Steinwell Sally

Sally Salomon Sol Steinwell

*5.1.1915 in Fürth; ✡ Juni 1978 in New Orleans

Staatsangehörigkeit deutsch; staatenlos

Religion jüdisch

Vater Ruben Steinwell *25.12.1882 in Obsdoff, Podol; ✡26.3.1942 in Riga, Jungfernhof

Mutter Fanny Feige Schechter *7.7.1882 in Kolomea; ✡26.3.1942 in Riga, Jungfernhof

Großeltern Juda Steinwell und Sophie Roitburd (*15.4.1868; ✡ 25.10.1942)

Großeltern Schmuel und Schajndl Jenny Schechter

Onkel Moritz Moses Steinwell *1881

Geschwister

Betty Steinwell *14.5.1910 in Fürth; ✡25.1.1990 in Atlanta; oo Rudolf Introligator/Intro *5.9.1908 in Offenbach

Friedel Steinwell *1911 in Fürth; ✡ 1977; oo

Rosa Shulamit Steinwell *13.7.1916 in Fürth; ✡ 11.6.2003 in Haifa; oo Wilhelm Schmidt/Zeew Nappcha (*20.8.1914)

Cousin

Benno Steinwell *16.7.1908 in Fürth; Offenbach; oo Mina Popiska *1908

Beruf Zahntechniker;Landwirtschaftlicher Arbeiter, Gärtnermeister

Adressen Fürth, Maxstraße 20 II; Tikøb, Dänemark; Halmstad, Schweden

Heirat 14.1.1940 in Tikøb mit Thekla Schapira *10.5.1914 in Frankfurt

Kinder

Marion Steinwell * 1945 in Göteborg; oo Miller ;

Enkel Stephen Miller

Weiterer Lebensweg

1920 Rubin und Fanny Steinwell kaufen das Haus Maxstraße 20

1921 Ruben betreibt hier mit Bruder Moritz die Zigarettenfabrik „Gebr. Steinwell“

Bruder Benno und Schwester Betty nach Offenbach; sie wohnen bei Rudolf Introligator (späterer Ehemann von Betty) in der Glockengasse

9.7.1934 Ankunft von Bruder Benno in Haifa

30.8.1937 Ankunft von Schwester Ruth und Wilhelm Schmidt in Haifa mit Arbeiterzertifikat C/LS des Hechaluz; Ruth als Ehefrau mit C/2

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater Ruben in Fürth verhaftet

11.11.1938 Internierung des Vaters im KL Dachau, Häftlingsnummer 21644

21.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau

17.5.1939 Eltern in Fürth, Maxstraße 20 II bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Großeltern Steinwell in Fürth, Ottostraße 17 bei Minderheiten-Volkszählung

Volkszählung in Dänemark

5.11.1940 Bachad-Chawerim bei dänischem Census in Tikøb:

Salomon und Thekla Steinwell erfasst in Tikøb, Lynge Kronborg, Frederiksborg; sie wohnen in einer Wohngemeinschaft mit den Chawerim Judasia Einhorn, Theodor Fürst, Rosa Kreitstein, Max Mahr, Margret Trattner, Samuel Wildstein

Ebenfalls in Tikøb

Beide Listen mit derselben Handschrift ausgefüllt.

Irmgard Klonower, Nathan Königshofer, Isaak Martin, Leopold Martin, Otto Reiter, Ernst Samosch, Bruno Schmitz, Siegfried Schuss, Ludwig Strauß, Oskar Tisser

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

1939 Emigration nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenfluchtüber den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

13.10.1943 Sally und Thekla Steinwell auf einem Fischkutter von Moen nach Trelleborg

Der BACHAD Hachschara Kibbuz in Halmstad

Oktober 1938 Salomon Adler-Rudel von London an Emil Glück in Stockholm, ob möglichst bald eine orthodoxe Hachschara in Schweden gegründet werden kann um die deutschen Chaluzim aus Ricavo in Italien herauszuholen. (Adler Rudel war 1936 bis 1945 Repräsentant der deutschen Juden in internationalen Organisationen und Administrator des Central British Fund for German Jewry (CBF) in London, Emil Glück Leiter der Hachschara in Schweden)

1939 Daraufhin Gründung des BACHAD-Kibbuz in Halmstadt, Schweden

Herbst 1939 die Villa des Kibbuz brennt aus; das Zentrum mit Hilfe anderer Komitees wiederaufgebaut.

1940 lebten in Halmstadt etwa 20 Chawerim des BACHAD

Auswanderung nach New Orleans

29.6.-10.7.1946 Salomon, Thekla und Tochter Marion auf der SS STAVANGERFJORD von Göteborg nach New York, finanziert vom Jewish Aid Committee in Kopenhagen

Ziel Schwester Betty Intro

Deportation Fürth – Riga

2.10.1941 Hausverkauf durch Rubin Steinwell in Fürth

Verhaftungen am 27.1.1941 in Fürth

27.11.1941 Verhaftung der Eltern mit 89 Juden in Fürth; dieZahl der aus Fürth Deportierten wird je nach Publikation unterschiedlich mit 84 bis 95 angegeben.

27.11.1941 Verbringung in fünf größere Baracken des Kriegsgefangenenlagers Ecke Breslauer-/Zollhausstraße in Nürnberg- Langwasser, nahe des Reichsparteitagsgeländes;

29.11.1941 Verbringung zum Nürnberger Bahnhof Märzfeld

29.11.1941 Transport mit dem Zug „Da 32“ von Nürnberg nach Skirotawa, Riga

2.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Lager Jungfernhof

26.3.1942 Tod der Eltern bei der „Dünamünde-Aktion“ im Jungfernhof

Deportation Fürth-Theresienstadt

14.7.1942 Tod des Großvaters Juda Steinwell in Fürth

Großmutter Sophie ins Judenhaus Theaterstraße 36

10.9.1942 Deportation der Großmutter Sophie von Fürth nach Theresienstadt

25.10.1942 Tod der Großmutter Sophie in Theresienstadt mit Marasmus, Demenz

Rückerstattung des Hauses

1951 das Haus Maxstraße wird an die Geschwister Sally und Betty zurückübertragen

1956 Verkauf des Hauses für 72000 DM

Gedenken

Quellen

Volkszählung in Dänemark 1940

https://safe-haven.dk

https://www.mappingthelives.org

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/76876044

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Fuerth4.jpg

https://www.statistik-des-holocaust.de/II25-34.jpg

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7139); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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