Lothar Salinger

*8.5.1919 in Berlin; Hinrichtung am 4.3.1943 in Berlin-Plötzensee
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Max Salinger *25.11.1882 in Berlin; + 12.10.1944 in Auschwitz
Heirat der Eltern 17.3.1907
Mutter Fanny geb. Salinger *26.6.1876 in Berlin; +3.7.1943 in Theresienstadt
Geschwister
Gerhard Salinger *12.2.1908 in Berlin; oo Ursel Ehrlich; + 26.6.2000 Solana Beach
Joachim Salinger *2.8.1913 in Berlin; 15.8.1942 nach Riga Ghetto; Tod in Riga
Beruf
Adressen Berlin-Charlottenburg, Berlin, Rosenthalerstraße 41/42; Paderborn
Heirat verlobt mit Ursel Ehrlich *7.7.1920 in Berlin; Kinderkrankenschwester; Zwangsarbeit bei Siemens-Schuckert; Mitglied der Gruppe Baum; heiratet später Lothars Bruder Gerhard Salinger; +20.9.2002 in San Diego
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1925 bis 1936 Volks- und Oberrealschule

1935 Mitglied im Jugendbund Habonim (linkssozialistisch)
1936 -1938 Mitarbeit im Geschäft des Vaters
1939 Zwangsarbeit als Gartenarbeiter, Transportarbeiter und Straßenbauarbeiter
17.5.1939 in Berlin Mitte mit den Eltern bei Minderheiten-Volkszählung;
7.9.1939 von Berlin ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg
27.9.1939 nach drei Wochen abgemeldet nach Berlin, Rosenthalerstraße 41/42
Juli 1940 Zwangsarbeit in Köpenick
Ab 1940 Mitglied der Widerstandsgruppe Baum
1941 -1942 Zwangsarbeit in der Draht- und Kabelfabrik Vogel, Friedrichshagener Straße
17.5.1942 Brandanschlag der Gruppe Baum auf die Nazi-Ausstellung „Das Sowjetparadies“
15.7.1942 Verhaftung Lothar Salingers und vieler Mitglieder der Gruppe Baum durch die Gestapo
15.7.1942 Die Verlobte Ursel Ehrlich entzieht sich die Hilfe von Gerda Lüth der Verhaftung durch Abtauchen in die Illegalität unter dem Namen Hilde Krause entziehen.

20.7.1942 beide Eltern von Berlin „Alterstransport“ ins Ghetto Theresienstadt

1942 Einweisung in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee; Namensliste
10.12.1942 Zweites Strafverfahren gegen Mitglieder der Gruppe Baum – Lothar und 8 weitere – vor dem 2. Senat des Volksgerichtshof Berlin; wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt
4.3.1943 Lothar hingerichtet mit acht aus der Gruppe Baum, u.a. Hein Rotholz (Chawer aus Paderborn; nach Todesurteil durch das Berliner Kammergericht und Volksgerichtshof erfolgten die Hinrichtungen meist in der Strafanstalt Plötzensee; verantwortlicher Scharfrichter war von 1942 bis 1945 Wilhelm Röttger.
4.3.1943 „Bekanntmachung über die Vollstreckung der Todessurteile an Heinz Rotholz und seinen Gefährten“ auf grellroten, öffentlich ausgehängten Plakaten.
3.7.1943 Tod der Mutter mit Lungenentzündung in der Siechenkrankenstube in Theresienstadt

9.10.1942 Vater Max Transport von Theresienstadt nach Auschwitz
Gedenken
1.2.1991 Pages of Testimony für Lothar und seine Eltern von Cousin Charles Leigh
Alice-und-Hella-Hirsch-Ring in Berlin-Rummelsburg
Gedenkstein für die Gruppe Baum am Lustgarten
Gedenktafel für die durch Hinrichtung Ermordeten der Herbert-Baum-Gruppe, Jüdischer Friedhof Weißensee. Die zentrale Straße des Friedhofs heißt seit 1951 Herbert-Baum-Straße.
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7
Wolfgang Wippermann, Die Berliner Gruppe Baum und der jüdische Widerstand, Berlin, 2001
Carolin Starke, Franziska Burow, Zwei Schwestern im Berliner Widerstand, 2020
https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/12111292?s=Salinger%201919&t=6459&p=0
https://collections.arolsen-archives.org/de/search/person/5077357?s=Salinger%201882&t=2547212&p=0
https://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/97122-salinger-fanny-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/ https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1147556
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1147608
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1147450 https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1311926&ind=1