Metta Shulamit Lande
*13.10.1924 in Wien; ✡ 23.4.2017 in Ramat Gan
Staatsangehörigkeit Österreich, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Fallek Lande *1.2.1891 Sadagora Rumänien; ✡?
Mutter Zlatka Rubel *9.2.1902 in Polen; ✡?
Geschwister
Norbert Lande * 13.10.1922 in Wien; ✡?
Cousine Johanna Rubel *8.10.1922 in Wien; ✡29.4.1998; oo Fritz Lindner
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Wien, Linzer Straße 113; Wassenaar; Paris, Toulouse; Ramat Gan
Verlobung mit Max Windmüller während des Weltkrieges
Heirat Hans Chanan Röthler *13.10.1922 in Breslau; ✡23.12.1968 Tel Aviv
Kinder
Doron Röthler
Maya Röthler; oo Edri
Weiterer Lebensweg
6.8.1936 Mutter Zlatka Lande auf der Liste der angekommenen Kur- und Badegäste in der königl. Stadt Kaiser-Karlsbad
„Anschluss“ Österreichs
Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
Bruder emigriert nach Palästina
1.6.1938 Vater Fallek verhaftet bei der ASR-Aktion „Arbeitsscheu Reich“
Schutzhaft des Vaters im KL Dachau

24.9.1938 Verlegung des Vaters von Dachau in das KL Buchenwald
11.2.1939 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald
Alija Beth auf der SS LIESEL
3.6.1939 Ankunft der Eltern in Haifa, sie emigrieren auf der SS LIESEL über die Donau/Schwarzmeerroute nach Palästina;
Kindertransport
10.12.1938 Metta Lande mit ihrer Cousine Hanna Rubel (*8.10.1922 in Wien, s.u.) auf dem Kindertransport von Wien nach Den Haag/Wassenaar
11.12.1938 Quarantine Den Haag, Copernicusstraat 159
10.1.1939 Huize Overvoorde, van Vredenburchweg 174, Rijswijk
13.9.1939 Huis ten Vijver, Dwarsweg 3, Scheveningen
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam das Hachschara Zentrum „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. 99 Jugendliche fanden hier Zuflucht. Zwischen 1939 und 1940 bestand alternativ das Zentrum in Mijnsheerenland.
Nachdem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde das Lager kurzfristig nach Alkmaar evakuiert.
Als ab Juli 1942 die ersten Massen-Deportationen nach Auschwitz einsetzten, beschlossen die Madrichim Miriam Waterman und Menachem Pinkhof, die 30 Jugendlichen Mitte August 1942 mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.
29.1.1940 Metta Lande zur Hachschara nach Loosdrecht, „het Paviljoen“, Loosdrechtse Raade

Im Heim der Jugend-Alija in Loosdrecht lernt Metta Lande ihren späteren Verlobten Mxa Windmüller kennen.

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen. Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.
15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.
13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.
Metta Lande kommt auf den Bauernhof des Ehepaars Dirk & Nel Doets, zusammen mit Esra Jurovics

Westerbork
12.8.1943 Max Windmüller im Polizeilichen Judendurchgangslager Westerbork inhaftiert.

Es ist ungesichert, dass Metta Lande auch im Westerbork war und von dort geflohen ist, wie es Paul Siegel angibt. Bereits am 18. 8.1943 gelingt Winmüller die Flucht aus Westerbork in einem Wäschereifahrzeug.
Resistance in Frankreich
Anfang 1944 gehen Metta Lande und Max Windmüller nach Paris
Metta’s Decknamen sind Elisabeth Brinkman und Margareta Lans.
Lande ist die Kontaktfrau zwischen der niederländischen Gruppe, der AJ (Armée Juive) und der MJS (Zionistische Jugendbewegung
18.7.1944 beim Versuch, andere Palästina-Pioniere aus dem Gefängnis zu befreien, wird Max Windmüller bei einem konspirativen Treffen mit franzözischen Widerstandskämpfern in Paris von der Gestapo verhaftet und im Gestapogefängnis, als politischer Nichtjude unter seinem Decknamen arrestiert.
Metta Lande ist bei diesem Treffen zufällig nicht anwesend
18. Juli 1944 geheimes Treffen der jüdischen Résistance in der Rue Erlanger in Paris von der Gestapo gestürmt, nachdem es von dem Doppelagenten Karl Rebh verraten worden war. Max Windmüller (Deckname Cor) und andere Mitglieder des jüdischen Widerstands, u. a. André Amar, Henri Pohoryles Ernst Appenzeller, César Chamy und Maurice Loebenberg, wurden verhaftet. Der Haftbefehl lautete auf Hochverrat, Feindbegünstigung und Spionage. Die Verhafteten wurden in das Gestapo-Hauptquartier in die Rue de la Pompe verbracht, verhört und auch gefoltert, woran Loebenberg starb. Die übrigen wurden über das Gefängnis Fresnes in das Lager Drancy gebracht. Von der Gruppe um Cor waren in Fresnes inhaftiert: Kurt Reilinger (Nanno), Paula Kaufmann, Alfred Fraenkel (Zippy), Ernst Hirsch (Willy), Ernst Ascher, Gert Sperber, Paul Wolf, aus der französischen Gruppe u.a. René Kapel, Jacques Lazarus.
25.8.1944 Max Windmüller vom BDS Paris mit seinem Freund Paul Wolff in das KL Buchenwald deportiert, Häftlingsnummer 54573; Unterbringung in Block 57 mit den aus Paris Deportierten Ernst Ascher, Ernst Hirsch, Paul Wolff, Gerd Sperber, Alfred Fränkel, Max Windmüller, Kurt Reilinger
16.9.1944 Max Windmüller 250 Häftlinge, überwiegend Franzosen und Russen, von Buchenwald in das Buchenwald-Außenlager Eisen- und Hüttenwerke AG Bochum an der Castroper Staße 228 , dort wurden Panzerplatten hergestellt.
21.4.1945 auf dem Todesmarsch von Buchenwald Richtung Dachau bei Winklarn in der Oberpfalz hockt Max sich auf die Knie, um aus einer Pfütze zu trinken. Er kann nicht mehr aufstehen. Der Schuss der SS-Begleitmannschaft trifft ihn von hinten. Er ist sofort tot. Sein Freund Paul Wolff ist bei ihm und legt später Zeugnis ab.
Nach der Verhaftung ist Metta Lande aktiv in der Resistance mit Jacqueline Gauthier (Judith Geller Markus), Lucien Rubel, Tony Gryn, Simon Levitte, Henry Pohorylès und Jacques Lazarus.
Alija beth
Metta Lande überlebt in Südfrankreich im Untergrund
4.9. Alija beth mit ca. 70 Ma’apilim auf der SS NETTUNO/NATHAN I von Italien nach Haifa
Testimony Interview 1986 mit Adrian Doets

Gedenken
Quellen
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade; 2. Auflage 1998
Metta Lande (born 13 October 1924)
https://www.infocenters.co.il/gfh/list.asp
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130326900
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6437279
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316