Flora Harpman
*5.5.1913 Amsterdam; ✡ 19.10.1972 Tel Aviv
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Zwi Hirsch Harpman
Mutter Elisabeth Harpman *1.2.1890 in Rotterdam; ✡24.1.1975
Geschwister
Celine Harpman *20.3.1911 in Amsterdam; ✡28.5.1943 in Sobibor; oo Abraham Visjager
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin; Pflegerin
Adressen Gouda; Rotterdam, Schietbaanlaan 42; Amsterdam, Witte de Withstraat 13; Franeker;
Heirat Abraham Jakob Giskan *19.6.1917 in Jerusalem; ✡ 25.5.1968
Kinder –
Weiterer Lebensweg
2 Jahre Haushaltsschule
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“
29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;
April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
7.5.1937 Flora Harpman von Amsterdam, Witte de Withstraat 13 kommend angemeldet im Kibbuz Franeker; sie war zuvor als Haushilfe bei Fam. Dasberg beschäftigt; Eli Dasberg war Vorsitzender des Dath Waäretz

9.6.1937 Flora Harpman bereits wieder aus Franeker nach Amsterdam abgemeldet
1.10.1938 Aufnahme einer Ausbildung als Krankenpflegerin
20.9.1939 zweite Ehe der Mutter mit Willem Martinus Speydel
24.3.1943 Umzug nach Amsterdam Kuiperstraat 87
Kamp Westerbork
20.5.1943 Einweisung von Schwester Celine mit Mann und drei Kindern Visjager in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork, Baracke 55 für Familien
25.5.1943 Deportation von Schwester Celine mit Mann und drei Kindern aus Westerbork auf dem nächstmöglichen Transport in das KL Sobibor
20.6.1943 Verhaftung und Einweisungvon Flora Harpman in das Kamp Westerbork; sie kommt in die Baracke der Chaluzim Nr. 58
Die Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

1.2.1944 Flora Harpmann auf dem fünften Transport mit 210 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen zusammen mit den Chaluzoth Liny van Straten, Johanna Rubel, Kela Van der Walde
Der Verlorene Zug
10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz
Befreiung von Flora Harpman durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
Juni 1945 Flora Harpman auf der Eindhoven Lijst der überlebenden Juden der Niederlande
Juli 1945 viele der Tröbitz-Überlebenden im Rückkehrer-Sammellager Abtei St. Benediktusberg in Mamelis Vaals
29.1.1949 Alija von Flora Harpman nach Tel Aviv
Gedenken
Grabstein für Flora und Abraham Giskan auf dem Friedhof von Petah Tikwa
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130302575
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Harpman%20Flora%22%7D
https://www.myheritage.de/research
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947