Mendelsohn Jakob

Jakob Mendelsohn

*28.3.1911 oder 1914 in Windava; Ventspils Lettland; + 21.4.1945 in Penting, Oberpfalz

Buchenwald – Häftlingsnummer 82345

Staatsangehörigkeit Lette

Vater Abram Mendelsohn; Schuster;

Mutter Emilja Jacha Goldman

Geschwister Mendelsohn

Jazeps Mendelsohn *20.1.1908 in WindavaNr 82262; + April 1945 Oberpfalz

Beruf Schlosser, Mechaniker

Adressen Riga, Kuzniecka 33/6; Lacplesa 44/46-11

Heirat Hasia Arenstain

Kinder

Weiterer Lebensweg

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

22.10.1943 Aufnahme KL Kaiserwald, Riga, Kasernierung im Außenlager

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6. – 8.8.1944 1. Großer Transport mit 6382 Juden auf der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

9.8.1944 Ankunft in Stutthof

13.8.1944 Deportation mit dem Zug aus Stutthof nach Buchenwald

16.8.1944 Ankunft mit 1350 Männern aus Stutthof in Buchenwald

4 Wochen im Quarantänelager im KL Buchenwald, Unterbringung in Wehrmachtspferdeställen und Zelten im „Kleinen Lager“

16.9.1944 (Häftlingsnummern 82008-83349) Deportation in das Außenlager des KL Buchenwald an der Brüllstraße in Bochum, angegliedert der Geschossfabrik des Bochumer Verein; mit dem Zug von Buchenwald nach Bochum; Unterbringung im Barackenlager auf der Brüllstraße nahe dem Bochumer Verein; Zwangsarbeit in der Panzergranaten-Produktion

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald

21. März 1945 Ankunft von 1326 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung im Wald in Zelten, dann Baracke 57 im „Kleinen Lager“

5.4.1944 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (48 000 Häftlinge)

6.4.1945

Todesmarsch mit Bruder Jazeps, die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca 7000 Juden

10.4.1945 9.280 Insassen haben an diesem Tag Buchenwald in zwei Kolonnen verlassen. Die SS kündigt für den folgenden Tag die vollständige Räumung des Lagers an.

Evakuierung des KL Buchenwald in geschlossenen Güterwaggons nach Theresienstadt, Flossenbürg und Dachau

18. 4 1945: Evakuierung des KL Flossenbürg etwa 2000 Häftlinge mit dem Ziel Dachau über Neustadt, Oberwildenau, Schwarzenfeld, Neunburg vorm Wald, Penting, Neukirchen Balbini, Wetterfeld (Route B): Eine Kolonne ging von Neunburg vorm Wald nach Neukirchen-Balbini, diese wurde am 21. April 1945 in Neukirchen-Balbini befreit

Auf dem Todesmarsch von Flossenbürg in Penting von SS-Begleitmannschaft erschossen mit weiteren Häftlingen, davon aus dem Lager  Bochumer Verein Brüllstraße die lettischen Juden aus Riga Mozus Latter Nr. 82750, Abraham Kagan Nr. 82998 und Walter Zutrauen Nr. 82072

21.4.1945 Tod in Penting (Zwischen Neunburg vorm Wald und Neukirchen-Balbini)

29.4.1945 Beisetzung von 40 Todesmarsch-Opfern auf dem katholischen Friedhof in Neunburg vorm Wald in von der US-Army erzwungenen Anwesenheit der Ortsbevölkerung

Oktober – Dezember 1949 Exhumierung und beigesetzt auf dem für 615 Opfer neu eingerichteten KZ-Friedhof Neunburg am Plattenberg

Gedenken

Gedenktafel am KZ-Friedhof Neunburg

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/84609998?s=82345&t=222822&p=1

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/6610048?s=82345&t=222836&p=1

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=11864835&ind=1

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/Gedenktafel_2_am_KZ_Friedhof_Neunburg_vorm_Wald.jpg

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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