Beutel Simon

Simon Sascha Beutel

*7.12.1918 in Lübeck; Tod in Riga

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Rubin Tanchem Beutel *27.1.1877 in Boryslaw in Galizien; Kultusbeamter; +30.5.1937

Mutter Frieda Hinda Helene Schorr *22.8.1879 in Letnia in Galizien

Geschwister

Kalman Schulim Beutel * 16.12.1903 in Letnia / Galizien; Kaufmann; oo Cissy Liebschütz; Moses Beutel *15.10.1906 in Letnia / Galizien; Schneider 28.1.1935 Genua->Palästina

Maria Dora Beutel *11.1.1908 in Lübeck; Hausangestellte;  28.1.1935 Genua->Palästina

 Israel Beutel *24.4.1909 in Lübeck; Lagerist

Cissy Beutel * 20.5.1910 in Lübeck; Hausangestellte

Aron Salomon Beutel *3.8.1912 in Lübeck; Tischler;

Abraham Nachum Beutel *18.12.1913 in Lübeck; geistig behindert, Heim; +18.5.1937

Rebecka Sonja Beutel *26.12.1915 in Lübeck; Hausangestellte; Tochter Rosa und Simmy

Lea Beutel *23.1.1922 in Lübeck; + 12. 1.1923 in Lübeck

Beruf Gärtner

Adressen Lübeck, Hüxstraße 110; Martesgrube 52

Heirat ledig

Kinder –

Weiterer Lebensweg

1907 Umzug der Familie nach Lübeck

1933 erfolgte ein Umzug in die Große Burgstraße 20 , Lübeck

1935 Umzug in die Hüxstraße 110, Lübeck

30.5.1937 Tod des Vaters in Lübeck

9. / 10.11. 1938 Aron Salomon, Simon und Israel Beutel verhaftet, zunächst für etwa einen Monat in sogenannte Schutzhaft in das Lübecker Gefängnis Lauerhof und Mitte Dezember in das Konzentrationslager Sachsenhausen.

1. 2.1939 Aron und Israel Beutel aus Sachsenhausen freigelassen

18.2.1939 Entlassung Simons aus KL Sachsenhausen; Gärtnerausbildung in den Werkstätten für jüdische Jugendliche in Hamburg. Der Gärtnerische Ausbildungslehrgang unter der Leitung von Walter Rosenbaum, Wilhelminenhöhe in Hamburg Blankenese, Rissener Landstraße 127

Ende Februar 1939 Aron und Israel flüchten nach England

In einem Schreiben der Beratungsstelle für Jüdische Wirtschaftshilfe wird Herrn Rosenbaum am 12.11.1939 mitgeteilt, dass „Simon Beutel aus Lübeck anschließend an den Arbeitseinsatz in Neuendorf zur Hachschara“ kommen und deshalb als „aus dem Gärtnerischen Ausbildungslehrgang ausgeschieden“ betrachtet werde.

13.11.1939 vom Jüdischen Arbeitseinsatzlager Garzau bei Garzin kommend ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn

Februar 1940 Umzug der Familie ins „Judenasyl“ St. Annen- Straße 11, zuletzt Martesgrube 52

22.11.1941 gemeinsam mit Josef Katzenstein zurück nach Lübeck, dem Ruf der Familie nach Ankündigung der Deportation folgend

4.12.1941 Verhaftung und Verbringung im Sammellager

6. 12 1941 Simon Beutel mit Mutter Frieda Hinda Helene Beutel Onkel Isaak Beutel, Bruder Kalman, Schwester Rebekka Sonja Beutel sowie deren Töchter Rosa und Simmy von Lübeck nach Oldesloe, dort wurden die 136 aus Kiel und Lübeck an den Hamburger Transportzug nach Riga angehängt

9.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Außenlager Jungfernhof

9.12.1941 Schwägerin Cissy Beutel/ Liebschütz von Berlin auf dem 24. Osttransport nach Auschwitz

Oktober 1942 befindet sich Simon noch im Jungfernhof. Sein Freund Josef Katzenfuß trifft in dort nach einem Transport für die SS, er nennt in mit seinem Spitznamen „Sascha“:

Josef Katz, der , auch im Jüdischen Arbeitseinsatzlager Paderborn gewesen war, erwähnt ein Treffen auf dem Jungfernhof mit Simon (Sascha)

Plötzlich steht Sascha vor mir, ein Chawer (Freund) aus Paderborn.

„Hallo, Jo, du hier! Ich hatte schon geglaubt, du lebst nicht mehr. Damals bist du doch mit nach Salaspils gegangen. Da sind nicht viele wiedergekommen. Los, erzähle mir, wie es dir ergangen ist.“

1942 Mit Josef Katz und dessen Cousin Heinz Cohn aus Duisburg in der SS-Gärtnerei in Riga, SS-Oberscharführer Wolters

Vermutlich alle Familienmitglieder Beutel bereits vor der Auflösung des Riga Ghetto (November 1943) umgekommen

Gedenken

6.5.1914 Stolpersteine für Frieda Simon, Rebecca, Rosa, Simmy und Kalman Beutel in Lübeck, Hüxstraße 110

Page of Testimony für Nichte Rosa Beutel von Abraham Dotan

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de842381

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1039812

Staatsarchiv Hamburg  362-6/10 Talmud Tora

Erika Schwarz, Gerhard Schwarz, Das Rittergut Garzau und jüdische Zwangsarbeit, 2017

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion…, Paderborn, 2000

https://www.stolpersteine-luebeck.de/main/adressen/huexstrasse-110.html

Josef Katz(enfuß), Erinnerungen eines Überlebenden, Neuer Malik Verlag, 1988

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411206_SH3.jpg

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Beutel&s_firstName=&s_place=L%C3%BCbeck&s_dateOfBirth=&cluster=true

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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