnern sich an den 9./10. November 1938, 5. erweiterte und verbesserte Auflage, Recklinghausen 2001.

https://www.regioplaner.de/fileadmin/media/regioplaner/dokumente/thematische_karten/heimatsucher/Heimatsucher_Karte_Biographie_Rolf_Abrahamsohn.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Abrahamsohn

http://gelsenzentrum.de/herman_d_neudorf.htm

Ulrich Brack (Hrsg.), Herrschaft und Verfolgung; Marl im Nationalsozialismus, Essen 1986 (Neuauflage 2011)

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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