Humberg Marga

Marga Margarete Humberg

*28.2.1922 in Bottrop; ✡Tod nach 10.11.1941 in Minsk

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Levi Humberg *14.7.1887 in Klein Reken; ✡ nach 10.11.1941 in Minsk

Heirat der Eltern 1913 in Vreden

Mutter Beate Dora Rosenthal *5.12.1889 in Vreden; ✡12.11.1939 in Bottrop

2.Ehe des Vaters am 3.9.1941 in Bottrop mit

Stiefmutter Else Weil *28.11.1903 in Alsdorf, Aachen; ✡nach 10.11.1941 in Minsk

Großeltern Moses Humberg und Billa Cohn

Tante Rosa Humberg *17.8.1875 in Klein Reken; ✡22.3.1942 in Izbica; oo Isaak Heumann (*10.1.1870, ✡20.9.1940 in Eschweiler)

Geschwister

Hans Rafael Humberg * 2.11.1913 in Gladbeck; ✡12.3.1977 in Israel; oo Alice Förster

Kurt Humberg *28.2.1915 in Gladbeck; ✡2.6.1936 in Haifa

Erich Humberg *11.6.1918 in Vreden; ✡26.6.1944 in Kulmhof; oo Lotte Levy (1921-1944)

Rolf Schmuel Humberg *16.7.1920 in Bottrop; ✡8.1.2003 in Haifa; oo Ruth Siegel (✡2010)

Ruth Humberg *20.8.1923 in Bottrop; 30.8.1964 Suizid in Bromma Schweden; oo in Schweden Fritz Neumann (1919-2007)

Günter Humberg *14.6.1926 in Bottrop; ✡ 6.7.1940 in Bottrop

Werner Humberg *25.10.1928 in Bottrop; ✡ nach 10.11.1941 in Minsk

Cousine Selma Heumann *14.3.1919 in Eschweiler; oo 1940 Benno Hess

Beruf Schülerin

Adressen Bottrop, Am Eickholtshof 4; Köln, Kinderheim Aachener Straße; Wuppertal, Tannenbergstraße 12

Heirat

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Vater Levi 1905 als Metzger nach Bottrop;

Vater Levi im Ersten Weltkrieg Frontsoldat; Bruder Erich deshalb bei den Großeltern in Vreden geboren

1919 Vater Levi in Gladbeck gemeldet Eisenbahngehilfe (Assistent) bei der Reichsbahn;

1931 Vater Levi Eisenbahnobersekretär

Nach 1933 Vater Levi als Eisenbahninspektor bei der Reichsbahndirektion in Essen zwangspensioniert

5.11.1934 Ankunft von Bruder Hans in Tel Aviv mit Arbeiter-Zertifikat Kategorie C

Mai 1935 Bruder Erich nach Köln zur Ausbildung zum Schreiner in der Handwerkerschule der Synagogengemeinde in Köln; er wohnte im Lehrlingsheim in der Agrippastraße 10; später zur Hachschara nach Polenzwerder bei Eberswalde; nach der Heirat mit Lotte Levy wohnen sie bei Josef Salomon Krauthammer (1897- 1943) in Bottrop, Essener Straße 17

1937 Bruder Kurt auf Alija nach Palästina

20.11.1937 Ankunft von Bruder Kurt in Haifa auf der SS מריט-פשה

9./10.1938 Marga in der Pogromnacht mit den Eltern und den Geschwistern Werner und Ruth in Haft

1939 Marga und Schwester Ruth zur Hachschara nach Dänemark;

1943 Schwester Ruth von Dänemark nach Schweden

1939 Bruder Rolf nach London; später Palästina

17.5.1939 Marga mit ihren Eltern, Werner und Günther Humberg in Bottrop bei Minderheiten-Volkszählung

2.6.1939 Tod von Bruder Kurt in Haifa

15.9.1939 Werner Humberg wegen Erkrankung der Mutter ins israelitische Kinderheim Köln Aachener Straße 443

11.11.1939 Marga zur Hachschara nach Dänemark

12.11.1939 Tod der Mutter in Bottrop

April 1940 die Zwangsversteigerung des Hauses Am Eickholtshof, erworben durch die Stadt Bottrop

