
Lina Ruth Levy
*28.12.1920 in Hamburg; ✡ 6.6.1948 in Jerusalem
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Shlomo Siegfried Levy *11.6.1879 in Hamburg; ✡1.1.1966 in Tel Aviv
Heirat der Eltern 27.6.1913 in Frankfurt
Scheidung der Eltern 1945
Mutter Martha Fredel Igersheimer *26.2.1892 in Frankfurt; ✡26.7.1966 in Tel Aviv
Geschwister

Ernst Baruch Levy *3.7.1914 in Hamburg; ✡ 31.3.1944 in Auschwitz
Gerson Herbert Levy *2.12.1918 in Hamburg; ✡ 23.8.2000 Jerusalem
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikantin; Erzieherin im Kindergarten
Adressen Hamburg; Franeker; Den Haag, Emmastraat 114
Heirat ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
April 1934 Bruder Ernst Baruch aus der Jüdischen Oberschule heraus verhaftet
Juni 1933 Bruder Ernst zunächst nach Schweden, dann aber in die Niederlande
12.9.1934 Passausstellung für Ruth Levy in Hamburg
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“
Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
13.9.1938 Lina Ruth Levy von Hamburg kommend angemeldet im Kibbuz Franeker

31.1.1939 abgemeldet aus Franeker nach Den Haag, Emmastraat114
9.2.1939 nach Palästina
6.3.1939 Einreise von Ruth Lina Levy in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugend-Alija der Kategorie B(III)
7.3.1941 Einbürgerung von Ruth Lina Levy in Palästina
14.5.1948 Unabhängkeitserklärung Israel durch Ben Gurion
6.6.1948 Tod von Ruth Lina Levy in Jerusalem
Kamp Westerbork
10.4.1943 Einweisung der Eltern in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
Die sieben Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
11.-12.1.1944 beide Eltern auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen

Transport 222– Templer Transport
26.4.1944 von den etwa 1.300 Austauschjuden mit Palästina-Zertifikat werden 272 ausgewählt, vor allem Mitarbeiter des Joodse Raad Amsterdam und deren Familienangehörigen. Sie sollen ausgetauscht werden gegen „Deutsche Templer“, eine Sekte in Jerusalem.
Die Hoffnung auf den Templer-Austausch zerschlägt sich für die meisten im Sternlager
Ende Mai 1944 Reduktion auf die endgültigen 222; Unterbringung in abgesonderter Baracke
Vier Wochen Wartens nach Absage des ursprünglichen Termins
29.6. 1944 222 Austauschjuden aus Bergen-Belsen mit dem Zug über Nürnberg nach Wien; hier kommen noch 61 Engländer und US-Amerikaner aus den Internierungslagern Vittel und Laufen (Salzach) hinzu. Die Fahrt geht über Budapest, Sofia nach Istanbul. In Wien, Istanbul und Aleppo wurden jeweils die Züge gewechselt; den Bosporus überquerte ein Ausflugsdampfer, der die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges auf der asiatischen Seite von Istanbul mit einer mehrstündigen Rundfahrt überbrückte. Ab Aleppo über Beirut erreichte der Transport schließlich Haifa in Palästina.
10.7.1944 Ankunft der Eltern mit dem Templer-Transport in Haifa
Bruder Gerson Levy strandet und überlebt in Teheran
Gedenken –
Quellen
https://www.myheritage.de/research
https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=1481
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
http://danielabraham.net/tree/related/dora/
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939