Gewürtz Baruch

Baruch Bruno Bernd Gewürtz; Bruno Gee

*12.12.1895 in Brzesko, Galizien; +19.9.1980 in London

Buchenwald – Häftlingsnummer 82955

Staatsangehörigkeit Österreich

Vater Josef  Shmuel Gewürtz; Kaufmann; + 1940

Mutter Debora Mannheimer *1871 in Brzesko

Geschwister

Bertha Gewürtz *28.8.1897 in Brzesko; oo Nathan Blasenstein; + in Auschwitz

Mordechai Gewürtz *1900 in Brzesko; oo Tzilla Hausmann; +1964 in Petach Tikwa

Jakob Hirsch *1.1.1901 in Brzesko; Mechelen; 15.1.1944 nach Auschwitz

Naftali Gewürtz Gee *6.6.1908 oo 1935 Dora Laub; +6.8.1987 in London

Beruf Direktor einer Wäschefabrik, Arbeiter

Adressen Leipzig, Mozartstraße 17

Heirat Eva Chawa Laub *27.2.1900 in Brzesko; Tod 1944 in Stutthof

Kinder

Anna Gewürtz *27.4.1924 in Leipzig; Schneiderin; oo Abram Grynbaum; +2019 Hamburg

Wolf Bubi Gewürtz *1.5.1926 in Leipzig; Berlin Jugendwohnheim Rosenstraße 2/4; 14.12.1942 Berlin->Auschwitz; +nach Dez. 1942

2.Ehe 1949 in Hemel Hempstead, London, Gerda Jaruslawski

Weiterer Lebensweg

28.10.1938 Viele Verwandte der Familie Gewürtz als Galizier nach Zbenschen abgeschoben

17.5.1939 mit Ehefrau und beiden Kindern in Leipzig bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Tochter Anni in Rüdnitz bei Bernau/Eberswalde, Jüdische Jugendhilfe Berlin; Hachschara Ausbildungslager auf dem „Hof Wecker“ bei Minderheiten-Volkszählung

5.10.-14.10.1939 mit Ehefrau und Tochter Anni Tochter Anni im Leipziger Polizeigefängnis, vermutlich wegen der polnisch-galizischen Herkunft

21.1. 1942 Transport Leipzig nach Riga mit Ehefrau Chawa und Tochter Anna

24.1.1942 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

Sohn Wolf wohnt im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde Berlin, Rosenstraße 2-4, bis Dezember 1942 als Jugendwohnheim; dann Sammellager; hier kreuzen sich die Wege mit Hans Rosenthal (später TV-Moderator, „Dalli, Dalli“)

14.12.1942 Sohn Wolf 25. Osttransport mit 47 Jugendlichen aus dem Wohnheim von Berlin nach Auschwitz deportiert. Hans Rosenthal ist im Dezember auf Montage in Pommern im Außenlager der Blechfabrik Hanne. Rosenthal überlebt im Versteck.

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

6. November 1943 Aufnahme KL Kaiserwald, Riga, Kasernierung im Außenlager

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

4.8.1944 Transport der Ehefrau und Tochter von KL Kauen nach Stutthof

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6. – 8.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

9.8.1944 Ankunft in Stutthof

13.8.1944 Deportation mit dem Zug aus Stutthof nach Buchenwald

16.8.1944 Ankunft von Baruch mit 1350 Männern aus Stutthof in Buchenwald

4 Wochen im Quarantänelager im KL Buchenwald, Unterbringung in Wehrmachtspferdeställen und Zelten im „Kleinen Lager“

16.9.1944 Deportation in das Außenlager des KL Buchenwald an der Brüllstraße in Bochum, angegliedert der Geschossfabrik des Bochumer Verein; mit dem Zug von Buchenwald nach Bochum; 18.9.1944 Unterbringung im Barackenlager auf der Brüllstraße nahe dem Bochumer Verein; 88 mm Panzergranaten-Produktion

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt

5.-7.11.1944 Lagerhäftlinge als Bombensuchkommando

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald

21. März 1945 Ankunft von 1326 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung im Wald in Zelten, dann Baracken im „Kleinen Lager“

10.4.1945 Evakuierung des KL Buchenwald in geschlossenen Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

23.9.1945 Leipzig Pariser Straße

7.5.1945 von alliierter Kommission aus Buchenwald entlassen

Bestätigung durch Mitglieder des deutschen Komitees

1966 Bruno Gee in London, Chessington Lodge, Regents Park

Gedenken

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Bochum, Wasserstraße; Gräberfeld V, Grabstelle

30.4.1955 Pages of Testimony für Jakob, Bertha Gewürtz und Mutter Debora von Bruder Mordechai Gewürtz

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de873919

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1055686

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de680777

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1194777

https://hans-rosenthal-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/08/das_muendel.pdf

England & Wales, Heiratsverzeichnis, 1837-2005

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420121-Leipzig5a.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT25-34.jpg

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Gew%C3%BCrtz&s_firstName=&s_place=Leipzig&s_dateOfBirth=&cluster=true

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/5945288?s=82955&t=222836&p=1

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/78554868?s=Gew%C3%BCrtz%201924&t=7180&p=1

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/127207659?s=Gew%C3%BCrtz%201926&t=228861&p=1

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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