Benjamin Weichselbaum
*6.3.1923 in Beuthen; ✡ 6.8.1976 in Netzer Sereni
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Chaskel Weichselbaum *1895 in Rzeszow; Maurermeister; ✡ 17.7.1942 in Auschwitz
Mutter Rosa Rachel Reisel Laufer *1895 in Frankfurt; ✡ 31.5.1942 in Auschwitz
Geschwister
Sima Weichselbaum *29.4.1924 in Beuthen; Überlebende; oo Szmulewitz
Mordechai Zwi Weichselbaum
Rivka Weichselbaum *30.8.1928 in Beuthen; ✡ 31.5.1942 in Auschwitz
Beruf landwirtschaftlicher Arbeiter, Gärtner
Adressen Beuthen; Chrzanów; Hattenhof Nr. 36; Netzer-Sereni
Heirat Miriam Herring *25.12.1922 in Grodzisk-Mazobęcki; ✡ in Israel
Kinder
Ilan Weichselbaum *1951; oo Kraus
Rachel Weichselbaum; oo Stephen Ross
Yonit Weichselbaum; oo Avi Royker
Weiterer Lebensweg
Erste Polenaktion 28.10.1938
28.10.1938 Erste Polenaktion, 15000 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit werden nach Zbaszyn abgeschoben, vermutlich auch die Familie Weichselbaum; die Familie zieht dann nach Chrzanow, wo weitere Mitglieder der Familie Weichselbaum wohnen
1.9.1939 Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen
4. 9.1939 Besetzung von Chrzanów/Krenau im neuen „Ostoberschlesien“
Ende 1940 Einrichtung des Ghetto Chrzanow; die Familie wird ins Ghetto Chrzanow eingewiesen
1.11.1941 Absperrung des Ghetto Chrzanow;
Mai/Juni 1942 Transport von 4.000 Juden nach Auschwitz
NS-Mann Helmut Kleinicke rettete als Bauleiter zuständig für alle Tief- als auch Hochbaumaßnahmen im Kreis Chrzanów (Krenau) vielen Ghetto-Bewohnern das Leben, indem er sie als unabkömmliche Arbeiter deklarierte.
16. – 18.2.1943 Auflösung des Ghetto Chrzanow durch die Polizeikompanie Sosnowitz, die Reiterstaffel und die Gestapo Kattowitz
1000 Juden werden nach Auschwitz deportiert; Verbringung der verbliebenen 3000 Bewohner ins Durchgangslager Sosnowitz/Sosnowiec; von dort gingen Transporte nach Trautenau, Freystatt und in die Reichsautobahnlager Markstätt und Gogolin.
Benjamin Weichselbaum eingewiesen in das KL Groß Rosen, Häftlingsnummer 25896
10.2.1945 Transport aus Groß-Rosen mit dem Zug zusammen mit Israel Lerner, Motek Forscher und Icchak Jucker, Spitzname „Papa Jucker“ ins KL Buchenwald;
Unterbringung im Zelt im Kleinen Lager; Häftlingsnummer 129588, zweiwöchige Quarantäne
26.2.1945 Nach Quarantäne Verlegung in das Buchenwald Außenlager in Berga a.d. Elster, Codename „Schwalbe“ (Schw) zusammen mit Mordechai Forscher und Israel Lerner; etwa 3.400 meist jüdische Häftlinge mussten dort im Auftrag der Braunkohle Benzin AG Tunnel in den Berg treiben für ein geplantes unterirdisches Hydrierwerk. Über 300 von ihnen kamen ums Leben.
April 1945 Todesmarsch von 1500 in Richtung Dachau und Theresienstadt
21.4.1945 besteht der Zug noch aus 850 Menschen; später wurden sie in mehrere Gruppen getrennt und teilweise noch bis Theresienstadt getrieben.
Mai 1945 nach der Befreiung wird Benjamin Weichselbaum im DP Camp Mittenwald registiert.
12.7.1945 Eine aktive Tuberkulose führt zur Verlegung in das Tuberkulose Krankenhaus, Städtisches Krankenhaus München Harlaching
Oktober 1945 ein Aufenthalt im Sanatorium Gauting schließt sich an.
5.10.1945 angemeldet in Fulda Friedrichstraße 7
22.10.1945 Fulda Friedrichstraße 37, Zimmervermietung
Dezember 1945 nach Abreise der „TEL HAI“-Gruppe nach Bergen-Belsen wechselt Weichselbaum in den Kibbuz Buchenwald auf dem Gehringshof
10.1.1946 angemeldet im DP Center Fulda Nr. 138
Ende 1946 Ein von der jüdischen Brigade organisierter illegaler Grenzübertritt nach Eindhoven scheitert an der niederländischen Grenze. Kurze Zeit später gelingt 40 Chawerim die „Bricha“ ab Frankfurt über Österreich nach Italien. Zu dieser NOHAM-Gruppe gehörten auch Mordechai Forscher und Benjamin Weichselbaum.
