Leo Steinweg
*6.2.1914 in Dortmund; ✡ 29.1.1982 in Buenos Aires
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Wilhelm Steinweg *22.4.1887 in Wickede; ✡ vor 1944 in Riga
Heirat der Eltern am 25.10.1911 in Dortmund

Mutter Elise Kaufmann *18.10.1887 in Kirchhundem; ✡ 2.11.1940
Zweite Ehe des Vaters 1941 mit der Witwe

Erna Friedländer geb. Joseph *3.4.1890 in Woldenberg; ✡ Oktober 1940 in Stutthof
Großvater Benjamin Steinweg *13.2.1859 in Wickede; ✡30.5.1940 in Münster
Großmutter Dora Levi
Großvater Alexander Kaufmann
Großmutter Katharina Märker
Geschwister keine
Beruf Landwirt
Adressen Dortmund; Groß Breesen; Detmold, Hornsche Straße 33; Buenos Aires
Heirat Toni Soesmann *6.2.1914 in Haustenbeck; ✡ 29.1.1982 in Buenos Aires
Kinder zwei
Tochter Steinweg oo Engel
Weiterer Lebensweg
Die Mutter Elise Kaufmann war katholisch.
Überseegruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen
Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)
1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.
Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war Oberinspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei.
Vor 11/1938 Leo Steinweg zur Umschulung ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen
Novemberpogrom
10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-Jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.

10.11.1938 Schutzhaft angeordnet durch die Stapo Bielefeld
12.11.1938 Internierung von Leo und Wilhelm Steinweg im KL Buchenwald; Häftlingsnummer 28985 und 29106

23.11.1938 Entlassung von Leo Steinweg aus dem KL Buchenwald
29.11.1938 Entlassung des Vaters Wilhelm aus dem KL Buchenwald
28.3.1939 Leo und Toni Steinweg emigrieren nach Argentinien
17.5.1939 beide Eltern in Detmold, Hornsche Straße 33 bei Minderheitenzählung

2.11.1940 Tod der Mutter Elise Kaufmann
1941 Zweite Ehe des Vaters mit der Witwe Erna Friedländer geb. Joseph
13.12.1941 Deportation des Vaters Wilhelm mit Erna Steinweg geb. Joseph ab Bielefeld ins Ghetto Riga
Gedenken
Grabstein auf dem Cementerio Comunitario De Berazategui, Buenos Aires
31.1.2019 Page of Testimony für den Vater von Forscher Xavier Messalati
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://www.gedenkbuch-detmold.de
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975434
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de863691
Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung, 1985
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278140
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7189529
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278171
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_sln_43a.html
Arthur Wolff, Bericht für den Groß Breesen Rundbrief Nr. 24, 1984
Damit es nicht vergessen wird, Bericht in zwei Teilen, 1991
Günter Marcuse, Tagebuch Groß Breesen; Groß Breesen Rundbrief Nr. 23, 1966
https://archive.org/details/jdischesausb001f022/page/n2/mode/1up?view=theater
https://www.yumpu.com/de/document/read/3840614/21-brief-19-p745-54-gross-breesen-silesia