Goldschmidt Sally

Sally Goldschmidt

*27.8.1885 in Ziegenhain; ✡23.7.1943 in Sobibor

(Fotos 1939 bei Registrierung als Flüchtlinge; National Archief, Den Haag, Zorg voor Vluchtelingen)

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Sussmann Siegmund Goldschmidt *4.5.1847 in Romrod; ✡13.6.1924 in Ziegenhain

Auf dem jüdischen Waldfriedhof in Ziegenhain gibt es einen Grabstein des Vorfahren Adolf August Goldschmidt (*1781) und seiner Frau Hermine geb. Kohl

Mutter Rosa Hess *27.2.1951 in Birstein; ✡ 12.4.1927 in Ziegenhain

Geschwister Goldschmidt aus Ziegenhain

Auguste (*2.9.1877); Nanni (16.10.1878); Isidor (*8.12.1879); Jettchen (23.5.1881); Adele (*2.8.1882); Rika (27.8.1885); Johanna (23.7.1886); Hugo (*2.7.1888); Joseph (*23.2.1892); Adolf (*20.4.1895)

Cousin Hermann Goldschmidt *28.5.1891 in Ziegenhain

Beruf Kaufmann

Adressen Ziegenhain; Wildungen; Westerholt, Geschwisterstraße 34; Hamborn, Duisburg;

Heirat

1.Ehe 24.3.1910 in Fritzlar Regina Frieda Neugarten *27.3.1885 in Fritzlar ; ✡24.3.1919 in Westerholt

Schwägerin Paula Boldes geb. Neugarten *7.5.1887 in Fritzlar; ✡ 1944 Riga

Kinder

Julius Goldschmidt *24.3.1911 in Wildungen; ✡ in Tel Aviv; oo 1937 Gertrud Zwicker (*21.5.1912 Elbing)

Erna Goldschmidt *22.1.1913 in Wildungen; ✡12.10.1942 Tod von Erna und ihrer Tochter in Auschwitz

Erich Goldschmidt *11.12.1916 in Westerholt; ✡2010 in Frankfurt; oo Margrit Izbicki (*1.6.1924 in Sarvas, Ungarn)

2.Ehe 1920 in Duisburg Juliane Bender *18.3.1884 in Mayen; ✡23.7.1943 in Sobibor

Tochter aus 2. Ehe

Ottilie Goldschmidt *24.12.1920 in Hamborn (Duisburg); ✡23.7.1943 in Sobibor

Weiterer Lebensweg

September 1914 Zuzug aus Bad Wildungen nach Westerholt

Sally Goldschmidt erwirbt in Westerholt einen Bauernhof mit Gastwirtschaft

Erfinder der Gasmaske

Sally Goldschmidt ist noch in einigen Lexika aus den 1960er Jahren zu finden, als Erfinder der ersten Gasmaske für Mensch und Tier. Er war im Sanitäter Korps Herten-Westerholt aktiv 1914 -18 und erprobte die Maske auf dem Schlachtfeld.

Dafür erhielt er das Eiserne Kreuz in der Sonderform „Humanitäre Verdienste auf dem Schlachtfeld“.

Bei der Entwicklung halfen Professor Dr. Hans Goldschmidt und  Dr. Karl Goldschmidt, Goldschmidt A G in Essen; beide Nichtjuden aus Berlin

Nach einem Reitunfall zog er sich fallbedingte Epilepsie zu.

24.3.1919 in Westerholt Tod der Ehefrau Regina Neugarten

Umzug nach Duisburg

November 1919 Umzug der Familie nach Duisburg -Hamborn

Sally Neugarten betreibt hier einen Lebensmittel Laden

1920 Heirat in Duisburg mit Juliane Bender

1.8.1929 Hamborn mit Duisburg zu einer Gemeinde Duisburg-Hamborn fusioniert

1930 Barmitzwa von Erich Goldschmidt in Duisburg – Marxloh bei Rabbiner Grünberg

10.-27.11.1938 Bruder Isidor nach der Pogromnacht in „Schutzhaft“ im KL Buchenwald

1938 Sohn Erich flüchtet nach Mailand, später in die Schweiz

1938 Umzug von Sally Goldschmidt nach Mayen

10.3.1939 Flucht mit Ehefrau Juliane und Tochter Ottilie nach Groningen; Adresse Jozef Israelsstraat 44

12.3.1942 eingewiesen in das polizeiliche Juden-Durchgangslager Westerbork

20.7.1943 Deportation mit Ehefrau Juliane und Tochter Ottilie sowie Schwester Auguste Goldschmidt-Schaumberg von Westerbork nach Sobibor

23.7.1943 Tod in Sobibor

Lebenswege der Kinder Goldschmidt

Julius Goldschmidt

Kaufmann, Wandergewerbe in Textilien

1937 Heirat in Duisburg mit Gertrud Zwicker (*21.5.1912 in Elbing, Elblag)

1938 nach der „Pogromnacht“ Flucht nach Belgien.