20.9.1940 Tod des Onkels Isaak Heumann in Eschweiler

1940 die Familie Levi Humberg zieht zur Tante Rosa Heumann nach Eschweiler

14.11.1940 Marga zur Hachschara in das Lehrgut Skaby bei Friedersdorf

15.5.1941 Marga abgemeldet nach Bad Neuenahr

3.9.1941 Wiederverheiratung des Vaters mit Else Weil in Bottrop

September 1941 Umzug der Familie in die Wohnung von Else Weil nach Wuppertal- Elberfeld

10.11.1941 Marga mit den Eltern und Bruder Werner aus Wuppertal ab Düsseldorf ins Ghetto Minsk

Der Weg von Bruder Erich Humberg

Mai 1935 Bruder Erich nach Köln zur Ausbildung zum Schreiner in der Handwerkerschule der Synagogengemeinde in Köln; er wohnte im Lehrlingsheim in der Agrippastraße 10; später zur Hachschara nach Polenzwerder bei Eberswalde; nach der Heirat mit Lotte Levy wohnen sie bei Josef Salomon Krauthammer (1897- 1943) in Bottrop, Essener Straße 17

Januar 1941 Erich und Lotte Humberg abgemeldet in Bottrop, Essener Straße 47

22.10.1941 Bruder Erich mit Frau Lotte ab Köln ins Ghetto Lodz; Wohnadresse in Lodz, Alexanderhofstraße 45/1 (ul.Limanowskiego)

26.6.1944 Bruder Erich mit Frau Lotte aus dem Ghetto Lodz in das Vernichtungslager Kulmhof

Cousine Selma Hess auf dem Kladovo-Transport

Vom Hechaluz Österreich organisierte Alijah, Sonderhachschara SH-5; Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Palästina

24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag

Anfang Dezember 1939 Cousine Selma Hess mit Ehemann Benno und Sohn Rolf Isaak auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava

12.12. 1939 weiter nach Bezdan

14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise

18.12.-30. 12.1939 in Prahovo

31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord

Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben

Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft

19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt

Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher

März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Irmgard Höchster – drei Monate vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut erreichen sie Palästina

6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien

August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert

11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

12./13. Oktober 1941 Massenerschießung in Zasavica von 2100 als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten unter ihnen auch Cousine Selma Hess mit Ehemann Benno. Sohn Rolf Isaak Hess *21.7.1941 soll auch im Oktober 1941 umgekommen sein.

Ausnahmezustand in Dänemark 1943, Massenflucht nach Schweden

1939 Emigration von Ruth und Marga nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark:

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

Suizid der Schwester Ruth

30.8.1964 wegen anhaltender Depression begeht Schwester Ruth Neumann Suizid in Bromma Schweden

Gedenken

Grabstein für Bruder Rolf Schmuel auf dem Sde Yehoshua (Kfar Samir) Cemetery, Haifa

Grabstein für Schwester Ruth und Ehemann auf dem Södra Judiska Begravningsplatsen, Stockholm

22.10.2008 4 Stolpersteine für Levi, Erich, Marga und Werner Humberg Bottrop, Am Eickholtshof 4

13.9.2013 Pages of Testimony für Levi und Else, Erich und Lotte, Marga und Werner Humberg von Bruder Hans Humberg

Quellen

https://www.bottrop.de/downloads/kultur-bildung/stadtgeschichte/Stolpersteine-2021.pdf

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Manfred Lück: Juden in Bottrop, 2 Bde. Bottrop 1993, 2001

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129110877

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983951

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983940

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1230007

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983933

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de983941

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411110-Wuppertal5.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-17.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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