Karl Heinz Goldstein
*11.2.1922 in Lippehne, Soldin; ✡ in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater unbekannt
Mutter unbekannt
Geschwister –
Beruf –
Adressen Lippehne; Berlin, Linienstraße 111; Paderborn, Grüner Weg 86
Heirat ledig
Kinder–
Weiterer Lebensweg
16.6.1938 Vater verhaftet in der Aktion „Arbeitsscheu“; Vater in „Schutzhaft“ in Buchenwald; Häftlingsnummer 6801
Karl Heinz Goldstein zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Oktober 1939 Auflösung des Hachschara-Lagers Urfeld zwischen Bonn und Köln
15.10.1939 von Urfeld mit 5 Chawerim angemeldet im Lager Paderborn Heinz Becker, Karl-Heinz Goldstein, Emil Heilbronn, Hans Werner Rabinowitz, Hans Peter Scheier.
23.6.1939 Vertrag zwischen der RVJD und der Stadt Paderborn zur Errichtung des Umschulungs- und Einsatzlagers Paderborn, Grüner Weg 86;

19.3.1940 Tod des Vaters in Buchenwald
22.5.1941 abgemeldet aus Paderborn nach Pillgram, Holzkommando Jakobsdorf Berlin
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Arbeitseinsatzlager Paderborn“

11.7.1942 19. Osttransport Hamburg/Bielefeld von Berlin nach Auschwitz
Tod in Auschwitz
Gedenken
–
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127188874
Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7
Ernest W. Michel, „Promises Kept – Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten“, 2013
Kurt Salinger, Nächstes Jahr im Kibbutz, Paderborn 1998