Stern Ingeborg

Ingeborg Stern

*4.12.1926 in Paderborn

Staatsangehörigkeit Deutsch, staatenlos

Vater Markus Stern *17.1.1887 in Abterode; Kaufmann; oo 6.6.1922 in Burghaun

Mutter Selma Nußbaum *19.9.1895 in Burghaun; +13.11.1943 in Riga

Geschwister

Heinz Salomon Stern *8.8.1925 in Paderborn

Beruf Schülerin

Adressen Abterode, Haus Nr. 113, heute Steinweg 28; Paderborn, Liboriberg 21

Weiterer Lebensweg

13.12.1941 ab Bielefeld nach Skirotawa, Riga

15.12.1941 23 Uhr Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa; über Nacht in kalten Waggons eingesperrt

16.12.1941 Fußmarsch ins Ghetto Riga

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

30.9.1944 Zwangsarbeiter des ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Liebau, Lettland

1.10.1944 Ankunft Liebau, SS-Sonderlager in Lettland, Arbeit im Hafen

22.12. 1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Liebau mit einem Kohlefrachter erst Richtung Lübeck, dann wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo nach Fuhlsbüttel ins Polizeigefängnis gebracht

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 mit weißen Bussen des Int. Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, weiter mit dem Zug nach Kopenhagen, mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945  IRC-Recreation-Camp, Holsbybrunn Lidingo Schweden

17.11.1945 auf der SS Stavangerfjord von Oslo nach New York mit Vater und Bruder Heinz; ebenfalls an Bord Hermann und Flora Voosen aus Tynningö kommend

1952 US-Einbürgerung in Brooklyn, New York

Quellen

Hessisches Personenstandsregister, 1849-1931; Heiratsregister Burghaun Nr. 12 aus 1922

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213_Bielefeld16.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213_Bielefeld17.jpg

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1289583

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7032); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Fritz Ostkämper, Carla Pins: „Man darf nicht denken & doch kann ich es nicht vergessen“ 2019

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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