Rudolf Peter Breuer
*18.7.1921 in Wiener Neustadt; ✡ 18.4.1992 in Saint Cloud, Frankreich
Staatsangehörigkeit Österreich, deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Zsigmond Breuer *29.9.1884 in Mattersburg; ✡12.10.1941 in Zasavica
Heirat der Eltern 1919 in Wien
Mutter Alice Lizzi Felsenburg *28.10.1892 in Wien; ✡ 28.9.1944 Theresienstadt
Geschwister
Hans Breuer *2.6.1920 in Wien; ✡ 13.6.2008 in Tel Aviv; oo Ruth Mainz
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Techniker
Adressen Wien, Bürgerspitalgasse 29; Franeker; Laag Keppel;
Heirat Jiandel *?; ✡ ?

Kinder zwei
Weiterer Lebensweg
Diplom nach Abschluss einer Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau
„Anschluss“ Österreichs
Nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Wehrmacht erfolgte am 13. März 1938 der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich
18.5.1938 Vater Sigmund stellt ersten Antrag zur Unterstützung der Emigration an die IKG Wien
26.8.1939 Rudolf Breuer emigriert in die Niederlande

Die IKG-Fürsorgestelle gewährt ihm 25 RM Zehrgewld
11/1939 Vater in Budapest
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“
29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;
April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
November 1939 Rudolf Breuer im Kibbuz Franeker; aber nicht im Melderegister von Franeker

11.7.1940 Wechsel von Franeker nach Amsterdam
27.7.1940 Wechsel in den Kibbuz Beverwijk in Velsen
Kibbuz Dath Waäretz in Beverwijk
Kibbuz DathWaäretz; der Kibbuz bestand von 1937 bis Ende 1940; Hachscharaorganisation des BACAHAD in derorthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß Dath Waäretz.
Die Ausbildung erfolgte bei Bauern und Handwerkern der Umgebung. Zusätzlich wurden Kurse an der Lagere Landbouwschool in Assendelft besucht.
September 1940 Räumungsbefehl für alle Juden in den Küstenregionen
1941 Wechsel aus dem Kibbuz Beverwijk in den Kibbuz Laag Keppel
Der Kibbuz Laag en Keppel bei Hummelo
Der Kibbuz Laag-Keppel war 1940 als Nachfolge des zwangsaufgelösten Kibbuz Beverwijk vom DathWaäretz gegründet worden
Aus Franeker waren somit dort: Lea Bobbe, Rudolf Breuer, Joseph Cohen, Simon van Frank, Manfred Levy, Ernst Mannes
29.3.1943 Ankündigung der „Evakuierung“; einzelne Kibbuzim wie Gustav Simon versuchen unterzutauchen, werden aber verraten und verhaftet.

KL VUGHT – Lager Moerdijk – Kamp Westerbork
10.4.1943 Festnahme aller Kibbuzbewohner, interniert als Strafgefangene im KL Vught, vermutlich als Repressalie Strafe für das Untertauchen einzelner
10.4.1943 Verhaftung und Internierung von Rudolf Breuer im KL Vught
28.5.1943 Verlegung von Rudolf Breuer von Vught in das Außenlager Moerdijk

15.11.1943 Verlegung von Moerdijk in das Kamp Westerbork
15.11.1943 Deportation von Westerbork nach Auschwitz
18.11.1943 Selektion an der Rampe von Auschwitz zur Zwangsarbeit im Buna Werk, KL Auschwitz Monowitz; er bekommt die Häftlingsnummer 163 476 in den linken Unterarm tätowiert; im November 1943 wurden in Auschwitz Birkenau die Nummer 159 830 bis 165 244 vergeben
Todesmarsch
Anfang Februar 1945 Evakuierung des KL Groß Rosen
Todesmarsch von KL Groß Rosen nach Buchenwald
Nach Schätzungen starben bei diesen Räumungstransporten von Auschwitz insgesamt zwischen 9.000 und 15.000 Häftlinge.
13.2.1945 Das Stammlager Groß-Rosen wird von sowjetischen Truppen befreit.
10.2.1945 Ankunft in Buchenwald, Baracke 67 im Kleinen Lager
26.2.1945 Arbeitskommando 20 a „Holzhof“, ein leichteres Kommando für Kinder und Jugendliche aus den Baracken 66 und 67
11.5.1945 Entlassung aus Buchenwald gemäß Beschluss einer alliierten Kommission;

er will in die Schweiz zu Franz Breuer
Der Kladovo-Transport
Vom Hechaluz Österreich organisierte Alija beth, Sonderhachschara SH-5 mit dem Plan über die Donauroute, Schwarzes Meer, Mittelmeer letztlich Palästina illegal zu erreichen.
19.11.1939 mit etwa 15 Chaluzim aus Ahrendorf zunächst von Trebbin mit der Bahn nach Berlin: Martin Hirsch, Madrich in Ahrensdorf, begleitet die Chaluzim und war einer der Leiter der Sonderhachschara 5.
24./25.11.1939 mit 822 von Wien nach Bratislava; dort kamen weitere 130 aus Berlin, 50 aus Danzig, 100 aus Prag
Anfang Dezember auf die SS URANUS zunächst nach Gyor; dann wieder zurück nach Bratislava
12.12. 1939 weiter nach Bezdan
14./15.12.1939 in Budapest auf drei jugoslawischen Schiffen SS Kraljica Marija, Car Dusan and Car Nikola zur jugoslawisch-rumänischen Grenze. Die Rumänen verweigern die Einreise.
Vater Zsigmund Breuer steigt in Budapest zu
18.12.-30. 12.1939 in Prahovo
31.12.1939 die Schiffe liegen im Winterliegeplatz in Kladovo, die Flüchtlinge bleiben an Bord
Januar 1940 ein umgebauter Schleppkahn wird angehängt, um mehr Platz zu haben
Mai 1940 die Schiffe fahren ab, die Flüchtlinge suchen bei Bauern Unterkunft
18.8.1940 Ausstellung eines Pass für – in Kladovo
19. 9.1940 die Flüchtlinge werden auf dem Kahn nach Sabac geschleppt
Unterbringung in Sabac in einer alten Mühle und einem Getreidespeicher
März 1941 in Kladovo treffen 140 Studentenzertifikate von der WIZO für weibliche Jugendliche unter 18 Jahren ein (BIII Studentenzertifikate mit der Verpflichtung die Ausbildung fortzusetzen)
März 1941 verlassen einzelne Familien, 200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Sabac mit legalen Visa, so auch Ursel Marcuse, Netty Lychenheim und Irmgard Höchster -letztere kurz vor ihrem 18. Geburtstag; über Griechenland, Istanbul, das syrische Aleppo und Beirut
30.3.1941 Ankunft in Haifa; 4 Wochen in Atlit interniert
6.4.1941 Einmarsch der Wehrmacht in Serbien
August 1941 Juden von Sabac und die Flüchtlinge in einer alten Festung Camp Sabac interniert
11.10.1941 Jüdische Männer, Zigeuner und manche Serben verlegt in das Seniak Camp

12./13.10.1941 Tod von Vater Zsigmund Breuer bei der Massenerschießung in Zasavica von 2100 Geiseln als Racheaktion für 21 tote deutsche Soldaten
Januar 1942 die Frauen und Kinder werden ins KL Sajmiste deportiert
19.3. -10.5.1942 jede Woche werden Frauen unter Herbert Andorfer während eines vorgeblichen Transportes in einem Gaswagen ermordet.
Gedenken
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/342706
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129110870
https://www.myheritage.de/research
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Breuer%201921%22%7D
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939