Reiter Otto

Otto Jehuda Reiter

*27.8.1920 in Dortmund; 3.3.1995 in Kiriat Bialik;

Staatsangehörigkeit polnisch

Vater Isaak Itzchak Jakob Iakar Reiter *3.2.1883 in Czernowitz; ✡1943 Riga

Mutter Rachel Rosa Speier Holstein *11.5.1881 in Köln; ✡ 1943 Riga

Onkel Dr. med Viktor Speier Holstein *17.2.1890 in Köln; ✡ 1942 Auschwitz

Geschwister

Leo Ludwig Leib Arie Reiter *29.4.1925; ✡ in Auschwitz vor dem 8.5.1945

Beruf landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Dortmund, Nordstraße 12; Köln; Steckelsdorf

Heirat Nomi Reiter

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Vater Isaak Jakob war Ingenieur, Mutter Rosa Lehrerin

17.5.1939 die Eltern in Dortmund bei Minderheiten-Volkszählung

Das jüdische Umschulungslager Gehringshof

Otto Reiter am 3.3.1939 zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Gehringshof in Hattenhof bei Fulda; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD.

Der Gehringshof wurde 1929 erworben von der Kibbuz-Haddati-Bewegung, Mitglied im Bachad, zuvor in Betzenrod und Rodges, ab April 1934 auch Kibbuz Hag Shamash

 Die Ausbildung erfolgte auch auf den umliegenden Bauernhöfen. Neben dem Gehringshof bestanden

in Hessen Hachscharalager in Grüsen, Külte bei Volkmarsen und Lohnberghütte bei Weilburg.

26.4.1939 abgemeldet aus Hattenhof

1939 Otto nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

Bruder Leo von Steckelsdorf nach Auschwitz

Bruder Leo Reiter zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist ab 1933 der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘, Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD

Lagerleiter ist Dr. Benjamin Abrahamson, ab 1941 Kurt Silberpfennig

28.10.1938 4 Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf, ausgewiesen in der ersten Polenaktion und nach Zbaszyn deportiert

1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen

11.7.1942 Leo Reiter deportiert aus Steckelsdorf unter Leitung des Steckelsdorf-Madrich Kurt Silberpfennig auf Transport Magdeburg – Dessau-Berlin nach Auschwitz; 52 Chawerim kamen aus dem ehemaligen jüdischen Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow II

13.7.1942 Ankunft und Selektion der Chaluzim aus Steckelsdorf in Auschwitz

Keine weiteren Daten zu Leo Reiter bekannt

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Otto erfasst bei der Volkszählung in Tikøb, Lynge Kronborg, Frederiksborg; zusammen mit Oskar Tisser als Mieter, Irma Llonower, Martin Leopold, Siegfred Schuss, Ludwig Strauss, Moritz Isaak, Bruno Schmitz; zuvor wohnten hier auch Nathan Königshöfer und Ernst Samosch

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem treffenden mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

5.10.1943 Ankunft von Otto Reiter in Högenäs nahe Helsingborg, Schweden

1947 Heirat von Otto in Schweden mit Nomi

Deportation der Eltern und Onkel/Tanten aus Köln

22.10.1941 Onkel und Tanten Speier -Holstein auf der Transportliste Köln ins Ghetto Lodz

1941 Beide Eltern bereits auf der für den Dezember vorgesehenen Transportliste von Dortmund nach Riga

Dezember 1941 Ankündigung der „Umsiedlung in den Osten“

24.1.1942 Bochumer Hauptbahnhof, weiter nach Dortmund,

24.-27.1.1942 Sammellager Saal der Gaststätte „Zur Börse“ in der Steinstraße (beim Viehmarkt)

27.1.1942 Transport Dortmund nach Skirotawa; Riga, Ghetto

1.2.1942 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

30.3.1942 2. Dünamünde-Aktion im Ghetto Riga;

Gedenken

19.5.1955 Pages of Testimony für Leo und die Eltern von Otto Jehuda Reiter

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411022-5.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127-Dortmund20.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420127_Dortmund17.jpg

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/128450689

Volkszählung in Dänemark von 1940, in Tikøb, Lynge Kronborg, Frederiksborg

https://safe-haven.dk/en

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Lund-rapport_Reiter__Otto__1_.jpg

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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