
Isi Itzchak Itsche Israel Tiefenbrunner
*11.11.1925 in Köln; ✡ 11.5.1944 in den Pyrenäen
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Chaim Tiefenbrunner *20.7.1884 in Ilmenau, Limanow, Galizien; ✡?
Mutter Rahel Manes *22.2.1884 in Nowy Sacz/Neplewicz; ✡ vor 1944 in Polen
Geschwister
Lotte Tiefenbrunner *8.1.1910 Limanow; ✡11.1.2007 Jerusalem; oo Orent
Adolf Tiefenbrunner *13.6.1914 in Köln; ✡ vor 1944 in Polen
Elias Tiefenbrunner *1918
Moshe Tiefenbrunner/Jarden *29.1.1920; ✡1982 Kibbuz Misra oo Ruth Waldhorn (*29.10.1922)
Cousine, Vater Efraim Tiefenbrunner, Köln
Sala Tiefenbrunner *1912 in Nowy Sacz; ✡vor 1944 in Polen oo Perlman
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Köln, Kämmersgasse 13
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg

Polenaktion
28.10.1938 Vater abgeschoben nach Zbaszyn; ebenso Sala Perlman
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
Oktober 1939 Auflösung von Zbaszyn; die meisten der noch verbliebenen gehen ihre Heimatorte
Flucht nach Heerlen
Isi Tiefenbrunner vermutlich auf eigene Faust mit dem Zug nach Heerlen
14.12.1938 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam
25.12.1938 Koloniehuis Sonsbeek, Schelmseweg 5, Arnhem

Mijnsheerenland
Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam den Jugendalija Hof von Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 14-Jährige und das Hachschara Zentrum „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.

21.11.1939 Isi Tiefenbrunner in Mijnsheerenland
Het Paviljoen Loosdrechtse Rade
Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen muss Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und die Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden
7.11.1940 Isi Tiefenbrunner nach Auflösung von Mijnsheerenland in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“
Die Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catarinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine Schenkung/Legat über 80000 Gulden von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige. Als Betriebsleiter wurde J. Middelburg eingestellt. Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB. Die Leitung der Gruppe übernahm das Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig.

hinten von links Claes Schönfeld, Heinz Friedmann, 5. Sjal Weis, 9. Judith Herzberg; außerdem
Jette Aalsveld, Herbert Asch, Gabriel Cohen, Isaac Nico Goudsmit, Abraham Hamburger, Fritz Adolf Heinemann, Martijn Koppel, Leib Laub, Ernst Simon Oppenheim, Franz Hermann, Selig Plato, Henriette Roos, Isi Tiefenbrunner ganz links
April 1941 Wechsel von Isi Tiefenbrunner aus Loosdrecht zur Jugendalija-Farm in Gouda
April 1943 erhalten die Chaluzim in Gouda Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Daraufhin taucht Isi Tiefenbrunner viele unter. Er findet ein Versteck als onderduiker bei einem Bauern in Brabant.
1.6.1943 wird der Betrieb von Catarinahoeve eingestellt und der Betriebsleiter entlassen.
In den Pyrenäen umgekommen
Mit Hilfe der Gruppe um Max Windmüller wird er nach Toulouse geschleust.
Mai 1944 Bei der dritten Pyrenäenüberquerung verlieren die Chaluzim den Weg und er stürzt über eine steile Felswand in eine Schlucht, schwerverletzt verstirbt er, bevor die Gefährten ihn erreichen können. Jitzchak Zakai berichtet:
„Er lag sterbend im Schnee, ohne dass wir ihm etwas helfen konnten. Er hat für uns alle bezahlt. Und mit diesem, mir fast unbekannten Kameraden, ist ein Stück von jedem von uns in Schnee der Pyrenäen geblieben.“
11.5.1944 Tod in den Pyrenäen
Ghetto Lodz
Oktober 1941 Deportation der Mutter von Köln ins Ghetto Lodz
Gedenken
5.8.1955 Pages of Testimony für Isi und die Eltern von seinem Bruder Moshe Tiefenbrunner Jarden
Quellen
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
F.van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de29983
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981987
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981990
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981985
Heinz Landwirth, Erlebnisse in den Jahren 1938 bis 1945, Dezember 1955, Wiener Library, Testaments of the Holocaust, P.III.d. No. 197, 050-EA-0703; Bundesarchiv, Namensverzeichnis, Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945.
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316