
Günther Benger
*2.3.1909 in Beuthen; ✡ vor 1945 in Polen
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Emanuel Benger*15.6.1879 in Königshütte ; ✡ 19.3.1943 in Theresienstadt
Mutter Eliza Else Blumenfeld *28.7.1876 in Zabrze; ✡ vor dem 8.5.1945
2. Ehe des Vaters Johanna Hurwitz *6.11.1873 in Domin; ✡5.2.1943 Theresienstadt
Tanten
Henriette Benger geb. Graetzer *20.7.1875 in Königshütte; ✡1942 in Auschwitz; oo Jakob Benger
Paula Nebel geb. Benger *30.12.1869; ✡15.12.1943 Theresienstadt
Geschwister
Kurt Benger *26.11.1908 in Grimmen; ✡16.5.1992 Los Angeles; oo1938 Frieda Israel; oo Greta Josephi
Lothar Benger (?)
Cousin/e
Elfriede Nebel *15.9.1892 in Beuthen; ✡9.1.1943 Theresienstadt
Harry Zwi Benger *28.12.1911 in Rossberg; 20.8.1989 Manhattan; oo Sara Scherer; oo Gottlieb
Beruf landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Beuthen, Hohenzollernstraße 14; Neuendorf; Hangelsberg
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Günter Benger in der Lehre bei Fa. Wolfsohn in Beuthen; zusammen mit seinem Freund Richard Drzezga

3.10.1934 Alija von Cousin Harry; Einreise in Haifa mit Ehefrau Sara geb. Scherer mittels Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Minderheitenzählung
17.5.1939 Günter in Beuthen, Hohenzollernstraße 14 mit Mutter Else und Tante Henriette Benger
17.5.1939 Vater Emanuel mit der 2. Frau Johanna Hurwitz sowie Tante Paula und Cousine Elfriede Nebel in Breslau, Kirschallee 81
Landwerk Neuendorf
Günter Benger zur Hachschara ins Umschulungslager Landwerk Neuendorf
30.4.1940 sechs Juden werden aus Neuendorf verlegt ins Umschulungslager Gut Wulkow in Hangelsberg/Spree; Lagerleiter und Kolonnenführer ist Ernst Grünberger
10.6.1940 Günter Benger zur Hachschara auf das Gut Wulkow bei Hangelsberg


5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
Juli -September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Gut Winkel. Havelberg; Verlegungen in das Lehrgut Neuendorf im Sande und Paderborn;

20.3.1942 der Forstmeister in Hangelsberg richtet ein Protestschreiben gegen den angeordneten Abzug der jüdischen Waldarbeiter an den Landforstmeister
2.4.1942 Verhaftung von Günter Benger mit 7 weiteren Chaluzim in Hangelsberg
2.4.1942 Verhaftung von 62 Bewohnern des Landwerks Neuendorf, besonders der älteren, staatenlosen oder zuvor bei der Gestapo auffällig gewordenen; Deportation auf Lastwagen in eine große Turnhalle nach Frankfurt/Oder, wo noch 100 Juden aus den Forst- und Ernteeinsatzlagern in Beerfelde, Hangelsberg, Hasenfelde, Jakobsdorf, Kaisermühl, Kersdorf, Pillgram, Schönfelde und Treplin hinzustoßen. Die älteren Deportierten sind zumeist 1940 aus dem Regierungsbezirk Schneidemühl nach Neuendorf, Pillgram, Treplin und anderen Lagern verbracht worden.
3.4.1942 Deportation auf dem XII. Transport von Berlin ins Ghetto Warschau; Abfahrt aus Frankfurt/Oder um Mitternacht
Clara Grunwald schreibt in einem Brief vom 3.4.1942
„Ich muss dir etwas sehr trauriges mitteilen: einige 60 Menschen, ein knappes Drittel haben gestern fortfahren müssen und werden heute Charfreitag , um Mitternacht, nach Polen verladen..“
5.4.42 Adam Czerniaków, Vorsitzender des Warschauer Judenrats, hält in seinem Tagebuch fest:
„Um 8 trafen 1025 Deportierte aus Berlin ein.“
Tod von Günther Benger vor dem 8.5.1945, Ort und Datum unbekannt
2.6.1942 Tante Henriette deportiert von Beuthen nach Auschwitz
Theresienstadt

27.7.1942 Deportation des Vaters und der Stiefmutter Johanna auf dem ersten Transport IX/1 aus dem Regierungsbezirk Breslau einschließlich der von der Kultusvereinigung Breslau verwalteten „Sammellager“ in Grüssau, Riebnig und Tormersdorf nach Theresienstadt
30.8.1942 Deportation der Tante Paula und Cousine Elfriede Nebel nach Theresienstadt
9.1.1943 Tod von Cousine Elfriede in Theresienstadt
5.2.1943 von Stiefmutter Johanna in Theresienstadt

19.3.1943 Tod des Vaters Emanuel Benger in Theresienstadt (irrtümlich Bratislava/Pressburg)
15.12.1943 Tod von Tante Paula Nebel in Theresienstadt
Shanghai – Nachkriegszeit
1939 Flucht von Bruder Kurt mit Ehefrau Frieda nach Shanghai

1939 Bruder Kurt im Jüdischen Adressbuch in Shanghai, 24/13 Ward
1940 Geburt von Neffe Denny Benger in Shanghai

10.8.-25.8.1947 Bruder Kurt mit Sohn Denny auf der USS GENERAL M C MEIGS von Shanghai nach New York

6.4.1950 Bruder Kurt mit Ehefrau Frieda und Sohn Denny Benger in Long Beach, Los Angeles bei US Census
Gedenken
15.6.1990 Page of Testimony für Günter Benger von Cousin Ila Rauner
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Volkszählung 1950 der Vereinigten Staaten – Kurt Benger
https://genealogyindexer.org/view/1939Shanghai/23
https://collections.yadvashem.org/de/names/13970063
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de839508
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de839504
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de839503
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot12.html
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420403_Frankfurt7.jpg
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420403_Frankfurt8.jpg
Passenger Lists of Vessels Arriving at San Francisco, CA, 1893-1953 (National Archives Microfilm Publication M1410, roll 392, line number 21, record id 004894245_00741_20); Digital Folder Number 004894245, Image Number 00741
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5017117
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5185319
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5185325
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5185327
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5185317
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5185313
A. Czerniaków, Im Warschauer Getto, München 1986
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Günther Benger ist auch in der Kartei von Yadvashem mit Foto zu finden. Günther hatte einen Bruder ( Lothar ?), dem es vermutlich die Auswanderung nach Palestina ( Haifa ? ) gelungen ist.Günter war mit meinem Vater in der Lehre bei Wolfsohn in Beuthen.Es war eine gute Freundschaft.
Dank Ihrer Anregung habe ich die Biografie neu aufgestellt und konnte zahlreiche Fakten und Dokumente hinzufügen