Pach Abraham

Abraham Pach

*30.1.1923 in Amsterdam; ✡ 13.2.2004

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Jonas Pach *29.9.1874 Amsterdam; ✡1.2.1943 Auschwitz

Erste Ehe des Vaters am 6.3.1895 mit Klara Reimer (1870-1919)

Halbgeschwister aus erster Ehe

Mietje Gitl Pach *22.3.1895 Amsterdam; ✡16.7.1943 Sobibor; oo Marcus Waterman (1894-1943)

Mozes Pach *28.1.1897Amsterdam; ✡ 28.1.1944 Auschwitz; oo Maria Bromet (1902-1944)

David Pach *8.1.1899 Amsterdam; ✡5.3.1943 Sobibor

Mutter Rebecca Vogel *14.3.1883 Amsterdam; ✡19.6.1938 Amsterdam

Bruder

Joel Pach *4.6.1921 Amsterdam; ✡30.9.1942 Auschwitz

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Amsterdam; Velsen; Franeker

Heirat 14.10.1945 in London mit Sonia Skapa *31.12.1924 in Berlin; ✡ 24.1.1918 in Jerusalem

Sonja und Schwester Zilla waren am 18.4.1939 mit Kindertransport nach England gerettet.

Kinder

Elchanan Pach *1947; ✡?

Arjeh Pach *1949 in Bussum; ✡18.11.1950 in Bussum

Ezra Pach

Ephraim Chotan

Weiterer Lebensweg

Kibbuz Beverwijk

Dr. med. Isidor Spangenthal, ein Verwandter im Vorstand der Hachschara-Organisation des  Misrachi „Dath we Eretz“  vermittelt ihm den Hachschara-Platz in Beverwijk, obwohl er noch zu jung ist.

Kibbuz Franeker

Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.

Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“

Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.

Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.

Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden

2.3.1941 Abram Pach von Beverwijk kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: „Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)“

3.11.1941 Pach musste an diesem Tag bei seinem katholischen Bauern Zeinstra am Rijksweg 11 in  Herbaijum länger arbeiten und kehrt erst abends zurück; auf halber Strecke wird er von Moritz Mosche Schnitzer aufgehalten, der zuvor unbemerkt den Kibbuz durch ein Fenster verlassen konnte. Sie gehen zu seinem Bauern zurück, der sie bei Cornelis Blok unterbringt, einem seiner Knechte aus Herbaijum. Dort bleiben sie bis zum 6.11.1941. Über Lemmer und Enkhuizen kommen sie mit dem Fahrrad, Boot und Zug nach Amsterdam in das Bureau des JCB Joodse Centrale voor Beroepsopleiding. Er wird bei Familie Gompers in der Corellistraat untergebracht. Deren Sohn war am 21.9.1941 in Mauthausen ermordet worden.

17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, , Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

Von Amsterdam wird Abram Pach von Willy Hiegentlich zu ihren Eltern nach Scheveningen, Bosschestraat 133 mitgenommen; dort kann er einige Wochen bleiben.

Miriam Marianne Polak (Beverwijk= bringt ihn in Kontakt mit der Familie David und mit Ju Vleeshouwer, in Rottendam, Essenburgsingel 127,  bei dem er dann ein halbes Jahr im Haus hilft.

Bis zur Einführung des „Sterns“ am 1.5.1942 kann er sich in Rotterdam auch noch frei bewegen.

1942 Arje van Thijn  ein „Beverwijker“ verschafft ihm eine gute Versteckadresse in Rotterdam

Anfang 1943 drei Monate bei verschiedenen Adressen in Hillegom;

Danach im Versteck in Oploo; sein illegaler Name ist Jan van Collem

Mai 1943 bis 31. März 1944 im Versteck bei Hillegom

Harry Asscher nimmt Kontakt mit ihm auf und beschafft ihm neue Papiere, die ihm einige Wochen später von Rivka Cahn- Jacobs (Beverwijk) übergeben werden, ausgestellt auf den Namen „Jakob Müller, Düsseldorf“

31.3.1944 Flucht mit Hilfe von Harry Asscher aus dem Westerweel-Netzwerk; Bahnfahrt von Nijmegen nach Rotterdam.

In Rotterdam bringt ihn Menachem Pinkhof zum Zug nach Paris, in dem auch Ehepaar Joop und Fiet Andriesse sitzen. In Paris werden sie von Lodi (Lodewijk Cohen, Loosdrecht) in Empfang genommen.

Mit dem Zug nach Toulouse, dort von Zak und Betty Britz in Empfang genommen und untergebracht in einer Wohnung

später über Pau nach Oloron, wo eine Gruppe von 47 Flüchtlingen zusammengestellt wird, u.a. Chanan Hans Flörsheim (Gouda), Herman Italiaander, Ernst Kohen, Tal & Frits Pollack, „Onkel Dov“ Walter Posnanski und eine junge Frau: Ruth Ehrenfest;

Pyrenäen-Passage Pessach April 1944

14.-15.4.1944 über die Pyrenäen nach Spanien

In Spanien werden sie festgenommen über Pamplona nach Lerida.

Von Lerida Einweisung für 2-3 Monate in das spanische Internierungslager Miranda del Ebro

Juli 1944 in Madrid

Mitte August 1944 Einschreibung in die Royal Netherlands Motorized Infantry Brigade, später „Prinses Irene Brigade“ der Royal Army; von Gibraltar nach England; vermutlich zusammen mit Frits Bachrach.

6.5.1945 Rückkehr in die Niederlande mit der „Prinses Irene Brigade“

8.5.1945 Befreiungsfahrt der Prinses-Irene Brigade in Bodegraven

14.10.1945 in London Heirat mit Sonia Skapa

Pessach im April 1946 erster Versuch zur Alija wird abgebrochen wegen einer TBC-Lungenerkrankung

20.3.1951 Ankunft von Abraham Pach mit Frau und Sohn Elchanan auf der SS ARETZA in Haifa

21.3.1988 Interview mit Miriam Pinkhof-Waterman

Gedenken

Grabstein für Abraham Pach, Har Menuchot Cemetery Givat Shaul, Jerusalem

Quellen

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://www.myheritage.de/research

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Gompers%201921%22%7Dhttps://danielabraham.net/tree/related/dora/

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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