Löwenstein Max

Max Günter Löwenstein

*27.12.1922 in Hohenlimburg; +27.12.1922 Tel Aviv

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Paul Dudu Löwenstein *15.7.1887 In Hohenlimburg; + nach April 1942 in Zamosc

Mutter Else Meyer *3.7.1887 in Minden; + nach April 1942 in Zamosc

Geschwister

Gerda Löwenstein *15.7.1887 in Hohenlimburg; oo Max Heumann; +24.3.2012 in Bronx

Ilse Alisa Löwenstein *15.3.1915 in Hohenlimburg; oo Herbert Growald; +22.2.2009 in Haifa

Beruf

Adressen Hohenlimburg, Eggestraße 6

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 Vater verhaftet im Novemberpogrom,

„Schutzhaft“ mit Bruder Hugo in Sachsenhausen; Häftlingsnummer;

16.12.1938 Vater aus Sachsenhausen entlassen

17.5.1939 mit den Eltern in Hohenlimburg bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Ilse in Berlin, Wilmersdorf bei Minderheiten-Volkszählung

August1940 mit dem Zug nach Wien, Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule

Mit dem Zug von Wien an die Donau;

Nach einer Woche auf einem Ausflugsdampfer über Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer; 1000 Flüchtlinge werden auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa. Die Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

5.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt als Referenz an Bernhard Meyers, Tel Aviv

zunächst auch zur Deportation nach Mauritius vorgesehen

25.11.1940 Ankunft zweier weiterer Schiffe in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA

Walter Steinitz, ebenfalls aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

“ Am 25.November morgens um neun Uhr mussten alle auf die Reling, denn der Colonel hatte die Instruktion gegeben, aber um 9.12 Uhr hatte ein Kommando von 60-80 jungen Leuten ins Wasser zu springen, um die Engländer abzulenken, die mit kleinen Booten die Menschen auffischten. Zeitentsprechend zündete einer von uns eine Bombe, keine Zeitbombe, und ist mitgetötet worden. Es war der zweite Transportleiter – Hans Wendel. Niemand hatte von dieser Aktion gewußt – außer acht Leuten. Innerhalb von ein paar Minuten neigte sich das Schiff zur Seite. … Von den 4000 auf der SS PATRIA zusammengedrängten Menschen verloren etwa 260 ihr Leben.“

Die ins Wasser gesprungenen werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht. 25.11.1940 Die Schiffbrüchigen der SS PATRIA werden mit Bussen in das Internierungscamp Athlith verbracht, wo sie z.T. über ein Jahr verbleiben, da immer nur kleine Gruppen freigelassen werden.

Die noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht. Es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges dauern, bevor die 1.310 überlebenden Flüchtlinge endlich am 12.8.1945 auf der SS FRANCONIA in das ersehnte Eretz Israel gebracht werden konnten.

28.4.1942 Eltern aus Hohenlimburg über Dortmund nach Zamosc deportiert

27.12.1922 Tod in Tel Aviv

 Gedenken

9.5.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Max Löwenstein

15.12.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Ilse

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de919366

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de919827

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=19584

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420430_25.jpg

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=3960310&ind=1

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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