Nathan Sofie

Sofie Nathan

Hochzeitsfoto 1946 in Anniston

*7.11.1921 in Emmerich; +20.1.2002 in Atlanta

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Georg Nathan *3.2.1880 in Emmerich; +10.5.1942 in Riga wegen Sepsis nach Fußverletzung

Mutter Thea Thekla  Bendix *28.7.1892 in Burgsteinfurt; oo20.10.1920 +6.11.1983 in Philadelphia

Sofie, Thekla und Emmi Nathan 1945

Schwester

Emilie Nathan *19.2.1925 in Emmerich; oo2.3.1947 Hans Löwenstern; +27.1.2018 in Philadelphia

Beruf Lehrerin

Adressen Burgsteinfurt; Emmerich, Fischerort 21

Heirat Heinz Henry Nathan *16.12.1920 in Emmerich; +18.6.1974 in Birmingham, Alabama

Kinder

George Felix Nathan *6.8.1947 in Anniston; +10.8.1947 in Anniston

Mark Conrad Nathan *4.5.1952 in Anniston; +2019

Weiterer Lebensweg

9./10.11.1938 Geschäft und Wohnung verwüstet, Vater in Pogrom für 10 Tage in „Schutzhaft“

10.12.1941 Verbringung in den alten Schlachthof

11.12.1941 Düsseldorf- Derendorf nach Riga

13.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Mitte 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

30.9.1944 Zwangsarbeiter von Lenta und ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

1.10.1944 Ankunft Libau, SS-Sonderlager in Lettland, Arbeit im Hafen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel, dort schwer erkrankt

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945 Holsbybrunn, Ausländerheim der Schwedischen Ausländerkommission

Dez. 1945 nach Ryds Brunn Ausländerlager, Flüchtlingsheim

26.3.-8.4.1946 auf der SS Drottningholm von Göteborg ->New York mit Schwester Emmi und Mutter

20.1.2002 Tod in Atlanta

Gedenken

Page of Testimony in Yad Vashem für den Vater, Stolperstein in Emmerich

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411211-38.jpg

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006670

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de&s_lastName=Nathan&s_firstName=Georg&s_place=Emmerich

U.S. Sterbe-Verzeichnis der Sozialversicherung (SSDI)

http://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508094

https://biografien.erinnerungsort.hs-duesseldorf.de/person/172

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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