Gobas Ronald

Ronald Michael Samuel Siegbert Gobas

*16.3.1926 in Lüdenscheid; ✡ 30.9.1942 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Fritz Gobas *14.10.1888 in Eggenscheid/Lüdenscheid; ✡13.4.1967 in Lüdenscheid

Heirat der Eltern 28.12.1921 in Emden

Mutter Alice Lina Pinkusson *19.9.1895 in Emden; ✡3.9.1943 in Auschwitz

Geschwister

Walter Gobas *11.11.1922 in Lüdenscheid; ✡19.10.2013; erste Ehe mit Fannie Galler, Sohn Harvey, Tochter Alice Jean Gobas; zweite Ehe 26.8.1984 in Los Angeles Eleanor Delman;

Beruf Bankangestellter

Adressen Lüdenscheid; Weener, Norderstraße 81; Schniebinchen; Hamburg; Amsterdam Meerhuizenplein 14 I

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Großvater Michael Gobas kam am 12. 8.1879 mit seiner Frau Serphos nach Lüdenscheid.

1922 Eltern aus Emden nach Lüdenscheid

16.11.1929 Umzug der Familie nach Weener, Eröffnung eines Schuhgeschäftes am Hafen in Weener

Ronald fiel eines Tages in das Hafenbecken und wurde von Aiso Stindt gerettet

Vor 1936 Scheidung der Eltern; Mutter Alice zeitweilig zur Schwester Sientje nach Emden;

30.1.-7.2.1935 Bruder Walter auf der SS WASHINGTON von Hamburg nach New York

mit Unterstützung der German Jewish Children Aid

Heimatadresse in Weener

1937 Offiziell war Vater Fritz Gobas von März bis August 1937 in Lüdenscheid gemeldet. Allerdings verschwand er aus der Stadt bereits im Juni 1937; 1937 -1945 lebt er illegal bei Freunden und Bekannten in Köln, weil er „aus rassischen Gründen als Volljude nat.-soz. Ver­folgungsmaßnahmen ausgesetzt gewesen“ war.

April 1936- April 1940 im Jüdischen Waisenhaus im Grindel, Hamburg; entlassen mit dem Abschluß der 8. Volksschulklasse

17.5.1939 Ronald bei Minderheitenzählung im jüdischen Viertel Grindel in Hamburg Rotherbaum, jüdisches Waisenheim

April 1940 Ronald Gobas für wenige Wochen zur Hachschara nach Schniebinchen bei Sommerfeld, von 1933-1938 Lager der „Jüdischen Jugendhilfe“, ab 1939 des Hechaluz im heutigen Polen

31.12.1938 Mutter Alice flieht aus Hamburg nach Amsterdam, Mijdrechtstraat 55 I

28.4.1940 Emigration von Ronald zur Mutter in die Niederlande

11.7. 1941 Ronald in Amsterdam gemeldet

1942 wohnt mit der Mutter Amsterdam Meerhuizenplein 14

Juli 1942 große Razzia in Amsterdam; der SD geht bei dieser Razzia anders vor als bei der ersten Razzia im Februar 1941, bei der Juden wahllos auf der Straße aufgegriffen und festgenommen wurden.

14.7.1942 mit den Bewohnern der Jugendheime auf der Liste des ersten Transports nach Auschwitz

15.7.1942 Bahnfahrt zum Bahnhof Hooghalen, Fußmarsch nach Westerbork, dort nur Registrierung, keine Aufnahme; Weitertransport nach Auschwitz; Häftlingsnummer ?

30.9.1942 Tod von Ronald in Auschwitz

16.3.1943 Mutter Alice aus Amsterdam nach Westerbork

3.9.1943 Deportation der Mutter Alice von Westerbork nach Auschwitz

Vater Fritz überlebt im Untergrund in Köln

Hans-Ulrich Dillmann berichtet bei „Joods Monument“

„Offiziell war Fritz Gobas von März bis August 1937 in Lüdenscheid gemeldet. Allerdings verschwand er aus der suaerländischen Stadt bereits im Juni 1937. Seitdem lebte er illegal bei Freunden und Bekannten in Köln, weil er „aus rassischen Gründen als Volljude nat.-soz. Ver­folgungsmaßnahmen ausgesetzt gewesen“ war, wie im Entschädi­gungsverfahren nach dem Krieg festgestellt wurde. Er habe „ohne polizeiliche Anmeldung und ohne Lebensmittelmarkenbezug“ von Mitte 1937 bis zum 6. März 1945, an diesem Tag rückten US-Panzer ins linksrheinische Stadtgebiet von Köln ein, illegal gelebt und sei­nen Lebensunterhalt von Zuwendungen und durch Gelegenheitsar­beiten bestritten, sagte er aus. Zwischendurch sei er sogar aufgrund eines Un­falls und zahlreicher Rippen- und Armbrüche in einem Krankenhaus stationär behandelt worden, ohne als Illegaler enttarnt zu werden, schrieb er in seinem Antrag auf Beschädigtenrente im Juni 1950. Vermutlich versteckte er sich als Untergetauchter zusamemn mit seiner älteren Schwester Selma Gobas (*11.01.1882 Lüdenscheid – 29.06.1944 Köln). Sie war 1938 untergetaucht. Selma Gobas wurde Mitte 1944 schwer krank in ein Hospital im Köl­ner Stadtteil Lindenthal unter verfälscher Identität eingeliefert worden. Sie gab sich als Protestantin mit falöschem Wohnsitz aus. Selma Gobas verstarb am 29.06.1944 mit 62 Jahren an einer Krebserkrankung im Hos­pital St. Anna-Haus in Köln-Lindenthal, das von dem Cellitinnen-Or­den betrieben wurde.“

Gedenken

2023 Stolpersteine für die Familie Gobas in Weener, Norderstraße 81

Gedenkstele auf dem Jüdischen Friedhof in Emden mit dem Namen von Alice Lina Gobas, geb. Pinkusson

Quellen

Hans-Ulrich Dillmann, Schicksale der Jüdinnen und Juden aus Lüdenscheid; Geschichts- und Heimatverein (GHV), Lüdenscheid, 2021

https://stolpersteine-weener.de/wp-content/uploads/Brosch%C3%BCren/2023-10-21-Brosch%C3%BCre-Nr.-9-Stolpersteine-Weener.pdf

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 5605); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Gobas%22%7D&page=2

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Pinkusson%22%7D

https://www.joodsmonument.nl/nl/page/651735/untergetaucht-in-deutschland

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de874788

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130293343

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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