Steinmann Otto

Otto Steinmann

*25.3.1913 in Osterwick, Rosendahl, Coesfeld; ✡ 23.3.1945 KL Schwarzheide

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Samuel Steinmann *14.9.1867 in Schöppingen; ✡ 20.12.1935 in Rosendahl

Mutter Julie Lion *4.1.1870 in Rosendahl; ✡9.3.1943 in Theresienstadt

Geschwister

Julius Steinmann *1896 in Osterwick; ✡1971 in Mülheim; Mischehe mit Elisabeth Kalemba

Selma Steinmann * 1890 in Osterwick; ✡ ? in Chile

Frieda Steinmann * 22.5.1900 in Osterwick; ✡ 7.1.1945 in Stutthof; oo Adolf Steinweg

Willy Steinmann * 21.12.1909 in Osterwick; ✡ 26.5.1980 in Asuncion, Paraguay

? Steinmann * in Osterwick; ✡ ?; oo Kadden

Cousins

Willi Steinmann *29.9.1923 in Essen; ✡ 10.6.1987 Essen

Ernst Steinweg geb. Isaak * 28.4.1922 in Königsberg bei Bamberg; ✡19.3.1990 Australien

Jeff Steinweg, Sohn von Ernst schreibt in 2025:

„My father as a child went with his father several times to Osterwick to meet the Steinmann family. After Otto passed away, his wife Julie came and stayed in Münster with the Steinwegs (Adolf, Frieda and Ernst).“

Beruf Landwirtschaftlicher Volontär

Adressen Osterwick; Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen); Amsterdam,

Heirat 27.2.1941 in Amsterdam Mathilde Hartogsohn *3.12.1916 in Emden; ✡24.12.2002 in Kapellen

Schwager Kurt Hartogsohn*12.6.1913 in Emden; ✡ 16.1.1942 in Mauthausen

Kinder

Weiterer Lebensweg

1938 Bruder Julius und Familie flüchten nach Holland

17.5.1939 — bei der Minderheitenzählung

Werkdorp Nieuwe Sluis

Vor Nov. 1937 Otto Steinmann zur Hachschara ins Joodse Werkdorp Wieringermeer

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

Anfang 1937 Offizielle Eröffnung der nun fertiggestellten Anlage

14.9.1937 Otto Steinmann aus Amsterdam kommend ins Werkdorp

17.11.1937 Otto Steinman gemeldet in Amsterdam, Oosteinde 16

Ab 1937 ist Otto Steinmann Leiter des Lebensmitteleinkaufs des Joods Raad, welcher sich ebenfalls in der Ooosteinde 16 und 24 befindet und hat als solcher eine „Sperre“.

Au Be 170 Liste

Sommer 1943 der Joodse Raad in Amsterdam muss nach den großen Razzien die Listen der gesperrten Mitarbeiter rigoros reduzieren.

Die alte Liste wird ersetzt durch die Au-Be-Liste; diese Ausnahme-bescheinigungsliste wurde im Auftrag von SS-Hauptsturmführer Ferdinand Aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für jüdische Auswanderung für die engsten 170 Mitarbeiter des Amsterdamer Judenrat erstellt. Sie durften bis auf weiteres nicht deportiert werden.

Kamp Westerbork

Nach Aufhebung ihrer Sperre müssen auch Otto und Mathilde Steinmann ins Kamp Westerbork

29.9.1943 nach der letzten großen Amsterdam-Razzia eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

5.-7.4.1943 Otto und Mathilde Steinmann auf dem Transport XXIV/5 von 289 Juden ab Westerbork nach Theresienstadt

Theresienstadt

31.7.1942 Mutter Julie auf dem Transport von Münster – Bielefeld nach Theresienstadt

18.5.1944 Otto und Mathilde Steinmann auf dem Transport E b von Theresienstadt nach Auschwitz

Auschwitz

Verlegung von Otto Steinmann ins Außenlager Schwarzheide des KL Sachsenhausen bei Senftenberg

Am 3. Juli 1944 trafen ungefähr 1000 Inhaftierte von Auschwitz-Birkenau ein, um nach den Bombardements der Alliierten Wiederaufbauarbeit zu leisten.

23.3.1945 Tod von Otto Steinmann im KL Schwarzheide

April 1945 Mathilde Steinmann wird in Bergen-Belsen befreit

Ghetto Riga

13.12.1941 Schwester Frieda Steinweg ab Münster-Bielefeld ins Ghetto-Riga

7.1.1945 Tod von Schwester Frieda Steinweg im KL Stutthof

Gedenken

Stolperstein für Julius Steinmann in Rosendahl, Hauptstraße 34/36

Pages of Testimony

Grabstein für

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130380349

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5098361

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975191

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975200

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de975408

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Steinmann%20Otto%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Hartogsohn%22%7D

Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999

https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/ad

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.joodsmonument.nl/en/page/460253/mathilde-hartogsohn

www.werkdorpwieringermeer.nl/

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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