Über Mailand und Turin kommen sie in das DP-Camp Via Unione in Rivoli, Camp-Leiter Ari Avisar aus Jerusalem.
13.2.1947 Verlegung in ein Lager in Aqua Santa in den Abruzzen
Anfang Mai 1947 Verlegung der 40 Buchenwalder in den kleinen Adriahafen Mola di Bari
13.5.1947 Alija beth, Einschiffung von 1457 Ma’apilim auf der SS AGHA ORIETTA/MORDEI HA GETAOT (GHETTO REBELS) in Mola di Bari
Insgesamt gingen 80 Mitglieder des Kibbuz Buchenwald vom Gehringshof und Gersfeld an Bord des Schiffes MATAROA (September 1945), mehr als sechzig auf die „Tel Hai“ (März1946), etwa ein Dutzend auf die „Biria“ (Juli1946), neunzehn auf der „Katriel Yaffe“ (August1946) sowie etwa 40 weitere auf der „Ghetto Rebels“ (Mai1947) und 20 auf der „Aliya“ (November1947)
Britisches Internierungslager auf Zypern
23.5.1947 wird die GHETTO REBELS vor Rafah von britischer Marine aufgebracht, nach Haifa geleitet und nach Zypern in das Sommerlager Nr. 55 verbracht.
Die fünf „ Sommercamps“ (Nr. 55, 60, 61, 62, 63) bestanden aus Zeltstädten in Kraolos bei Famagusta, die sieben „Wintercamps“ (Nr. 64-70) in Dekalia aus Nissen -huts (Wellblechhütten)
Die Briten führten die Detentioncamps auf Zypern wie POW-Camps: Umzäunung, Wachtürme, ständige Bewachung.
Moshe Alter eröffnet hier zusammen mit Mordechai Forscher eine Schule, Benjamin Weichselbaum fungiert als „Hausmeister“.
1948 eröffnet Moshe Alter eine weitere Schule für das Lager Nr. 62
14.5.1948 Unabhängigkeits-Proklamation durch David Ben Gurion, Staatsgründung Israel und Beginn des Unabhängigkeitskriegs
20.8.1948 Ankunft der Buchenwald Gruppe aus Zypern auf der SS THEODOR HERZL in Haifa
Sie kommen als Einzelpersonen in das Einwandererlager Binyamina, da die NOHAM-Gruppe inzwischen auseinandergefallen ist; zunächst nach Haifa und Tel Aviv, dann gehen sie in den Kibbuz Buchenwald. Itka Alter berichtet:
„Wir kamen später in Israel an… Wir haben uns mit den Menschen im Kibbuz Buchenwald in Verbindung gesetzt.
Benjamin Weichselbaum geht mit einem Teil der inzwischen zerfallenen NOHAM Gruppe in den Kibbuz Buchenwald, später Netzer Sereni; andere Kibbuzim berichten, dass er mit Leo Engel der LKW-Fahrer des Kibbuz war.
Shlomo Neaman berichtet:
„Sie kauften den Brockway-Lkw, als ich als Fahrer arbeitete, und später wechselte der Brockway zum Fahren durch Benjamin Weichselbaum.“
Schwester Sima Shmulewicz Weichselbaum
Schwester Sima interniert in den Lagern Arnau und Ober-Altstadt in der Tschechoslowakei;
März 1940 Einrichtung eines Zwangsarbeitslagers für Juden in Ober-Altstadt
März 1944 Ober-Altstadt als Kommando des KZ-Außenlagers Parschnitz des KL Groß-Rosen mit Jüdinnen
Gedenken
18.4.1999 Pages of Testimony für die Eltern, Schwester Rivka und weitere Familienmitglieder von Schwester Sima Shmulewicz Weichselbaum
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1736606
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/69651967
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/75605148
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70085390
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/69651965
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10777884
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7384217
Nurit Cohen Bacia, Die Geschichte eines Ortes, 1948-2009; O-Sonic-Press, 2009
Judith Tydor Baumel, Kibbuz Buchenwald, Hrsg. Kibbuz HaMeuhedet, Tel Aviv 1994
Zeugnisse aus dem Tal des Todes, Veteranen des Kibbuz Netzer-Sereni erzählen; Oranit Verlag, 1998
https://newrepublic.com/article/151061/road-buchenwald
https://www.jewiki.net/wiki/Netzer_Sereni
https://de.wikipedia.org/wiki/Netzer_Sereni
Home – Deutsch
BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)
https://www.mappingthelives.org
http://www.dpcamps.org/listDPCampsbyTeamNo.pdf
http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374
Arolsen Archives, Arolsen Signatur DE ITS 2.1.1.1 HE 016 JÜD 7 ZM
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947