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf Belgien, Holland und Frankreich

15.5. 1940 Verhaftung durch belgische Polizei und Abschiebung nach Frankreich

Mai 1940 – Januar 1941 Internierung in St. Cyprien und Gurs.

Oktober 1942 Flucht nach Belgien, dort illegal untergetaucht

September 1944 nach Kriegsende Rückkehr nach Deutschland

1957 lebte das Ehepaar Julius und Gertrud Goldschmidt in Frankfurt.

Erna Goldschmidt

28.12.1935 Emigration nach Rotterdam;

1936 Heirat in Groningen mit Louis Tromp (*3.5.1898 in Groningen)

Wohnadresse Groningen, Ambonstraat 9 a

15.3. 1941 Geburt der Tochter Alice Aaltje Tromp in Groningen

2.-3.10.1942 Große Razzia in Groningen und Drenthe, Einweisung in das polizeiliche Juden-Durchgangslager Westerbork, alle Juden aus den „Werkkampen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

9.10.1942 Deportation mit Ehemann und Tochter Aaltje Tromp von Westerbork nach Auschwitz

12.10.1942 Tod von Erna und ihrer Tochter in Auschwitz

31.1.1943 Tod von Louis Tromp in Auschwitz

Erich Goldschmidt

Verkäufer im Kaufhaus Meyer bis 1936

1936 Emigration nach Holland;

August 1938 nach Mailand

1938 in die Schweiz

1939 – 1943 verschiedene Lager in der Schweiz

Heirat Margrit Mimi Isbitzki *1.6.1924 in Sarvas Ungarn (1944 in Bergen-Belsen)

14.9.1948 Geburt des Sohnes Ronny in Genf

20.6.1950 IRO-Antrag zur Ausreise nach Palästina beim Verband Schweizerischer Jüdischer Flüchtlingshilfen in Zürich; Wohnadresse Zürich, Hohlstraße 15

Alija nach Palästina; in Tel Aviv hat er ein Frisör Geschäft 

Scheidung von Mimi Isbitzki

Da er das Klima nicht vertrug, zog er dann nach Frankfurt,wo er zum zweiten Mal heiratet Sohn Rene geboren wird.

In Frankfurt betreibt er ein Textilunternehmen.

1955 2. Ehe der Mimi Isbitzki mit Kurt Friedländer

1955 und 1960 Erich in Frankfurt registriert.

2010 Tod von Erich Goldschmidt in Frankfurt

Gedenken

Quellen

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/136202/sally-goldschmidt

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/80987085

Hans-Heinrich Holland, Materialien zur Geschichte der jüdischen Einwohner Hertens, Herten 1998

http://www.vvn-bda-re.de/pdf/Juden.pdf

https://hoogeveenschecourant.nl/hoogeveen/De-grote-razzia-van-2-en-3-oktober-1942-Historie-27926103.html

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876719

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983050

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876364

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876617

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de963927

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876132

Werner Schneider, Jüdische Heimat im Vest Gedenkbuch 1983

Werner Schneider, Jüdische Einwohner Recklinghausens 1816-1945, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen. 1236-1986, hrsg. von Werner Burghardt, Recklinghausen 1986, S.225-252. Stadtarchiv Sta Re III Jüdische Gewerbebetriebe um 1938; Sta Re III 6520 Jüdische Einwohner im 3. Reich; Sta Re III 4407 Jüdische Kinder;
Jüdische Einwohner Recklinghausens, Sta Re III 6520

Fotos National Archief, Den Haag, Zorg voor Vluchtelingen

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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3 Kommentare

  1. August Goldschmidt aus
    Ziegenhain war mein Urgroßvater
    Sally Goldschmidt mein
    Großvater und Erich
    Goldschmidt mein Vater
    Julius Goldschmidt mein
    Onkel und Ronny Goldschmidt mein Bruder.
    Ich war sehr überrascht,
    unsere Genealogie zu finden.

  2. Eine Frage habe ich noch.
    Wer war der Vater von
    Sussmann Siegmund
    Goldschmidt in Romrod ?

    1. Guten Abend
      seine Sterbeurkunde im Anhang meiner Mail benennt leider nicht die Namen seiner Eltern.
      Aber auf seinem Grabstein steht sicher der Namenszusatz Ben …
      also der Name des Vaters.
      Können Sie Iwrit lesen?
      Oder kennen Sie jemand der die Inschrift übersetzen könnte?.
      Dann wären wir einen großen Schritt weiter auch mit Rosa Hess
      .
      Ich freue mich wenn ich wieder von Ihnen höre!

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